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Auf dem Karrasweg geht's rund

Coswig hat es mit seiner Route unter die Wanderlieblinge im Landkreis Meißen geschafft.

Solch einen Überblick über Coswig wie aus der Perspektive einer Drohne hat man vom Hohen Stein nicht, aber trotzdem eine grandiose Aussicht.
Solch einen Überblick über Coswig wie aus der Perspektive einer Drohne hat man vom Hohen Stein nicht, aber trotzdem eine grandiose Aussicht. © Stadtverwaltung Coswig

Coswig. Welche sind die schönsten Wanderwege im Landkreis Meißen? Antwort auf diese Frage sollte eine im Sommer des vergangenen Jahres gestartete Aktion geben. Nun, ein gutes Jahr später, sind die Wanderlieblinge gekürt - zwölf Wanderwege aus dem gesamten Landkreis. Darunter ist auch der Karras-Rundweg der Stadt Coswig. „Der Weg ist interessant, kurzweilig und abwechslungsreich“, fasst Torsten Schröder, der in der Verwaltung fürs Stadtmarketing und dieses Projekt verantwortlich ist, bei einer Begehung zusammen, was den Charme des Wanderweges ausmacht.

Der Rundweg kann an verschiedenen Stellen begonnen werden. So wie am Spitzgrundteich gibt es oft eine Bushaltestelle bzw. einen Parkplatz. Es geht den Talweg am Lockwitzbach bergan bis zu den Zimmermanschen Teichen und weiter zum Forsthaus Kreyern. Vom Kapellenteich aus geht es weiter zum malerischen Ilschenteich und zur Kreuzung an der Staatsstraße S 81/L-Weg.

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Hier hat der Wanderer zwei Wahlmöglichkeiten. Eine große, 17 Kilometer lange Runde, oder eine kleine von neun Kilometern Länge. Wer eine Tageswanderung machen will, kann hier über den Steinernen Weg/Auer Rundweg, vorbei am Tunnel Hohburg zum Schloss Moritzburg wandern. Über die Schlossallee und den Moritzburger Ring erreicht man die Dippelsdorfer Teiche, dann unterquert der St. Ulrich Tunnel die S 81 und über den L-Weg und den X-Weg geht es weiter zum Seerosenteich. Hierher führt auch die kürzere Alternative von der Kreuzung an der Staatsstraße S 81/ L-Weg. Ab da folgen nun wieder beide Wandertouren dem gemeinsamen Tourverlauf: Über den Gabelweg zum Aussichtspunkt Hoher Stein, mit einem grandiosen Ausblick und weiter über den Spitzgrundborn zurück zum Spitzgrundteich. „Wir schildern den Rundweg so aus, dass er in beiden Richtungen begangen werden kann, es soll noch in diesem Jahr losgehen“, erklärt Torsten Schröder.

Einer der schönen Teiche am Karrasweg ist der Ilschenteich.
Einer der schönen Teiche am Karrasweg ist der Ilschenteich. © Udo Lemke

20 Kommunen hatten 42 Wegevorschläge benannt, die aus allen neun Kulturlandschaften des Landkreises stammen. Aus diesen 42 Vorschlägen wurden dann die zwölf Wanderlieblinge ausgesucht. Kriterien waren die Länge und ein erkennbarer Verlauf, naturnahe Wege und Gewässer, Sehenswürdigkeiten und eindrucksvolle Aussichten. All das hat der Karrasweg zu bieten. Gefährliche Wegeabschnitte fielen hingegen als Negativ-Kriterium ins Gewicht. „Neben landschaftlichen Kleinoden gibt es mit dem Schloss Moritzburg eine kulturhistorische Attraktion“, so Torsten Schröder.

Ein zweiwöchiger „Tourentest“ der Wanderlieblinge durch Einwohner des Landkreises bestätigte die Auswahl der Routen. Nach der „Schlosstour“ im Elbe-Röder-Dreieck teilt sich der Karrasweg mit der „Wein-Acht“ in Radebeul den zweiten Platz der beliebtesten Wanderwege.

www.karras-rundweg.de

Karras - der Mörder des Kurfürsten Moritz

Jannaß von Kreyern erzählte, dass es im Herrenhaus der Ritter Karras auf Coswig spukt. Das käme daher, dass dort einer der früheren Ritter von Karras mit einer Sünde auf dem Gewissen gestorben sei. Es soll sogar ein unterirdischer Gang vom Herrenhaus nach der Kirche führen. Gefunden ist aber nichts worden.

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Es kam die Zeit, dass sich Kurfürst Moritz ein Jagdschloss unweit der Besitzungen der Karrasse erbauen ließ. Als seine Wildbahn nicht mehr seinen Bedürfnissen entsprach, gebot er den Rittern, ihm das nahe gelegene Dorf Kreyern mit dem dazugehörigen Land und Wald zu verkaufen. Den Bauern, die dort wohnten, befahl er, den Ort zu verlassen, doch die Ritter von Karras waren damit nicht einverstanden. Ein Richterspruch gab dem Kurfürsten recht. Er war gerade im Krieg und da traf ihn eine Kugel in den Rücken, so dass er starb. Georg, der Ritter von Karras, welcher an der Schlacht teilgenommen hatte, kam ebenfalls bald zum Sterben. Auf dem Totenbett gestand er, Moritz erschossen zu haben. Als der Kurfürst August diese Botschaft hörte, befahl er, die Herren Karras aus dem Lande hinauszutreiben.

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