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Angriff auf die Himbeeren

Weil die Kirschessigfliege die Früchte befallen hat, rechnet der Sörnewitzer Obstbauer Michael Görnitz mit 100.000 Euro Schaden in dieser Saison.

Derzeit ist die Himbeerernte bei Obstbau Görnitz in Sörnewitz voll im Gange.
Derzeit ist die Himbeerernte bei Obstbau Görnitz in Sörnewitz voll im Gange. © Arvid Müller

Die Früchte sind groß und sehen tadellos aus. Doch der Schein könnte trügen, es könnte sein, dass sich in den schönen Himbeeren schon winzige weißliche Stäbchen befinden: die Larven der Kirschessigfliege. „Liefert man betroffene Himbeeren aus, dann steht schon nach einem Tag unten der Saft in den Schälchen“, sagt Michael Görnitz von der gleichnamigen Obstbaufirma im Coswiger Ortsteil Sörnewitz. Das heißt, dass die Himbeeren - „sie schmecken hoch aromatisch - nicht mehr als Waren der ersten Klasse verkauft werden können. Und das heißt, dass sein Betrieb in diesem Jahr etwa 100.000 Euro Verlust bei der Himbeerernte einfahren wird, erklärt der Obstbauer.

Zwar hat die aus Asien eingeschleppte Kirschessigfliege (siehe Kasten) hierzulande keine natürlichen Feinde, und sie befällt, anders als die heimischen Arten, schon die grünen Früchte, aber es gibt natürlich chemische Mittel gegen sie. Etwa das Insektengift Dimethoat. Es darf in der biologischen Landwirtschaft - und so werden die Sörnewitzer Himbeer-Plantagen bewirtschaftet - nicht eingesetzt werden. „Wir haben mit für uns zugelassenen Präparaten gespritzt, etwa mit Knoblauchlösungen, und damit ist das Schlimmste verhindert worden.“ Aber beseitigt werden konnte die Kirschessigfliege damit nicht.

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Derzeit arbeiten 30 Pflücker auf den etwa zwölf Hektar umfassenden Himbeer-Pflanzungen. „Himbeeren sind für uns eine wirtschaftlich relevante Kultur“, so Michael Görnitz. Er hat zwei große Kühlcontainer angeschafft, in die die frisch gepflückten Früchte kommen. Bei Minus zwanzig Grad frieren sie durch und können abtransportiert werden. Dann werden Marmeladen und Säfte aus ihnen gewonnen. In Zehn-Kilo-Paketen werden sie verpackt. „Sobald zehn Tonnen zusammen sind, werden sie abgeholt. Weitaus besser als bei den Himbeeren sieht es bei der Aronia aus. Auch wenn die Ernte noch nicht abgeschlossen ist, steht schon jetzt fest, dass der Sörnewitzer Obstbaubetrieb einen Rekordertrag einfahren wird. In der kommenden Woche sollte die Ernte abgeschlossen sein, so Michael Görnitz. Begonnen hat auch die Ernte der Hagebutten, die sich bis in den Dezember hinein ziehen kann. Ihre Früchte gelten als vitaminreich und gesund. „Besonders die Vitamine C, A und B sind in hohen Mengen enthalten. Zudem enthalten die Sammelnussfrüchtchen große Mengen an Gerbstoffen, Pektinen, Kalzium, Eisen und ätherischen Ölen.“ Und dann steht auch schon der Erntebeginn für die Hauptfrucht des Betriebes bevor: Spätestens im Oktober beginnt die Apfelernte. Auf 40 Hektar baut der Betrieb 27 verschiedene Sorten an - abgeerntet werden müssen rund 150.000 Bäume.

Eingeflogener Schädling

Die Kirschessigfliege hört auf den lateinischen Namen (Drosophila suzukii). Die Körperlänge beträgt zwischen 2,6 und 3,4 Millimeter. Die Augen sind rot, der Körper orange oder braun. Die Männchen haben am äußeren Vorderrand der Flügel jeweils einen dunklen Fleck, womit sie von allen anderen heimischen Arten leicht zu unterscheiden sind.

Zur Verbreitung ist zu sagen, dass die Kirschessigfliege ursprünglich in Japan, Korea, China und im südlichen Küstenbereich von Sibirien heimisch ist. 2008 wurde sie zum ersten Mal in Europa (Spanien) nachgewiesen, 2011 erstmals in Deutschland und 2013 in Sachsen.

Die Schädlichkeit besteht darin, dass sich die Fliegen in weichschaligen Früchten, darunter Himbeeren, vermehren. Ein Weibchen legt schon einen Tag nach dem Schlupf bis zu 400 Eier. Die Entwicklung einer Generation dauert bei 25°C nur 9 bis 11 Tage, woraus sich ein enormes Entwicklungspotenzial ergibt. Quelle: Insekten Sachsen

Um die Früchte zu den Abnehmern, die daraus Marmeladen und Säfte herstellen, transportieren zu können, werden sie tiefgefroren.
Um die Früchte zu den Abnehmern, die daraus Marmeladen und Säfte herstellen, transportieren zu können, werden sie tiefgefroren. © Arvid Müller

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