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Bücher statt im Rucksack, im Computer

Am Interim für das Freie Gymnasium Weinböhla wird gebaut - die Bausteine für den Lehrplan stehen schon.

Florian Foltin, der Gründungsdirektor des Freien Gymnasiums Weinböhla, moderierte Anfang Juni die Festveranstaltung zum ersten Spatenstich für die neue Schule in der Köhlerstraße des Erholungsortes. Die Bauarbeiten liegen im Plan, erklärt er. Nach d
Florian Foltin, der Gründungsdirektor des Freien Gymnasiums Weinböhla, moderierte Anfang Juni die Festveranstaltung zum ersten Spatenstich für die neue Schule in der Köhlerstraße des Erholungsortes. Die Bauarbeiten liegen im Plan, erklärt er. Nach d © Norbert Millauer

Wenn nach den Sommerferien mit zwei 5. Klassen an der Köhlerstraße der Unterricht beginnt, kann Gründungsdirektor Florian Foltin auf den Erfahrungsschatz des Bildungsunternehmens Rahn Education mit Sitz in Leipzig zurückgreifen. Was es Besonderes in Weinböhla geben wird, wollte die SZ von ihm wissen.

Herr Foltin, Sie haben die Aktion zum ersten Spatenstich am 3. Juni in Weinböhla moderiert. Wie war Ihr Eindruck von der Veranstaltung?

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Ich meine, und das war auch das Feedback vieler, der weit mehr als Einhundert Gäste, dass es ein toller Erfolg war. Wir wollten den Vertretern aus der Politik und vom Landkreis, aber auch den erschienenen Bürgern, zeigen, was wir vor haben, welche Schule hier entstehen soll, und ich glaube, das ist uns gut gelungen.

Wie sieht es mit den Bauarbeiten aus, liegen Sie im Plan, was wird gerade gemacht?

Strom, Wasser und Internet für das Interimsschulgebäude sind inzwischen verlegt. Auch der Weg dahin ist gepflastert. Derzeit werden die Fundamente gefertigt, damit das Interim Ende Juni aufgebaut werden kann. Der befestigte Schulhof ist aufgefüllt worden und soll kommenden Woche gepflastert werden. Der grüne Schulhof ist mit Mutterboden aufgefüllt worden.

Sie planen als Übergang eine Containerlösung. Werden die Container klimatisiert sein?

Eine Klimaanlage ist nicht vorgesehen, wir werden die Räume wie in anderen Schulgebäuden klassisch lüften. Auf dem Schulhof wird nach Bedarf eine Beschattung eingerichtet.

Wie sieht bis jetzt die Nachfrage aus. Gibt es noch freie Schulplätze am Freien Gymnasium Weinböhla für den Start nach den Sommerferien?

Am 10. Juni haben die staatlichen Gymnasien ihre Plätze vergeben. Vereinzelt mussten auch Ablehnungen ausgesprochen werden. Dadurch ist die Anfrage bei uns als neuem Angebot in der Region stark gestiegen. Wir haben jetzt noch drei freie Schulplätze zu vergeben.

Das neue Gymnasium in Weinböhla soll einen sprachlichen Schwerpunkt haben: Ab Klasse 5 wird als 1. Fremdsprache Englisch gelehrt, ab Klasse 6 kommt mit Französisch oder Spanisch die 2. Fremdsprache hinzu. Die jeweils andere Sprache kann als 3. Fremdsprache ab Klasse 8 belegt werden. Wie wird dies nachgefragt?

Obwohl wir eine kleine Schule sind, bieten wird die modernen Sprachen von Anfang an an. Wir werden kleine Lerngruppen haben, sodass wir individuell arbeiten können. Neben dem Unterricht bieten wir Sprachfahrten nach Großbritannien, Frankreich oder Spanien an. In anderen Schulen von Rahn Education werden die Sprachangebote sehr gut angenommen.

Der zweite Schwerpunkt des Freien Gymnasiums Weinböhla ist ein sportlicher. Ist das im Landkreis Meißen für ein Gymnasium ein Alleinstellungsmerkmal?

Ja. Wir haben natürlich geschaut, was die anderen Gymnasien für Schwerpunkte haben und unser Konzept für Weinböhla entwickelt. Wir werden keinen herkömmlichen Sportunterricht in der Klasse anbieten, sondern zwei Klassen übergreifend, also etwa für Schüler aus der 8. und 9. Klasse. Dabei wird es verschiedene Neigungskurse geben. In Ästhetik etwa sind Tanz, Turnen und Yoga Schwerpunkte. Wer den Neigungskurs Ballsport wählt, hat es dann beispielsweise mit Fußball und Volleyball zu tun. Diese Einteilungen motivieren die Schüler.

Auch die Musikausbildung ist an den Standorten der Rahn-Schulen ein Schwerpunkt, an einigen sind Musikschulen angeschlossen. In Leipzig haben zudem viele Schulbands. Ich habe auch für Weinböhla eine ganz tolle Musiklehrerin, die über den reinen Unterricht hinaus Angebote machen wird.

Sie legen viel Wert auf Medienbildung. Das meint einerseits den Umgang der Kinder mit den technischen Angeboten. Andererseits geht es um Kompetenz im Umgang mit Medieninhalten. Wie trainieren Sie die Schüler etwa im Umgang mit Fake-News?

Wir stellen allen Schülern ein iPad zur Verfügung. Dort ist eine Software installiert, mit der der Lehrer individuell abgestimmt Lernaufgaben erteilen kann, die die Schüler dann bearbeitet zurücksenden. Auf dem iPad sind außerdem Lehrbücher hinterlegt, sodass auch der Rucksack für die Schüler deutlich leichter wird. Wir werden die Möglichkeiten der digitalen Welt intensiv nutzen, aber auch auf die dort vorhandenen Gefahren aufmerksam machen. Es geht darum, Internetinformationen zu prüfen. Von der 5. bis zur 10. Klasse gibt es wöchentlich eine Kompetenzstunde, die die Schüler befähigen soll, sich mit Medien und Informationen selbstständig auseinanderzusetzen.

Eine absolute Besonderheit des Freien Gymnasiums Weinböhla wird das Angebot des in Sachsen leider abgeschafften Astronomie-Unterrichts ab Klasse 10 sein. Dazu wird die Schule über eine eigene Sternwarte verfügen. Wieso sind Sie auf dieses Angebot gekommen?

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Wir haben uns überlegt, wie wir als Schule noch interessanter für potenzielle Schüler werden können. Und da lag die Astronomie, von der ja eine Faszination ausgeht, nahe. Die Physiklehrer, die Astronomie heute in einigen wenigen Stunden mitbehandeln, berichten immer wieder, wie gespannt die Schüler den Unterricht verfolgen. Die Idee mit der eigenen Sternwarte geht auf die Erfahrungen in der DDR zurück, als ja einige Schulen über solche Angebote verfügten. Heute ist das nicht mehr der Fall, weil es natürlich sehr teuer ist, so etwas zu installieren und zu betreuen. Aber wir haben uns gesagt, wir machen es trotzdem, auch um ein zusätzliches naturwissenschaftliches Angebot am Gymnasium zu schaffen. Wir wollen quasi als Schule der Zukunft in den Kosmos schauen.

Die Fragen stellte Udo Lemke.

https://rahn.education

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