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Alarm für die Hochleistungspumpen

Feuerwehrkameraden aus Radebeul, Coswig, Meißen, Großenhain und Riesa fahren mit großen Aggregaten in die Flutgebiete. Die Anforderung kam in der Nacht.

Die Kameraden aus Radebeul und Coswig sind am Dienstag alarmiert worden und haben sofort Trupps für den Fluteinsatz im Westen zusammengestellt. Die freiwilligen Feuerwehrleute wurden von ihren Arbeitgebern dafür freigestellt - Dank dafür!
Die Kameraden aus Radebeul und Coswig sind am Dienstag alarmiert worden und haben sofort Trupps für den Fluteinsatz im Westen zusammengestellt. Die freiwilligen Feuerwehrleute wurden von ihren Arbeitgebern dafür freigestellt - Dank dafür! © Feuerwehr Radebeul

Radebeul/Coswig/Meißen/Großenhain/Riesa. Nun also doch. In der Nacht zum Dienstag kam die Anforderung vom sächsischen Ministerium des Innern: Die Pumpenanhänger aus dem Kreis Meißen werden in den westdeutschen Flutgebieten gebraucht. Sebastian Wels von der Radebeuler Feuerwache in Kötzschenbroda schildert, was dann passiert ist: „Ich habe am Morgen bei allen angerufen und eine Truppe zusammengestellt.“

Sechs Kameraden aus Kötzschenbroda sind seit dem Morgen in der Wache gewesen und haben die Pumpen kontrolliert. Ihre Einsatzmontur, den Logistikwagen und die Anhänger vorbereitet. Das Besondere an diesen Pumpen - auf jedem Wasseranhänger sind vier solcher leistungsstarken Aggregate stationiert. Gedacht für Hochwasserfluten wie die an der Elbe 2002, 2013 und auch 2016. 3.000 Liter pumpen diese Maschinen in der Minute weg.

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Auch die Coswiger Kameraden, gut befreundet mit den Nachbarn in Radebeul - Sebastian Wels: „Wir sind eine eingeschworene Truppe.“ - sind mit dabei. Ebenfalls mit einem solchen Anhänger, der vier Hochleistungspumpen trägt. Coswigs Stadtwehrleiter Andreas Schorborgen, am Telefon schon auf der Fahrt, sagt, dass aus Coswig acht Kameraden dabei sind. Die Coswiger rollen mit einem Löschfahrzeug und einem Kommandowagen gen Westen.

Mit einem kleinen Fuhrpark aus einem Katastrophenschutzfahrzeug mit einem Logistikanhänger Wassergefahren und einem Mannschaftsfahrzeug haben sich fünf Feuerwehrleute aus Meißen auf den Weg zum Nürburgring gemacht, informiert Katharina Reso von der Stadt Meißen.

Die Meißner Kameraden sind zur Fluthilfe gestartet.
Die Meißner Kameraden sind zur Fluthilfe gestartet. © Feuerwehr Meißen

Wo sonst die Rennautos ihre Runden drehen, ist jetzt ein Einsatzzentrum für den besonders vom Hochwasser betroffenen rheinland-pfälzischen Kreis Ahrweiler eingerichtet worden.

Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) verabschiedete die Einsatzkräfte gemeinsam mit Stadtwehrleiter Frank Fischer. Raschke: „Während der Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 haben wir selbst so viel Unterstützung aus dem gesamten Bundesgebiet erhalten, dass es für uns nun ebenfalls selbstverständlich ist, den Betroffenen wo es nur möglich ist zu helfen.“

Noch am Montag hatte es geheißen, dass vorerst nur ein Logistikwagen vom Katastrophenamt aus Meißen nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz rollen soll. Dieser ist am Dienstagmorgen mit Entfeuchtungsgeräten und Notstromaggregaten sowie Hochdruckreinigern gestartet. In den Katastrophengebieten wird von der Einsatzleitung aufgeschrieben, was vor Ort gebraucht wird, dann in einem Aufstellungsgebiet gesammelt und von dort zum direkten Einsatz beordert. Vor allem auch deshalb, weil Zufahrtsstraßen im Flutgebiet beschädigt sind und unnötige Staus verhindert werden sollen.

Einsatz zunächst bis zum Freitag

Insgesamt sind fünf Pumpenanhänger mit Zugfahrzeugen von Feuerwehren aus dem Kreis unterwegs in die Flutgebiete. Diese Geräte sind auch in Meißen, Großenhain und Riesa für den Fluteinsatz stationiert. Andreas Schorbogen und Sebastian Wels betonen ausdrücklich, dass sie sich bei den Arbeitgebern der Kameraden bedanken für die Freistellung, was nicht selbstverständlich sei. Schließlich sind alle ehrenamtlich bei der Feuerwehr.

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Vor dem Start zur Fahrt Richtung Nürburgring haben sich die Kameraden aus dem Kreis in Glaubitz mit ihren Fahrzeugen getroffen. Von dort sind sie gegen 13 Uhr aufgebrochen. Sie rechnen damit, in der Nacht gegen 2 Uhr im Bereitstellungsraum einzutreffen. Mit Zelt, Liegen, Getränken und Mahlzeiten sind alle Fahrzeuge ausgestattet worden und haben somit eine Versorgungsfunktion.

Zunächst bis Freitag sind die Feuerwehrleute im Rheinland, vorgesehen sind 48 Stunden. Dann entscheidet sich, ob der Einsatz mit neuen Kameraden fortgesetzt wird.

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