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Das Elbgaubad wird für das große Jubiläum herausgeputzt

Die Badesaison beginnt im Mai und das Weinböhlaer Bad wird 100 Jahre. Vorher wird das Areal noch hübsch gemacht. Auch die Feuerwehr hat geholfen.

Bis diese Zahlen wieder angeschrieben werden können, werden mindestens zwei bis drei Monate vergehen. Die Saison 2021 wird eine ganz besondere.
Bis diese Zahlen wieder angeschrieben werden können, werden mindestens zwei bis drei Monate vergehen. Die Saison 2021 wird eine ganz besondere. © Arvid Müller

Von Julian Wolf

Weinböhla. Markant ist sie, verbindet die Stadt Coswig mit der Gemeinde Weinböhla und wird von einigen Bürgerinnen und Bürgern als „das absolute Einkaufsparadies“ bezeichnet. Eine Gärtnerei, ein Baumarkt, Kosmetikstudios und Friseure, Cafés, Bäcker und Fleischereien, eine Tankstelle, vier Supermärkte, ein Getränkehandel, Buchläden, Einrichtungsgeschäfte sowie eine Bar, den Zentralgasthof und ein Restaurant finden sich entlang der Dresdner Straße. Doch die vielleicht bekannteste Einrichtung auf der Weinböhlaer Seite ist und bleibt für viele das Elbgaubad.

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Meist schauen die Fahrgäste im Sommer schon aus den Fenstern des einfahrenden Zuges oder des eigenen Autos, nur um zu sehen, wie viel gerade im liebevoll „Elbi“ genannten Freibad los ist. Bis heute ist das Bad eine feste Anlaufstelle für die Weinböhlaer und Mitbürger der angrenzenden Gemeinden und Dörfer. Gleichermaßen bei Kindern und Erwachsenen. Trotz der weiterhin anhaltenden Coronavirus-Pandemie, lockte die Badeanstalt im vergangenen Jahr 4.924 Besucher an - etwas mehr als in der Saison 2019 mit 4.767 Badegästen.

Nein zu Bauabsicht für Supermarkt

„Wenn wir als Kinder von der Schule kamen, haben wir den Ranzen in die Ecke geschmissen und sind ab ins Elbgaubad“, erinnerte sich der langjährige Schwimmmeister Peter Fröbel im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung 2011. Auch die Gemeinde steht voll und ganz hinter ihrer Freiluftoase, lehnte Erwerbs- und Bebauungspläne einer Supermarktkette für das Areal des Schwimmbades ab. Schnell wird klar, das Bad ist wahrlich eine charakteristische Einrichtung im Dorf, wie beispielsweise die Türme oder die Denkmäler. Glücklicherweise ist auch dessen Geschichte ebenso gut dokumentiert.

Die ersten Ideen zur Errichtung des offenen Schwimmbades reichen bis in das Jahr 1908 zurück. Elf Jahre später wurde dann der Baubeschluss durch den damaligen Gemeinderat gefasst. Der Bau begann im Jahr 1920. Nach neun Monaten öffnete das Elbgaubad am 22. Mai 1921 feierlich. 1929 wurde das Badegelände vergrößert. Damit zählte das Elbgaubad zum größten Naturbad des Meißner Bezirks. Zahlreiche Erweiterungen und Sanierungen folgten über die Jahre. In den 1950er Jahren wurde die Westseite ummauert, ein drei Meter hoher Strahlsprungturm am Beckenrand platziert und die 50-Meter-Bahnen wurden ausgebaut. 30 Jahre später bekamen die Grünflächen eine Frischekur.

Vor elf Jahren fand die vorerst letzte umfassende Baumaßnahme mit Kosten von 300.000 Euro statt. Der Nichtschwimmer-Bereich wurde komplett saniert, eine neue Betonwand eingezogen, die Einfassung neu gepflastert, neue Treppen und Haltestangen aus Edelstahl angebracht, knapp 800 Quadratmeter Rasen erneuert sowie neue Bäume und Sträucher gepflanzt.

Jetzt, im Frühjahr, benötigt das inzwischen großgewordene und modernisierte Kleinod an der Dresdner Straße viel Zuneigung und Pflege. Im Mai beginnt in diesem Jahr nicht nur die Badesaison, sondern auch der einhundertste Geburtstag steht vor der Tür. Dann soll alles schön aussehen und sauber sein.

Grundwasser abgepumpt

Das Elbgaubad in Weinböhla: Bis zum Sommer gibt es noch einiges zu tun. Nach dem Grünschnitt, der Beckenpflege und dem Auffüllen, soll das Bad ab Mai zu Erholung und Freiluftsport einladen.
Das Elbgaubad in Weinböhla: Bis zum Sommer gibt es noch einiges zu tun. Nach dem Grünschnitt, der Beckenpflege und dem Auffüllen, soll das Bad ab Mai zu Erholung und Freiluftsport einladen. © Norbert Millauer

Bereits Anfang März unterstützte die Freiwillige Feuerwehr Weinböhla den Frühjahrsputz im Elbgaubad. Das Grundwasser im Schwimmbecken wurde durch die Helfer abgepumpt. Erst, wenn das ganze Becken leer ist, kann die ausgiebige Reinigung der Wände und des Bodens erfolgen. Insgesamt pumpten die Einsatzkräfte eintausend Kubikmeter Wasser ab; Algen und Blätter konnten entfernt werden.

Jetzt werden vor allem noch Grünschnittarbeiten auf dem Programm stehen. Noch sieht man einige abgeschnittene Äste und Holzstämme von der Straße aus herumliegen. Diese werden noch weggeräumt. Auch das Laub muss zusammengefegt und aufgesammelt, die Beete vom Unkraut befreit werden.

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Die Spielgeräte wie beispielsweise Schaukeln oder das Wasserspiel, die besonders bei den Kleinen beliebt sind, müssen wieder montiert werden und auch das Netz am Strandvolleyball-Platz hängt noch nicht. Noch immer ist Beachvolleyball beliebt. Aufgrund der coronabedingten Schließung der Nassauhalle, wurde das Spielfeld verstärkt durch Vereine, aber auch Freizeitmannschaften, Kameraden der Feuerwehr sowie der Mannschaft der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde genutzt. Die Vorfreude bei den Bürgerinnen und Bürgern, sich im Sommer wieder auspowern zu können, ist groß, und falls es die Corona-Pandemie zulässt, wird das 100-Jährige sicher auch gefeiert.

Info: Bei trockenem Wetter und mehr als 20 Grad Celsius Lufttemperatur öffnet das Elbgaubad zwischen Mai und Juni von 13 bis 19 Uhr, ab Juli bis Saisonende ist das Freibad zwischen 10 und 19 Uhr geöffnet.

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