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Damit der Baum nicht auf die Straße fällt

Um versichert zu sein, müssen Besitzer in ihren Grundstücken regelmäßig kontrollieren.

Auch wenn Bäume viele Jahrzehnte sicher stehen, müssen sie alljährlich auf Schäden kontrolliert werden.
Auch wenn Bäume viele Jahrzehnte sicher stehen, müssen sie alljährlich auf Schäden kontrolliert werden. © Udo Lemke

Coswig/Weinböhla. Der Waldbesitzer des an einer öffentlichen Straße oder Weges liegenden Waldgrundstückes ist mit Rücksicht auf den Straßenverkehr verpflichtet, schädliche Einwirkungen auf Verkehrsteilnehmer durch umstürzende Bäume oder abbrechende Baumteile zu verhindern.“ Das schreiben Kreisstraßenbauaumt und die Untere Forstbehörde im jüngsten Amtsblatt des Landkreises.

Allerdings trifft diese Verkehrssicherungspflicht auf alle Grundstücksbesitzer zu. Sie haben dafür zu sorgen, dass von ihrem Grundstück keine Gefahr für Dritte ausgeht. „Das trifft für alle Besitzarten, unabhängig von der Besitzgröße zu.“ Ziel dieser Hinweise im Amtsblatt des Landkreises sei die Sensibilisierung der Grundstücksbesitzer, so Kreissprecherin Anja Schmiedgen-Pietsch. „Für Kontrollen können die Wintermonate gut genutzt werden.“

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Dafür besteht aktuell ein besonderer Anlass, sind doch aufgrund der Trockenheit der vergangenen zwei Jahre auch im Landkreis Meißen Tausende Kubikmeter an Totholz durch Borkenkäferbefall angefallen, „was ein hohes Gefährdungspotenzial, gerade entlang der Straßen und Wege, darstellt“, schreiben die Fachämter. Deshalb solle zügig gehandelt werden, um die bestehenden Gefahren umgehend zu beseitigen. Dabei helfen die zuständigen Revierförster, die festgestellte Schäden unverzüglich an die Waldbesitzer weitermelden.

Allerdings sind die Grundstückbesitzer selbst zuerst verpflichtet, systematische Sichtkontrollen ihres Baumbestandes vorzunehmen. „In Fällen, in denen der Waldbesitzer die erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenbeseitigung im öffentlichen Verkehrsraum nicht ergreift, kann die Gemeinde als zuständige Ortspolizeibehörde mit kurzer Fristsetzung anordnen, die eingetretene Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu beseitigen.“

Und wie haben diese Kontrollen auszusehen? Sie umfassen die Sichtkontrolle des Baumbestandes in einer Tiefe von mindestens einer Baumlänge neben dem gefährdeten Objekt. „Insbesondere ist dabei auf Schäden zu achten, die die Stabilität des Baumes beeinträchtigen, wie zum Beispiel Pilzbefall, Risse, Schiefstellung, Absterbeerscheinungen und Faulstellen.“

Die Kontrollen sollten halbjährlich, also im Frühjahr nach dem Blattaustrieb und im unbelaubten Zustand im Herbst erfolgen. Für die Grundstücksbesitzer ist es wichtig, dass die durchgeführten Kontrollen und Pflegemaßnahmen „schriftlich dokumentiert werden, um im Falle eines Rechtsstreites einen Nachweis zu haben“.


Aktuell liegen keine Versicherungsfälle vor, erklärt Kreissprecherin Anja Schmiedgen-Pietsch. Das trifft auch auf die Gemeinde Weinböhla und die Stadt Coswig zu, wie SZ-Nachfragen ergaben. In beiden Kommunen sind derzeit auch keine Fälle bekannt, bei denen Grundstücksbesitzer ihren Pflichten nicht nachkommen.

Wo können sich Grundstücksbesitzer zur Kontrolle gefährlicher Bäume Hilfe holen, etwa aus Altersgründen oder wenn ihnen die erforderliche Technik nicht zur Verfügung steht? „Fachliche Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung von Bäumen können sich private Waldbesitzer beim zuständigen Revierförster oder Forstfachbetrieben holen, so Ulrike Tranberg, die Sprecherin der Stadt Coswig. Und Alexandra Prüfer erklärt für die Gemeinde Weinböhla: „Bürger, die sich mit entsprechenden Anliegen an uns wenden, erhalten Kontaktdaten zu bekannten Fachfirmen. Die Gemeinde selbst, also der Bauhof, führt auf Privatgrundstücken keine Arbeiten aus.“

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