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Die Börse rüstet gegen Viren auf

Das Veranstaltungshaus will ein Bundesprogramm zum Einbau von UV-Filtern nutzen - was der Herbst bringt, ist ungewiss.

Der Chef der Coswiger Börse, Thomas Kretschmer, steht an einem Klimaumluftgerät im großen Saal des Veranstaltungshauses auf der Leiter, welches mit einem UV-Filter zur Virenabtötung ausgerüstet werden soll. Auch soll im Saal mittels moderner Technik
Der Chef der Coswiger Börse, Thomas Kretschmer, steht an einem Klimaumluftgerät im großen Saal des Veranstaltungshauses auf der Leiter, welches mit einem UV-Filter zur Virenabtötung ausgerüstet werden soll. Auch soll im Saal mittels moderner Technik © Norbert Millauer

Herr Kretschmer, wie läuft denn der Coswiger Kultursommer, sind Sie zufrieden?

Der Coswiger Kultursommer läuft ganz gut, bis zur Halbzeit Mitte August hatten wir circa 1.800 Besucher bei 15 Veranstaltungen. Dann gab es vorletzte Woche das Festwochenende, wobei ja zwei Veranstaltungen aufgrund des Wetters in der Börse stattfinden mussten. Das ganze Wochenende kamen etwa 2.000 Besucher, was zwar nicht schlecht ist, aber eben auch nicht so toll ist, wie in Zeiten vor Corona.

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Nach dem Sommer steht nun der Herbst bevor. Was erwarten Sie für die Börse, die Villa Teresa, das Museum Karrasburg und die Bibliothek?

Was den Herbst betrifft, so habe ich auch keine Glaskugel. Aber, wenn wir aufgrund von Corona-Einschränkungen wie im vergangenen Jahr nur 150 bis 200 Leute in den großen Saal der Börse, der eigentlich 650 Gäste fasst, lassen können, dann rechnet sich das nicht. Für unsere Branche, die Kultur- und Veranstaltungshäuser, könnte noch ein heißer Tanz bevorstehen. Wenn jetzt eine Firma eine Veranstaltung mit 200 Plätzen machen möchte, geht das, aber was im Herbst ist, weiß niemand. Entsprechend schwer ist es, zu planen und Gäste zu binden.

Ab einem gewissen Infektionsgeschehen soll es Testpflichten und beschränkten Zugang zu bestimmten Bereichen für Ungeimpfte geben. Welche Auswirkungen könnten diese neuen Corona-Regeln für Sie haben?

Schon dass ab dem 11. Oktober die kostenlosen Schnelltests wegfallen sollen und von da an aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, werden wir zu spüren bekommen. Denn wenn dafür bezahlt werden muss, wird denjenigen, die dies tun müssen, weniger Geld in der Haushaltskasse zur Verfügung stehen. Sie werden sich überlegen, ob sie dann Karten für Kabarett oder Konzert kaufen oder das Geld für andere Dinge ausgeben werden. Sollte die 2-G-Regel kommen und auf unsere Branche angewendet werden, würde das zusätzlich Publikum kosten. Denn dann dürften nur noch Geimpfte und Genesene eingelassen werden, Ungeimpfte nicht mehr.

Was tun Sie, um Ihre Häuser gegen mögliche Einschränkungen zu wappnen?

Wir haben sowohl für die Börse und die Villa Teresa als auch für das Museum und die Bibliothek vom Gesundheitsamt abgenommene Hygienekonzepte. Darüber hinaus haben wir uns bei einem Programm des Bundes zur Um- und Aufrüstung der Lüftungs- und Klimaanlagen beworben. Dabei wird eine Technologie gefördert, mittels der in den Anlagen durch UV-Filter Viren abgetötet werden, sodass die Chance auf nahezu virenfreie Raumluft besteht. Wir haben 150.000 Euro beantragt und die Stadt hat den nötigen Eigenanteil von 20 Prozent ebenfalls schon zugesagt. Wir hoffen auf einen Bewilligungsbescheid des Bundes bis Ende September. Dann haben wir ein Jahr Zeit, den Umbau durchzuführen. Ich glaube, dass insbesondere die Börse als großes Veranstaltungshaus und auch die Villa Teresa als Kammermusikzentrum davon sehr profitieren könnten. Allerdings gibt es dabei ein Problem - das ist nicht so sehr das nötige Geld, sondern das ist die Schwierigkeit, dass die Firmen auch nur bedingt Personal zur Verfügung haben, das uns die Anlagen umrüstet. Und von den notwendigen Materialien für die neuen Lüftungselemente will ich gar nicht anfangen zu reden.

Bei allen Unwägbarkeiten, was die Zukunft betrifft, haben Sie doch auch eine Gewissheit: Sie haben in der Villa Teresa den Original-Flügel des Pianisten und Komponisten Eugen d’Albert, der die Villa ja einmal bewohnt hat. Wie ist das restaurierte Instrument bei den Sommerkonzerten angekommen?

Nicht nur die Freunde der Kammermusik sind begeistert von diesem Flügel, sondern auch die Künstler. Inzwischen fragen viele Pianisten an, ob sie das Instrument einmal spielen können. Es steht jetzt schon fest, dass es ein Gewinn für die Villa sein wird.

Die Fragen stellte Udo Lemke.

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