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Bürger haben Geld gesammelt für Brandopfer

Das Haus am Markt 11 in Radeburg soll wieder wie vorher hergerichtet werden. Der Bauantrag liegt zur Bearbeitung beim Landratsamt. Die Brandursache ist geklärt.

Von Peter Redlich
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Markt 11 in Radeburg: Noch immer sind Teile des Daches nur provisorisch gesichert.
Markt 11 in Radeburg: Noch immer sind Teile des Daches nur provisorisch gesichert. © Arvid Müller

Radeburg. Es war die aufsehenerregendste Nachricht der letzten Wochen aus Radeburg. Der Brand in dem bekannten Haus Markt 11. Noch während der Löscharbeiten hat sich die Stadtverwaltung mit Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos) um die betroffenen Bewohner gekümmert. Zum Glück konnten sich noch alle rechtzeitig in Sicherheit bringen, nachdem in der Dachgeschosswohnung das Feuer ausgebrochen war.

Es war Freitagabend, der 10. September. 22.25 Uhr schrillte bei den Feuerwehrleuten der Umgebung der Alarm. Die ersten Kameraden vor Ort waren die aus Berbisdorf. Marcus Mambk, der Radeburger Wehrleiter: „Die Kameraden konnten noch durchs Treppenhaus nach oben gelangen. Doch als sie in der obersten Etage die Tür zur Wohnung öffneten, schlugen ihnen schon die Flammen entgegen. Das Feuer hatte sich bereits vollends ausgebreitet.“

Glücklicherweise waren die Bewohner dieser Wohnung nicht zu Hause, teilt die Polizei anschließend mit. Alle anderen Mieter im Haus konnten sich noch schnell auf die Straße retten. Wenige Minuten nach der Alarmierung sind alle Ortsfeuerwehren von Radeburg am Markt. Unterstützung gibt es von den Kameraden aus Ebersbach, Ottendorf-Okrilla, Medingen, Würschnitz, Moritzburg, Weinböhla und Kleinnaundorf. Die Feuerwehrleute aus Radebeul sind mit einem zweiten Drehleiterfahrzeug angerückt.

Großeinsatz für die Feuerwehren in und um Radeburg: Im September standen hier Dachstuhl und oberste Wohnung des Hauses Markt 11 in Flammen.
Großeinsatz für die Feuerwehren in und um Radeburg: Im September standen hier Dachstuhl und oberste Wohnung des Hauses Markt 11 in Flammen. © xcitepress

Dachziegel müssen herausgerissen werden. Nicht nur die Holzbalken, auch die Dämmung, waren Nahrung für die Flammen. Gehörige Mengen Wasser werden gebraucht, um das Feuer im Dachstuhl zu ersticken. Etwa 100 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die immensen Wassermengen dringen durch die Decken und machen auch die darunter liegenden Wohnungen unbewohnbar.

Bis weit nach Mitternacht zum Sonnabend, 11. September, haben die Kameraden der Feuerwehr mit den Löscharbeiten zu tun. Immer wieder prüfen sie mit der Wärmebildkamera, wo es noch Glutnester gibt. Kurz nach 1 Uhr in der Nacht sind sie ziemlich sicher, dass das Feuer gelöscht ist, die Flammen nicht wieder ausbrechen.

Michaela Ritter sagte damals der SZ: „Fünf Wohnparteien aus dem Haus sind betroffen und das Kopierbüro Schmidt." Es sind drei Wohnungen mit einzelnen Bewohnern, ein Ehepaar und eine Familie mit zwei Kindern leben dort. Noch in der Nacht spricht Ritter mit den Leuten, fragt, wer Hilfe braucht.

Unmittelbar darauf sind die Brandermittler der Kriminalpolizei vor Ort, um festzustellen, woran es gelegen hat, dass am Abend der Brand ausbrach. Florentine Habelt ist eine der Bewohnerinnen. Sie hat inzwischen mit Aktenzeichen die Mitteilung der Polizei bekommen, dass es ein Gerätedefekt war, wodurch das Feuer entstanden ist.

Frau Habelt wohnt in der ersten Etage. Auch in ihrer Zweiraumwohnung hat das Wasser immensen Schaden angerichtet. Untergekommen ist sie bei freundlichen Vermietern in einer Ferienwohnung. "Dafür, dass das so unkompliziert möglich war, bin ich sehr dankbar", sagt sie. Auch möchte sie all jenen danken, die geholfen haben, alles für sie Notwendige mit auszuräumen. "Normalerweise plant man einen Umzug über Monate. Jetzt musste alles ganz plötzlich gehen", so Florentine Habelt.

Dank richtet sie auch an die Stadt Radeburg und die Bürger, die für die Brandopfer gespendet haben. Auf SZ-Nachfrage sagt Bürgermeisterin Michaela Ritter, dass Stand Anfang Oktober 7.010 Euro an Spenden eingegangen sind. 5,275 Euro (Stand 11. Oktober) seien bisher an die Mieter ausgezahlt worden. Den größeren Anteil der Summe soll die Familie in der Brandwohnung bekommen, weil dort fast alles vernichtet worden ist. So hatte sich die Rathausführung mit dem Stadtrat geeinigt.

Der Besitzer des Hauses Markt 11 sagt auf SZ-Nachfrage, dass er das Haus wieder so herrichten wolle, wie es vorher war. Dafür musste er Bauanträge stellen. Von Radeburgs Bauamtsleiter Mathias Kröhnert war zu erfahren, dass diese Genehmigungen beim Landratsamt bearbeitet werden.