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Ärztenetz hui, Immobilienpreise pfui

Familie Schunack hat sich für ein Leben in Radebeul entschieden. Sie loben, dass alles dafür Notwendige auf kurzem Weg in der Stadt zu erreichen ist.

Ihren Traum von einem eigenen Haus erfüllten sich Karoline und Martin Schunack in Radebeul-Ost. Im großen Garten haben sie mit ihren beiden jüngsten Kindern auf einer Bank Platz genommen.
Ihren Traum von einem eigenen Haus erfüllten sich Karoline und Martin Schunack in Radebeul-Ost. Im großen Garten haben sie mit ihren beiden jüngsten Kindern auf einer Bank Platz genommen. © Arvid Müller

Radebeul. Ob Arbeitsplatz, Kita, Schule, Einkaufsmöglichkeiten, Bahnhof oder Autobahn - alles sei in Radebeul-Ost auf kurzen Wegen zu erreichen. „Die Infrastruktur ist hier wie in einer Großstadt“, sagen Karoline und Martin Schunack. Das Flair sei aber viel besser. „Es ist nicht so anonym. Man kennt sich“, meinen die beiden Ex-Dresdner.

Ganz bewusst haben sich die 40- und der 38-Jährige mit ihren vier Kindern für ein Leben in der Lößnitzstadt entschieden. Ein Beweggrund ist der Job am Elblandklinikum. Martin Schunack ist dort Pflegedirektor, seine Frau Karoline hat im Bereich Pflege die Zentrumsleitung Somatik 2 inne. „Der Beruf ist das eine“, sagen beide. Das Wohnumfeld das andere. „Radebeul ist eine schöne Stadt“, besonders das sanierte Zentrum in Ost hat es ihnen angetan. Schule, Kita, die S-Bahnstation oder die Haltestelle der Straßenbahnlinie 4 sowie die Geschäfte entlang der Hauptstraße sind fußläufig schnell erreichbar. Daher haben sie für sich und ihre Kinder im Alter von anderthalb, sechs, 13 und 15 Jahre ein Haus in der Nähe der Scharfen Ecke gebaut. Seit Dezember vorigen Jahres wohnen sie dort.

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Über 1.000 Einwohner des Landkreises machten bei der Umfrage zum Familienkompass mit. Wie Familie Schunack empfinden viele der Befragten in Radebeul. Auf die Frage, ob sie sich in der Lößnitzstadt wohlfühlen, kreuzten 89,18 Prozent der Umfrageteilnehmer mit gut oder sehr gut an. Das bedeutet eine Note von 1,61 im Schnitt.

Auswertung für Radebeul: Einwohner von Radebeul bewerten die Familienfreundlichkeit ihres Wohnorts im Durchschnitt mit 2,92 und damit etwas schlechter als der Sachsen-Schnitt (2,83).
Die Grafik zeigt ausgewählte Fragen aus dem Fragebogen. Der Wert rechts über der Farbskala gibt die durchschnittliche Bewertung der Frage von 5 (sehr schlecht) bis 1 (sehr gut) an, der graue Balken zeigt die Abweichung vom Sachsen-Schnitt. Grünes Dreieck: Diese Frage wurde im ausgewählten Ort deutlich besser bewertet als im Sachsen-Schnitt. Rotes Dreieck: deutlich schlechtere Bewertung als im Sachsen-Schnitt. Gelbes Quadrat: Bewertung entspricht dem Sachsen-Schnitt (+/–10%).
Auswertung für Radebeul: Einwohner von Radebeul bewerten die Familienfreundlichkeit ihres Wohnorts im Durchschnitt mit 2,92 und damit etwas schlechter als der Sachsen-Schnitt (2,83). Die Grafik zeigt ausgewählte Fragen aus dem Fragebogen. Der Wert rechts über der Farbskala gibt die durchschnittliche Bewertung der Frage von 5 (sehr schlecht) bis 1 (sehr gut) an, der graue Balken zeigt die Abweichung vom Sachsen-Schnitt. Grünes Dreieck: Diese Frage wurde im ausgewählten Ort deutlich besser bewertet als im Sachsen-Schnitt. Rotes Dreieck: deutlich schlechtere Bewertung als im Sachsen-Schnitt. Gelbes Quadrat: Bewertung entspricht dem Sachsen-Schnitt (+/–10%). © SZ Grafik
Schule
Schule © SZ Grafik
Arbeit
Arbeit © SZ Grafik
Familienpolitik
Familienpolitik © SZ Grafik
Gesundheit
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Kita
Kita © SZ Grafik
Wohnen
Wohnen © SZ Grafik

Jedoch bemängelt über ein Drittel, dass sich die Nachbarschaft eher schlecht um Kinder sorgt, und 44,04 Prozent, dass es nicht genug Fläche zum Spielen gibt. Dadurch erhält Radebeul in der Kategorie „subjektives Wohlbefinden“ auf der Skala von eins bis fünf im Schnitt die Note 2,46 und belegt damit gemeinsam mit der Stadt Großenhain den vierten Platz im landkreisweiten Ranking.

Familie Schunack lebte, bevor sie in ihr Eigenheim zog, zur Miete. Eine passende Wohnung, die auch bezahlbar war, zu finden, sei schwer gewesen, erinnert sich Karoline Schunack. Drei Jahre wohnten sie dort. Während dieser Zeit reifte bereits der Wunsch nach etwas Eigenem. „Mit vier Kindern wollten wir eigentlich nicht selbst bauen“, berichtet sie. Daher schauten sie sich zunächst nach etwas Fertigem, ein Haus oder eine Eigentumswohnung, um. Von dem Plan verabschiedeten sie sich jedoch wieder angesichts der Preise, die in Radebeul verlangt werden. „Diese lagen jenseits des gesunden Menschenverstandes“, meint Karoline Schunack.

Ein eigenes Zimmer für jedes Kind

Im Internet waren sie dann auf ein altes Bauernhaus gestoßen. An dessen Sanierung wagte sich lange Zeit keiner ran - wegen des Denkmalschutzes. Der Schutzstatus war aber vor zwei Jahren verfallen. Damit konnte das Gebäude abgerissen werden, was Schunacks auch taten. Für den Bau eines neuen Hauses gab es einige Auflagen zu beachten. So musste der Neubau zur Straße hin dem Vorgängerbau hinsichtlich Kubatur, also Höhe, Dachform und Dachneigung, sowie der Fensterformen entsprechen. So gleicht die Straßenfassade ihres Heimes einem sanierten alten Bauernhaus, von hinten einem modernen Bau mit großer Glasfront zur Terrasse.

Der Voreigentümer hatte bereits eine ausführliche Planung erarbeiten lassen. „In das Exposé habe ich mich gleich verliebt“, berichtet Karoline Schunack. Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer. Zudem gehört zu dem Grundstück an der Straße abgewandten Seite ein großer Garten.

Zu einem günstigen Preis kauften Schunacks das alte Bauernhaus im September 2018. Ein halbes Jahr später erfolgte im März 2019 der Abriss des baufälligen Gebäudes. Der Bau ihres neuen Heimes begann im Juli 2019 und im Dezember des gleichen Jahres zogen sie bereits ein. Für den Bau haben sich Schunacks die Firma Kern-Haus ins Boot geholt. Mit dem Ergebnis des Fertighaus-Spezialisten sind sie zufrieden. Alle Arbeiten seien im kalkulierten Rahmen geblieben, berichten sie froh.

Grundstück günstig erworben

Das Thema Wohnen bewerten die Radebeuler bei der Umfrage zum Familienkompass mit der Durchschnittsnote 4,4. Damit landet die Lößnitzstadt auf dem letzten Platz im Landkreis-Ranking. Nur ein Drittel der Befragten sind der Meinung, dass das Wohnungsangebot gut bis sehr gut sei. Fast die Hälfte klagt über zu hohe Wohnkosten.

Familie Schunack kann sich glücklich schätzen, günstig an ihr Grundstück gekommen zu sein. Denn laut dem aktuellen Bericht des Landkreises Meißen zum Immobilienmarkt steigen die Preise in Radebeul weiter rasant an. So wurde im vorigen Jahr ein Höchstbodenwert von 614 Euro pro Quadratmeter für Bauland gezahlt, ein Plus von 64 Prozent zu 2018. Für eine neue Eigentumswohnung lag der Quadratmeterpreis im vergangenen Jahr im Schnitt bei 3.908 Euro.

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Steht Radebeul beim Thema Wohnen auf dem letzten Platz im Landkreis, hat die Stadt bei der Bewertung der medizinischen Versorgung mit der Note 2,71 die Nase vorn. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert für den Kreis ist 3,21. Was die Radebeuler schätzen, ist, dass es genügend Hausärzte gibt. 65,3 Prozent der Befragten finden das Angebot gut bis sehr gut. 47,1 Prozent teilen diese Bewertung für den Bereich der Kinderärzte. Hier sind 74,4 Prozent mit deren Erreichbarkeit zufrieden bis sehr zufrieden. Radebeul ist halt eine Stadt der kurzen Wege.

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