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Dachbrand am Feiertag

Im Coswiger Ortsteil Sörnewitz wurde das Haus einer jungen Familie ein Opfer der Flammen - die Ursache ist völlig unklar.

Im Coswiger Ortsteil Sörnewitz brannte am Buß- und Bettag der Dachstuhl eines eben sanierten Hauses ab. Wehren aus Coswig, Meißen und Weinböhla löschten das Feuer.
Im Coswiger Ortsteil Sörnewitz brannte am Buß- und Bettag der Dachstuhl eines eben sanierten Hauses ab. Wehren aus Coswig, Meißen und Weinböhla löschten das Feuer. © Roland Halkasch

Coswig. Feiertag ganz anders - heißt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Coswig auf Facebook. Gemeint ist der Buß- und Bettag am Mittwoch. „Am Feiertag kam es in der Ortslage Sörnewitz zu einem verheerenden Dachstuhlbrand. Gegen 12 Uhr erhielten unsere Kameraden die Meldung Kaminbrand“, ist da zu lesen (SZ berichtete).

Weil Kaminbrände nichts Gutes bedeuteten, hätten sich die Kameraden der Coswiger Wehr in höchster Eile auf den Weg gemacht, alarmiert wurden zudem die Wehren in Weinböhla und Meißen. Als sie in Sörnewitz ankamen - es handelt sich um einen Vierseithof am Ende des Ortes, gegenüber der Bosel - schlugen schon die Flammen aus dem Dach. „Es wurden mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz in den Einsatz gebracht. Parallel arbeiteten wir von der Drehleiter Meißen aus und von unseren Teleskopmasten“, teilt die Coswiger Wehr weiter mit. Um ein ständiges Luftbild zu haben, wurde auch eine Drohne des Landkreises eingesetzt. „Gegen 15 Uhr konnten wir „Feuer aus“ melden.“

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Allerdings mussten gegen 19 Uhr der Teleskopmast und der Kommandowagen wieder zurück an den Hof an der Dresdner Straße in Sörnewitz beordert werden, weil die Brandwache noch mehrere Glutnester gefunden hatte. Gegen 22 Uhr waren die letzten Kameraden wieder zurück in der Wache und konnten zu ihren Familien nach Hause. Insgesamt waren 50 Kameraden der drei Wehren, von Rettungsdienst und Polizei am Einsatz beteiligt.

Glück im Unglück: Trotz hohen Sachschadens wurde niemand bei dem Dachstuhlbrand verletzt. Und dann schreiben die Kameraden der Coswiger Wehr noch dies: „Was uns sehr ans Herz ging, dass es sich hier um eine Familie mit kleinen Kindern handelte.“

Die Familie hat drei Kinder, das älteste ist noch nicht sechs. Vor Ort gab es die Möglichkeit, einige Worte mit den betroffenen Eltern zu wechseln. Danach habe die Mutter den Kamin anzünden wollen und da sei der Brand ausgebrochen. „Wir verstehen es auch nicht“, so der Vater. Die Familie hat gegenüber von ihrem Hof erst einmal Aufnahme gefunden. „Wir haben eine Bleibe und ein Dach über dem Kopf.“ Und wie soll es nun weitergehen? „Wir warten, dass die Ermittler die Brandursache feststellen“, erklärt der Vater. Deshalb dürfe derzeit niemand, auch sie nicht, den Hof betreten.

Das Gehöft der jungen Familie war schon in der Vergangenheit von Katastrophen betroffen. So hatten es 2002 und 2013 die Hochwasser der Elbe geholt, ein Sturm hatte das Dach des Gebäudes direkt an der Dresdner Straße abgedeckt, und nun der Brand. Auch Andreas Schorbogen, der Coswiger Wehrleiter, kann sich die Brandursache nicht erklären. „Was das betrifft, bin ich kein Fachmann, die Ermittler werden das herausfinden.“

Coswigs Oberbürgermeister Thomas Schubert erklärt, dass die Stadt eine Notunterkunft vorbereitet hatte und dass auch der Kontakt zwischen der Familie und dem Sozialamt hergestellt sei. Derzeit gebe es Überlegungen, ein Spendenkonto für die Familie einzurichten. Was Sachspenden betrifft, so habe seine Wehr beschlossen, den Schulungsraum im Brockwitzer Gerätehaus freizuräumen, so Andreas Schorbogen. Dort sollen Sachspenden gesammelt und gesichtet werden. „Für uns war es extrem schwer, zu sehen wie eine Familie knapp einen Monat vor Weihnachten ihr Hab und Gut verloren hat.“

Nun sollen Ermittler die Ursache des Brandes herausfinden, deswegen darf der Hof derzeit nicht betreten werden.
Nun sollen Ermittler die Ursache des Brandes herausfinden, deswegen darf der Hof derzeit nicht betreten werden. © Norbert Millauer

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