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Bewegungsinseln für Coswig

Auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause stellte der Stadtrat die Weichen für den Bau von Freizeitanlagen in der Stadt.

Wettkämpfe mit viel Spaß sind in Adventure-Golfanlagen möglich, wie dieses Symbolbild zeigt. Eine solche Anlage soll auf einer ungenutzten Wiese im Kötitzer Bad entstehen und sowohl von den Gästen als auch den Campern genutzt werden können. Foto: St
Wettkämpfe mit viel Spaß sind in Adventure-Golfanlagen möglich, wie dieses Symbolbild zeigt. Eine solche Anlage soll auf einer ungenutzten Wiese im Kötitzer Bad entstehen und sowohl von den Gästen als auch den Campern genutzt werden können. Foto: St © Stadtverwaltung Coswig

Im Ballsaal der Börse hatten sich am Mittwochabend 25 Stadträte versammelt, um Vorhaben zur Entwicklung der Stadt auf den Weg zu bringen. Die SZ beleuchtet einige davon.

Mehr Anstrengung für die Schulen

Hendrik Becher, der Vorsitzende des Elternrates des Gymnasiums Coswig, nutzte die obligatorische Einwohnerfragestunde am Beginn der Stadtratssitzung, um auf die Belange der Schulen aufmerksam zu machen. Vor dem Hintergrund von Wissensverlust und des Verlustes von sozialen Kontakten in der Corona-Krise müsse sich Sachsen „künftig mehr des Themas Kinder und Jugendliche annehmen“, forderte er. Er schlug für die Stadt einen Runden Tisch vor, an dem Schüler, Eltern, Lehrer und Vereine um die besten Lösungen für auftretende Probleme diskutieren könnten.

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Nötig sei zudem die schnellstmögliche Umsetzung des Digitalpaktes. So sei es etwa am Gymnasium Coswig bei 940 Schülern nur möglich, fünf Videokonferenzen gleichzeitig abzuhalten, mehr gebe die Infrastruktur derzeit nicht her. Auch die 625 Euro, die pro Lehrer zur Anschaffung von Laptops zur Verfügung stehen, reichten nicht aus. Die Erfahrungen mit Corona zeigten zudem, dass auch für die Grundschulen Schulsozialarbeiter benötigt werden. Oberbürgermeister Thomas Schubert (parteilos) bat den Elternsprecher noch um Geduld beim Breitbandausbau und erklärte, dass Coswig im Übrigen eine „hervorragende Schullandschaft“ habe.

Streit um Bewegungsinseln

Beschluss zur Sicherung der Gesamtfinanzierung für die Maßnahme CoActive - Aktive Bewegungsinseln für Jung und Alt. Hinter diesem sperrigen Tagesordnungspunkt steht das Vorhaben, mithilfe von Bundesgeldern drei neue Freizeitangebote in der Stadt aufzubauen. So soll der Spielplatz an der Weinböhlaer Straße in einen modernen Motorikspielpark umgewandelt werden. Im Freibad Kötitz soll eine Adventure-Golfanlage entstehen und am Fußballplatz des Coswiger FV soll die in die Jahre gekommene Bikerstrecke in eine kombinierte Rollsportanlage für viele Nutzergruppen umgebaut werden.

Noch im vergangenen November hatte der Stadtrat einstimmig dafür gestimmt, das Projekt beim Bund zur Förderung einzureichen. Damals hatte Oberbürgermeister Thomas Schubert erklärt, „dass alle diese Ideen ohne eine Förderung durch den Bund nicht umgesetzt werden können“. Der Bund bewilligte das Vorhaben und fördert es auch, aber das Land Sachsen gibt nicht wie erwartet etwas dazu. Der Bund gibt 45 Prozent der Gesamtausgaben von 1.214.458 Euro, also maximal 546.506 Euro. „Eine Kofinanzierung aus Landesmitteln wäre rechtlich zulässig, steht jedoch nicht zur Verfügung, sodass der Gesamteigenmittelanteil 55 Prozent = 667.952 Euro beträgt“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat.

Dagegen regte sich Widerstand in der AfD-Fraktion. Vorsitzender David Steinmann bezeichnete das Projekt als aus den Fingern gesaugt. Und Monika Haase erklärte, „wir müssen den städtischen Eigenanteil für Lüftungsanlagen in den Schulen verwenden, damit die Kinder ab Herbst nicht wieder mit Mütze und Schal in der Schule sitzen müssen.“Alexander Stolle, der Vorsitzende der größten Fraktion, Bündnis für ein nachhaltiges Coswig, wandte sich dagegen, Schule gegen Sport und Freizeit auszuspielen. Der Rat nahm die Vorlage der Stadtverwaltung mit 18 Ja- und sieben Nein-Stimmen an. Damit ist die Gesamtfinanzierung des Projektes gesichert, Baubeschlüsse dazu werden höchstwahrscheinlich Ende des Jahres gefasst.

Keine Ermächtigung für den OB

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Statt über große Bauprojekte darf der Verwaltungschef nur über die Computer für Lehrer in der Sommerpause entscheiden. Ursprünglich hätte er in Vertretung des Stadtrates für die Erschließung des „Industrie- und Gewerbegebiet Grenzstraße“ Bauleistungen für knapp 8,2 Millionen Euro bewilligen sollen. Der entsprechende Beschlussvorschlag wurde geändert, sodass der OB in der Sommerpause nur Computer für 117.000 Euro bewilligen kann.

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