merken
PLUS Radebeul

Die letzte Ruine von Altkö wird saniert

Fünf der sechs Wohnhäuser zwischen Uferstraße und Kötitzer Straße stehen. Im Altbau kämpfen die Handwerker mit maroden Balken und Mauern.

Der Neubau lehnt sich an die ehemalige Ruine an der Kötitzer Straße an. Beide stützen sich gegenseitig.
Der Neubau lehnt sich an die ehemalige Ruine an der Kötitzer Straße an. Beide stützen sich gegenseitig. © Norbert Millauer

Radebeul. Es ist die wahrscheinlich schwierigste Aufgabe innerhalb des Bauvorhabens Korbmacherhöfe. Im Dreieck zwischen Kötitzer Straße und Uferstraße errichtet Bauherr Christoph Dross fünf neue Häuser. Das sechste war eine Ruine und steht unter Denkmalschutz. Die letzte Ruine von Altkötzschenbroda.

Eigentlich hatte der Besitzer des Areals schon die Abrissgenehmigung für das marode Gebäude an der Kötitzer Straße. Doch nach fünf Jahren verliert so ein Papier seine Gültigkeit. So kam es, dass Dross die Auflage bekam, das Haus zu erhalten.

Anzeige
Die HOLDER-Werkzeugwelt sucht Verkäufer
Die HOLDER-Werkzeugwelt sucht Verkäufer

Werde jetzt Teil unseres Verkaufsteams und stehe für alle in unserem Fachcenter anfallenden Fragen beratend zur Seite.

Während sich die anderen Gebäude schon in frischen Farben zeigen, die Fenster drin sind, Balkone dran und der Innenausbau in den letzten Zügen vorangeht, haben die Handwerker im alten Haus noch richtig was zu tun. Gerade sind die Dachdecker obendrauf. Die Latten und Ziegel sind neu. Auch ein großer Teil der tragenden Balken musste ersetzt, verstärkt oder abgestützt werden.

Tamas Schwarcz und seine Mitarbeiter sind hier für Roh- und Innenausbau zuständig. Die Handwerker aus Dippoldiswalde haben sich auf solche Altbausanierungen spezialisiert. „Da machst du eine Wand auf und entdeckst immer wieder was Neues, was mitunter nicht so funktioniert, wie sich das der Architekt gedacht hat“, spricht der Fachmann zu Überraschungen am Bau.

Im Innern der Ruine ist der Putz dran. Balken mussten ersetzt werden.
Im Innern der Ruine ist der Putz dran. Balken mussten ersetzt werden. © Norbert Millauer

Zum Beispiel die westliche Gebäudewand. Hier ist das Haus zwar im doppelten Ziegel hochgezogen worden. Doch über die Jahrzehnte wurde der Mörtel porös, ist nicht mehr stabil genug. „Die Wand haben wir an mehreren Stellen, vor allem im Giebel, neu hochmauern müssen“, sagt Schwarcz. Das frisst zusätzliche Zeit und kostet auch mehr. Mit der Wand auf der anderen Seite der Ruine gab es weniger Probleme. An die schließt sich gleich der Neubau an. Beide Gebäude stützen sich gegenseitig.

Das Treppenhaus war vorher schmaler. Jetzt hat es breitere Treppen. Den Aufstieg zum Boden gibt es nicht mehr. Dafür hat der Zimmermann nur noch eine Dachluke für den Schornsteinfeger vorgesehen. Die ehemaligen Trockenklos im Treppenhaus bleiben als Abstellräume für die Mieter.

Es ist schon zu erkennen, dass die Wohnung im obersten Geschoss wahrscheinlich die schönste innerhalb der Korbmacherhöfe werden wird. Gezogen über die gesamte Etage, mit großen Fenstern im Dach. Fußbodenheizung gibt es sowieso in allen Räumen. Großzügig über 108 Quadratmeter werden hier Wohnflächen entstehen.

Kabel hängen aus der Decke. Helle und dunkle Balken zeigen an, wo die Statik nachgebessert werden musste. An vielen Wänden ist bereits der Putz. Nach dem Verlegen der Leitungen in den Fußböden kommt noch der Estrich drauf. Trockenbau wird folgen. Wenn Tamas Schwarcz und seine Leute durch sind, fehlen im Prinzip nur noch die Malerarbeiten. Wahrscheinlich wird das zum Jahresende so weit sein. Die ehemalige Ruine ist der aufwendigste Bauabschnitt.

So soll es im nächsten Jahr auf dem Dreieck zwischen Uferstraße und Kötitzer Straße aussehen.
So soll es im nächsten Jahr auf dem Dreieck zwischen Uferstraße und Kötitzer Straße aussehen. © Animation: Dross

Insgesamt entstehen auf dem Areal 35 Wohnungen mit zusammen 3.000 Quadratmetern Wohnfläche. Dieser Tage werden bereits die ersten Wohnungen in den drei westlichen Häusern bezogen. Die weiteren an der östlichen Uferstraße und Kötitzer Straße sollen einen Monat später folgen. Das alte Haus werde ab 1. Januar 2021 bezugsbereit sein, hatte Bauherr Dross zum Richtfest im Juli verkündet. Ob das zu schaffen ist, lässt sich bislang schwer absehen, ist aber noch immer das Ziel.

Die Wohnungen der Korbmacherhöfe haben Größen zwischen 48 und 60 Quadratmetern und zwischen 68 und 93 Quadratmetern. Die größte werde 125 Quadratmeter umfassen. Alle Größenangaben sind mit Terrasse oder Balkon gerechnet. Fast jede Wohnung soll einen, manche werden sogar zwei Balkone haben.

Für die neuen Mieter sollen 35 neue Abstellplätze eingerichtet werden. Der Boden in der neuen Tiefgarage ist gepflastert, damit im Hochwasserfall das Wasser wieder ablaufen und für den Boden kein Auftrieb entstehen kann. Die Zufahrt wird gerade gegossen.

Für Fahrräder sind 70 Abstellplätze vorgesehen. An der Kötitzer Straße sind noch fünf Besucherparkplätze geplant. Die Garage wird mit der bestehenden unter den westlich gelegenen Nachbarhäusern verbunden und die Ein- und Ausfahrt von der Uferstraße per Ampel geregelt.

Die Arbeiten für die Außenanlagen wurden vergeben. Im Spätherbst soll alles so weit hergestellt sein, dass die Pflanzen dann im Frühjahr wachsen können. Zwischen den Häusern wird ein grüner Hof mit Wiese, Wegen und Bäumen angelegt. Zu den Außenanlagen gehört auch der Spielplatz auf der östlichen Spitze des Areals.

Die Grafik von Markus Retzlaff zeigt, wie die Ruine noch voriges Jahr ausgesehen hat.
Die Grafik von Markus Retzlaff zeigt, wie die Ruine noch voriges Jahr ausgesehen hat. © Peter Redlich

Korbmacherhöfe nennt Christoph Dross das kleine Wohnviertel, weil hier vor langer Zeit mal Handwerker ansässig waren, die Körbe aus Weidenzweigen geflochten haben.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Radebeul