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Andrang an Baumärkten, mit Test zur Kosmetik

Die erste vorsichtige Öffnungswoche im Kreis Meißen zeigt, wie die Leute darauf gewartet haben.

Beratung und Einkaufen im Landmaxx-Baumarkt in Coswig - das geht ab sofort wieder für jedermann, nicht nur für Gewerbetreibende.
Beratung und Einkaufen im Landmaxx-Baumarkt in Coswig - das geht ab sofort wieder für jedermann, nicht nur für Gewerbetreibende. © Norbert Millauer

Radebeul/Coswig/Meißen/Weinböhla/Moritzburg. Endlich, sagen fast alle zu den Öffnungen, die ab dieser Woche erlaubt sind. Bau- und Gartenmärkte dürfen wieder einlassen. Auch sogenannte körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik und Massagen, auch ohne Rezept, sind möglich. Fahrschulen können wieder Praxisunterricht geben. Wie das in Radebeul, Coswig, Meißen, Weinböhla und Moritzburg anläuft.

Baumärkte: Parkplatz voll wie sonst nur an Sonnabenden

Vor den Bau- und den Gartenmärkten herrscht Andrang wie sonst nur an üblichen Frühlingssonnabenden. Marcus Namokel, der im Kreis Meißen sieben Landmaxx-Baumärkte - insgesamt sind es elf - betreibt, sagt: „Endlich dürfen auch wieder unsere Privatkunden kommen. Sie machen, neben den Gewerbetreibenden, mindestens ein Drittel der Kundschaft aus. In Großenhain und Lommatzsch sind es noch mehr.“ Im Coswiger Baumarkt sind alle zwölf Mitarbeiter wieder im Einsatz. Kurzarbeit ist vorbei.

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Beim Obi in Radebeul ist der Parkplatz kurz vor dem Montagmittag brechend voll. Wie vor einem Jahr sind Sicherheitsmitarbeiter vorm Eingang postiert - Maske tragen, Einkaufswagen mitnehmen, notfalls anstehen entlang der markierten Pfade, all das wird hier kontrolliert.

Er habe die Situation in Sachs en-Anhalt genau beobachtet, sagt der Meißner Toom-Baumarkt-Chef Torsten Melzer. Dort hätten die Kollegen aus der Branche bereits vor einer Woche öffnen können. Er sei erleichtert, dass es auch in Meißen sehr gesittet zugeht. Vergangenes Jahr hatten sich im April teilweise chaotische Szenen abgespielt. Jetzt reagierten die Kunden gelassener, hätten sich offenbar mit der Lage abgefunden.

Wieder mit den Fahrschülern auf Tour gehen - Peter Ohlert (rechts) in Coswig hat einiges aufzuholen aus den zurückliegenden Ausfallmonaten.
Wieder mit den Fahrschülern auf Tour gehen - Peter Ohlert (rechts) in Coswig hat einiges aufzuholen aus den zurückliegenden Ausfallmonaten. © Norbert Millauer

Fahrschule: Schüler müssen einen negativen Test haben

Blumenläden, Buchläden dürfen wieder Kunden ins Geschäft lassen - die Anzahl bestimmt die Quadratmeterzahl des Geschäftes. Beim Bestellen und Abholen wird von 40 Quadratmetern geschrieben.

Bei den Fahrschulen und den sogenannten körpernahen Dienstleistungen - zum Beispiel Kosmetik - ist es noch strenger. Hier dürfen die Fahrschüler und Kunden nur mit einem tagesaktuellen Corona-Schnelltest ins Auto und den Salon. Karin Ohlert von der gleichnamigen Coswiger Fahrschule ihres Mannes Peter Ohlert: „Die Fahrschüler müssen den Test vorweisen und es uns quittieren.“ Der Andrang und das Nachholebedürfnis für die ausgefallenen Monate sei groß. 30 Anmeldungen liegen derzeit vor. „Mehr als elf Stunden zu je 45 Minuten darf mein Mann ja sowieso nicht fahren“, sagt Karin Ohlert.

Gerade versuchen die Ohlerts, neben den praktischen Fahrten den theoretischen Unterricht zu organisieren. Mit 1,50 Meter Abstand passen nur noch acht statt üblicherweise 16 Fahrschüler in den Raum. „Wir selbst gehen einmal je Woche zum Apotheker und lassen uns testen, wie vorgeschrieben“, sagen die Ohlerts und sind dennoch froh, dass wieder was losgeht.

Osterschmuck im Kosmetikstudio von Gudrun Ast in Radebeul. Seit letzter Woche hat hier das Telefon geklingelt, wurde nach Terminen gefragt.
Osterschmuck im Kosmetikstudio von Gudrun Ast in Radebeul. Seit letzter Woche hat hier das Telefon geklingelt, wurde nach Terminen gefragt. © Norbert Millauer

Kosmetik: Noch gibt es die Vorher-Tests nicht kostenlos

Richtig froh sind auch die Kosmetikerinnen. Gudrun Ast in der Radebeuler Bahnhofstraße lässt ihre Kundinnen gleich am Eingangstresen den Test vorweisen und unterschreiben. „Obwohl wir eigentlich noch gar nicht wissen, ob wir dürfen“, sagt die Geschäftsfrau am Montagvormittag. „Denn in der Verordnung des Kreises Meißen sind die Kosmetikstudios noch gar nicht aufgeführt.“ Mittags wird dann vom Landratsamt die Verordnung verschickt.

Bei Asts kommen seit voriger Woche täglich Anfragen nach Terminen. „Unsere Kunden sind ja üblicherweise im Vier-Wochen-Rhythmus. Das muss sich jetzt in den nächsten zwei Wochen wieder einspielen.“ Alle fünf Kosmetikerinnen bei Asts sind derzeit schon gut gebucht. Auch hier vom Salon gehen die Mitarbeiter einmal die Woche zum Schnelltest.

In Sachen Test hat es Claudia Ulbrich in ihrem Kosmetiksalon in Boxdorf praktisch eingerichtet. Sie betreibt zugleich eine zugelassene Teststation. „Wer zu uns kommt, kann sich auch vor der Behandlung testen lassen“, sagt sie. Gerade versuche sie, auch die Zulassung für die kostenlosen Tests zu bekommen. Sie habe schon an Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping geschrieben, aber bislang keine Antwort bekommen. Wer jetzt mit der Kosmetikbehandlung drankommen will, müsse zehn Euro für den Test als Vorzugspreis bezahlen. Zwei Mitarbeiter hat Claudia Ulbrich. 25 Anmeldungen gibt es gerade.

Blumenläden: Zum Frauentag kamen die Männer

Schneller geht es in den Blumenläden. Hier bestimmt, wie im Baumarkt, die Quadratmeterfläche des Ladens die Anzahl der Kunden, die zugleich Blumen aussuchen und kaufen können. Manche der Betreiber haben in den letzten Wochen zugleich gegärtnert, sodass sie offen bleiben konnten.

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Bei Ines Lehmann in Weinböhla sind es vier Kunden, die zugleich in den Laden dürfen. Sie merke deutlich, dass die Besucher jetzt wieder freier einkaufen können und sich freuen. Ebenso wie Kerstin Puhane in Radeburg. „Heute ist Frauentag, da kommen die Männer und müssen nicht extra bestellen“, sagt sie. Die Vorschrift zum Testen, so Kerstin Puhane, empfinde sie allerdings als Verunsicherung und Behinderung.

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