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Endlich machen, wofür wir da sind

Jetzt geht’s los: Die Börse und die Villa Teresa in Coswig starten mithilfe von Bundesgeldern in den Kultursommer.

Die Chefin der Villa Teresa Christiane Böttger und Thomas Kretschmer, der Chef der Börse und der Coswiger Kulturgesellschaft, räumen schon mal symbolisch die Stühle raus - bis in den September soll es viel Kultur unter freiem Himmel geben.
Die Chefin der Villa Teresa Christiane Böttger und Thomas Kretschmer, der Chef der Börse und der Coswiger Kulturgesellschaft, räumen schon mal symbolisch die Stühle raus - bis in den September soll es viel Kultur unter freiem Himmel geben. © Norbert Millauer

Coswig. Das Gespräch findet unter schattigen Bäumen im schönen Park der Villa Teresa im Coswiger Ortsteil Kötitz statt. Und die Situation wird charakteristisch sein für den Kultursommer, den die Börse und die Villa Teresa nun anbieten: „Wir wollen viel draußen machen und dazu noch viele andere ins Boot holen, um zu zeigen - das ist unser Coswig“, sagt Christiane Böttger, die Leiterin der Villa Teresa, des mittlerweile auch überregional bekannten Zentrums für Kammermusik und Literatur.

Geplant hat ihn die Coswiger Kulturbetriebsgesellschaft Meißner Land mbH, zu der neben der Villa auch die Bibliothek, das Museum Karrasburg und die Börse gehören. Statt nach Monaten der erzwungenen Schließung mit der traditionellen Sommerpause weiter zu machen, wurde die Hilfe des Bundes für einen Kultursommer angenommen, erklärt Geschäftsführer Thomas Kretschmer. Die Bundeskulturstiftung hat dem Landkreis Meißen 336.000 Euro für die Aktion zur Verfügung gestellt, und außer Coswig nehmen noch Meißen, Radebeul und Riesa daran teil. „Das kam sehr kurzfristig, aber wir sind froh, dass wir noch auf den Zug aufspringen konnten.“

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Lesungen, Konzerte und Erlebniswanderung geplant

Nachdem ein Veranstaltungsprogramm für Coswig vorgelegt worden war, wurden 33.500 Euro vom Bund bewilligt, die Stadt zahlt einen Eigenanteil von 10.000 Euro. „Das sollte der OB unterschreiben, und er hat’s gemacht.“ Und was soll nun mit dem Geld bezahlt werden? Es handele sich um eine Fehlbedarfsfinanzierung, so Christiane Böttger. Veranstaltungen, die sich nicht rechneten, sollten so finanziert werden.

Das Angebot des Kultursommers vom 20. Juni bis zum 30. September reicht vom Kammerkonzert mit dem Violinisten und Chef der Dresdner Musikfestspiele, Kai Vogler über eine Lesung von Barbara Schnitzler mit Texten von Thomas Mann bis hin zum Sommer-Bilderbuchkino im Großen Saal der Börse oder dem Auftritt des Zwingertrios auf der Festwiese, wo auch die Band City erwartet wird und eine Megaparty für junge Leute starten soll. Es gibt aber auch völlig neue Angebote wie Erlebniswanderungen im Coswiger Stadtgebiet, Naturwanderungen oder ein Lesepicknick im Bürgerpark.

Da es immer noch Einschränkungen gibt oder wieder geben könnte, „hoffen wir, dass sich das Publikum auf kurzfristige Planungen einlässt“, so Christiane Böttger. Und Thomas Kretschmer hofft, dass das angebotene Bonussystem angenommen wird. Wer seine Karten zehn Tage vor Veranstaltungsbeginn kauft, bekommt einen Rabatt eingeräumt. „Das macht alles für uns planbarer.“

Sommerfest startet mit Verzögerung

Und dann versichert der Kulturchef: „Wenn etwas ausfällt, bekommen die Leute ihr Geld zu 100 Prozent zurück.“ Diese Zusicherung kann er machen, weil alle Veranstaltungen von der Kulturbetriebsgesellschaft verantwortet werden, es gibt also keine fremden Veranstalter, die sich einmieten.

Das detaillierte Programm soll ab Montag, dem 14. Juni, elektronisch vorliegen bzw. in den Druck gehen. Los geht es am Sonntag, dem 20. Juni, mit dem Sommerfest im Park der Villa Teresa. Das war eigentlich schon für diesen Sonnabend, den 13. Juni, geplant, wurde aber nach hinten verschoben, um so wenig wie möglich Einschränkungen durch Corona-Verordnungen zu haben. Von 14 bis 19 Uhr startet die Auftaktveranstaltung zum Kultursommer mit der Band Himmelsmaler, es folgt der Gitarrist Frank Fröhlich und danach The Cashbags. Für Speis und Trank ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Und was sagen die Kulturmacher zum erneuten Aufbruch in eine Zeit mit Kultur? Thomas Kretschmer: „Jetzt dürfen wir endlich das machen, wofür für wir da sind.“ Und Christiane Böttger ergänzt: „Es explodiert gerade, irgendwann hat man keine Lust mehr auf Schreibtischarbeit, man will an den Leuten dran sein, Ideen entwickeln, kreativ sein.“

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