SZ + Radebeul
Merken

Bauen in Weinböhla hängt nicht von der Gemeinde ab

Für die Projekte im Ort ist das Landratsamt Meißen zuständig, es erteilt die Genehmigungen.

Von Udo Lemke
 3 Min.
Teilen
Folgen
Die drei barrierefreien Mehrfamilienhäuser in der Seniorenwohnanlage an der Dresdner Straße sind mittlerweile zum Großteil bezogen. Weil die Tiefgarage kleiner als geplant wurde, müssen nun noch oberirdische Stellplätze nachgebaut werden.
Die drei barrierefreien Mehrfamilienhäuser in der Seniorenwohnanlage an der Dresdner Straße sind mittlerweile zum Großteil bezogen. Weil die Tiefgarage kleiner als geplant wurde, müssen nun noch oberirdische Stellplätze nachgebaut werden. © Udo Lemke

Es gibt Kritiker, die meinen, dass Weinböhla schrittweise zugebaut wird und die Gemeinde so ihren Charakter als durchgrünter Erholungsort verliert. Schaut man etwa auf die letzte Sitzung des Technischen Ausschusses des Gemeinderates am 29. November im Weinböhlaer Rathaus, dann scheinen die Kritiker recht zu haben. Gleich drei Tagesordnungspunkte sind überschrieben mit „Antrag auf Baugenehmigung zur Errichtung eines Einfamilienwohnhauses“. Schaut man genauer hin, dann geht es keineswegs um die Beantragung von Neubauten, sondern um die Genehmigung von Abweichungen am Bebauungsplan oder Änderungen an bereits erteilten Baugenehmigungen.

Allerdings gibt es auch „echte“ Bauanträge. Einer lautet: „Antrag auf Baugenehmigung zur Nutzungsänderung/Umbau von einer Fleischerei im Erdgeschoss in eine Zahnarztpraxis sowie Abweichung von der Sächsischen Bauordnung und Abweichung von den Festsetzungen von der Baugestaltungssatzung. Standort: Bahnhofstraße 6, Fl.-St. 371/1.“ Das klingt interessant, und wer sollte etwas dagegen haben, dass in Weinböhla eine neue Zahnarztpraxis entsteht?

Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) sagt, er könne nur wiederholen, was er zum Baugeschehen in der Gemeinde erklärt hat: „Letztlich bekundet der Rat nur die Sicht der Gemeinde auf die Anträge, er erteilt das gemeindliche Einvernehmen oder nicht. Anders als in Coswig, Meißen oder Radebeul können wir nicht wirklich entscheiden, was gebaut werden soll, das macht in jedem Fall das Landratsamt. Die Baugenehmigungen erteilt nicht die Gemeinde Weinböhla, sondern das Landratsamt Meißen.“

Einen kleinen Spielraum hat die Gemeinde aber doch, etwa, wenn es um die Verwendung der Mittel aus den pauschalen Zuweisungen des Freistaates zur Stärkung des ländlichen Raumes geht. Da wurde beschlossen, Geld für Kinder und Jugendliche bereitzustellen. So für die inzwischen übergebene Jugendfreizeitfläche Sörnewitzer Straße. Da sind für die Errichtung einer Sitzgruppe 3.000, für die Herstellung der Asphaltfläche für die Skateranlage 18.000 und für die Einfriedung weitere 3.000 Euro aufgewendet worden, so Bauamtsleiter Christoph Krzikalla.

Auch der Spielplatz Steinbacher Straße bekam etwas ab: für die Instandsetzung des Fallschutzbereiches mit der Einfassung für Schaukel 2.500 und die Vorbereitung für ein neues Spielgerät, einen Dreh-Kletter-Kegel, 4.500 Euro.

Für das Elbgaubad hat die Gemeinde die Errichtung einer Tischtennisplatte für 2.000 und die Errichtung eines Klettergerüstes mit Rutsche für Kinder ab 3 Jahren 8.000 und für ein Fitnessklettergerüst inklusive Fallschutz ca. 18.000 Euro im Plan.

Was den Tiefbau betrifft, so hat Weinböhla in diesem Jahr den touristischen Parkplatz am Zaschendorfer Weg fertiggestellt und ihren Anteil, etwa die Gehwege, am oberen Abschnitt der Köhlerstraße.