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Elbepegel klettert Richtung Alarmstufe 1

Bis zum Wochenende gibt es Tauwetter. Entscheidend für Hochwasser ist die Situation hinter der Grenze zu Böhmen.

Am Dampferanleger in Radebeul-Kötzschenbroda ist schon mal „Land unter“.
Am Dampferanleger in Radebeul-Kötzschenbroda ist schon mal „Land unter“. © Norbert Millauer

Radebeul/Meißen/Riesa. Radebeul und Dresden sind noch knapp unter dem Drei-Meter-Pegel. In Meißen und Riesa sind es 3,16 Meter und um die 3,40 Meter. Die Elbe steigt in den letzten Tagen stetig. Auch aus den Nebenflüssen und Bächen kommt täglich mehr Wasser in Sachsens Hauptfluss.

Wer am Ufer entlanggeht, sieht, was mittlerweile alles vom Wasser umspült wird. Noch sind die Elbwiesen in Radebeul, Riesa und auch die Uferparkplätze in Meißen weitgehend frei. Auf dem Elberadweg zwischen Radebeul und Meißen waren am Mittwochvormittag zahlreiche Spaziergänger unterwegs, um die ansteigende Elbe zu beobachten. Unterhalb von Skopis Biergarten präsentierte sich die neue Elblache gut gefüllt. Einige Angler versuchten ihr Glück. Unterbrochen wurde der Elberadweg in Meißen rechtselbisch unterhalb der Altstadtbrücke. Dies ist allerdings regelmäßig bei höheren Wasserständen der Fall.

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In den letzten fünf Tagen hat der Elbepegel von 1,73 Meter mindestens einen Meter, zumeist aber mehr zugelegt. Am Dienstag waren es in Radebeul noch knapp 2,50 Meter, jetzt geht es weiter nach oben. Die Dampferanlegestelle ist inzwischen von Wasser komplett umflossen.

Frühwarnung für 24 Stunden voraus

In Meißen ist die Situation ähnlich. Hier hat sich der Pegel von reichlich zwei Metern um etwa einen Meter erhöht - Stand Dienstag sind es 3,19 Meter, am Mittwochabend schon 20 Zentimeter mehr. Ebenso groß ist die Veränderung in Riesa. Hier ist der Elbepegel von 2,40 letzten Sonntag auf 3,42 Meter (Mittwochmittag) gestiegen.

Zugenommen haben auch die Pegel an Nebenflüssen und Bächen - etwa an der Weißeritz zwischen Dresden und Radebeul. An der Döllnitz bei Riesa und der Triebisch in Meißen. Dort sind die letzten Höchststände schon am Wochenende erreicht worden. Jetzt ist an diesen Zuflüssen der Wasserstand zumeist gleichbleibend. Was allerdings auch abhängig vom Niederschlag ist.

Noch sind das alles typische Zunahmen, wie es sie im Winter geben kann, sagt Eckehard Bielitz von der Landestalsperrenverwaltung. Für den Pegel Dresden liegt die erste Alarmstufe bei einem Wasserstand von vier Metern. Das sei noch nicht erreicht.

Deutlich voller als sonst war die Elbe am Mittwochvormittag auch in Riesa an der Mündung der Jahna, im Hintergrund das Muskator-Gelände.
Deutlich voller als sonst war die Elbe am Mittwochvormittag auch in Riesa an der Mündung der Jahna, im Hintergrund das Muskator-Gelände. © Klaus D.Bruehl

Allerdings sagt der Experte von der Landestalsperrenverwaltung am Mittwoch auch, dass der Anstieg eben noch nicht gestoppt ist. Eckehard Bielitz: „Es sieht noch nicht nach einem richtigen Hochwasser bei uns aus. Entscheidend wird die Tauperiode sein.“ Sie endet im Erzgebirge höchstwahrscheinlich schon Freitag.

Hochwasserwarnungen für ganz Sachsen, nicht nur für die Elbe, werden vom Landeshochwasserzentrum herausgegeben. Die Frühwarnung bietet eine ungefähre Abschätzung der zu erwartenden Hochwassergefährdung für bis zu 24 Stunden im Voraus, heißt es von dort. Lokale Hochwasser können sich sehr rasch infolge von Starkregen entwickeln und sind sehr schwer hinsichtlich Ort und Eintrittszeit vorhersagbar. Immerhin heißt es dort zu den Flüssen Weiße Elster und Mulde: „In Abhängigkeit der Stärke des weiteren Abtauprozesses ab Mittwoch wird die Wasserführung wieder ansteigen. Dabei ist an einzelnen Hochwassermeldepegeln ein Anstieg bis in den Bereich der Alarmstufe 1 nicht auszuschließen.“

Entscheidend für die Elbe sind vor allem die Zuflüsse aus dem böhmischen Hochland. Dort liegt derzeit Schnee von mindestens einem halben Meter. Steigen die Temperaturen plötzlich stark an und kommt länger anhaltender Regen dazu, dann werden sehr schnell große Wassermengen Richtung Elbe transportiert. Bielitz achtet dabei besonders auf die Durchflussmengen. Die liegen aktuell bei der Elbe noch unter 500 Kubikmetern Wasser pro Sekunde. Die Spitzenwerte bei den Extremhochwassern 2002 und 2013 waren etwa neunmal so hoch.

Tschechen füllen ihre Talsperren

Aktuell halten die Wasserregulierer in Tschechien noch das meiste zurück und füllen ihre Talsperren auf. Hinter der Grenze ist der Anstieg derzeit sogar wieder leicht gebremst. In den letzten zwei Tagen ist hier die Labe (Elbe) um etwa fünf Zentimeter - von 4,31 Meter auf 4,26 Meter gesunken. Auch die Nebenflüsse wie die Moldau und andere stagnieren in der Wasserführung derzeit auf mittlerem Niveau. Kurze Spitzen hängen vom Wetterverlauf ab.

Eckehard Bielitz: „Die kurzzeitig tagsüber auftretenden Plusgrade bringen da auch nur ein kurzzeitiges Ansteigen der Pegel. Die Nachttemperaturen bleiben in Tschechien voraussichtlich im Minus, womit auch der Schnee kaum schmilzt.“ Selbst im Elbland zwischen Radebeul, Meißen und Riesa sind in der nächsten Woche wieder Minusgrade vorausgesagt.

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Von Vorteil sei, dass die Böden vor dem Schneefall nicht gefroren waren. Sie nehmen derzeit viel Wasser auf, was dem Grundwasserhaushalt insgesamt zugute komme. „Vielleicht gib es kleinere Ausuferungen lokal und mal eine erste Alarmstufe. Aber maximal für kurze Zeit“, sagt Eckehard Bielitz, Leiter des Fachbereichs Wasserwirtschaft in der Landestalsperrenverwaltung.

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