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Elbe mit der Ruhe vor dem Hochwasser?

Die schnelle Schneeschmelze beunruhigt viele, die an der Elbe wohnen und arbeiten. Was in den nächsten Tagen am Fluss passieren kann.

Noch alles im grünen Bereich bei der Fähre in Kötitz. Bei einem Pegelstand noch unter drei Metern kann das Schiff gut übersetzen.
Noch alles im grünen Bereich bei der Fähre in Kötitz. Bei einem Pegelstand noch unter drei Metern kann das Schiff gut übersetzen. © Norbert Millauer

Radebeul/Meißen/Riesa. Ein friedlicher Fluss ist die Elbe derzeit. Doch die Ruhe trügt. Am Mittwoch hatte die Elbe übliche Winterwerte, die zu dem üblichen Abfluss aus den benachbarten Tälern passen. Reichlich 2,70 Meter zeigte der Pegel Dresden an, der auch für Radebeul gilt. In Meißen hat der Fluss einen Pegel von gut 3,30 Meter, in Riesa um die 3,40 Meter.

Die Fähren können übersetzen, die Anleger müssen kräftig befestigt sein. Derzeit fließen fast 500 Kubikmeter Wasser in der Sekunde flussabwärts. Aber, die Schneeschmelze wird sich beschleunigen. Am Wochenende sind im Tal zweistellige Plusgrade zu erwarten. Für Meißen sagt der Wetterbericht 14 Grad am Sonnabend voraus. Die großen Schneemengen, welche als Wasser in die Elbe transportiert werden, liegen allerdings nicht in den Tälern der Triebisch und der Weißeritz mit aktuellen Wasserständen von 70 Zentimetern und 1,37 Meter und Zuflussmengen von zwei und 7,5 Kubikmetern Wasser je Sekunde in die Elbe. „Das sind Mengen, die nicht ins Gewicht fallen“, heißt es von Eckehard Bielitz von der Landestalsperrenverwaltung.

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Maßgebend, ob wir Hochwasser bekommen oder nicht, ist die Schmelzgeschwindigkeit in den tschechischen Mittelgebirgen mit den Zuflüssen Eger und Moldau. Diese kann vor allem durch zusätzlichen Regen beschleunigt werden.

Aktuell ist in Böhmen die Farbe noch auf Grün. Die Pegel steigen derzeit nur ganz leicht an. Das liegt daran, dass im Gebirge noch immer die Temperaturen um die null Grad pendeln. Für Spindler Mühle sind tagsüber zwei Grad plus, nachts aber noch immer leichte Minusgrade vorausgesagt - auch am Wochenende. Das verlangsamt die Schmelze, sagt Bielitz.

Dementsprechend fließen derzeit in der Elbe bei Usti zwischen 430 und 440 Kubikmeter Wasser ab. Das entspricht etwa einem Zehntel des höchsten Hochwasserstandes von 2013 (4.700 Kubikmeter).

Aus dem Landeshochwasserzentrum heißt es, dass derzeit nicht von einem flächendeckenden Hochwasser in Sachsen ausgegangen wird. In den Flüssen und Bächen, die in den tiefen und mittleren Höhenlagen entspringen, werden die Wasserstände zuerst auf die Schneeschmelze reagieren. Das betrifft unter anderem die Nebenflüsse der Mittleren Elbe. Hier kann es vor allem in kleineren Flüssen zu Ausuferungen kommen. Vereinzelt kann die unterste Alarmstufe 1 überschritten werden, so Karin Bernhardt, Pressesprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Aufgrund der aktuellen Wettervorhersagen sei davon auszugehen, dass der Schnee langsam abtaut, teilweise im Boden versickert und auch verdunstet.

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Wie sich die Wasserstände an den sächsischen Elbepegeln entwickeln werden, könne frühestens am Wochenende eingeschätzt werden. Im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe liegt zwar viel Schnee, aber der Wasservorrat in der Schneedecke ist aktuell deutlich geringer als zum Beispiel im schneereichen März 2006 mit damals etwa 90 Millimeter Wasservorrat in der Schneedecke. Heute liegt der Wassergehalt im Schnee bei 25 Millimetern. Das entspricht 25 Litern Regenwasser auf dem Quadratmeter, wie es bei einem kräftigen Tagesregen üblich ist.

Außerdem sei in den Talsperren und Rückhaltebecken derzeit noch viel Platz für Schmelzwasser, sie hätten teils noch nicht mal den üblichen Füllstand erreicht, so der Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung, Heinz Gräfe.

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