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Fahrradkette richtet Sachsen-Zentrale in Coswig ein

Der Fahrradhändler investiert Millionen in eine umgebaute Halle an der Stadtgrenze zu Radebeul und hat inzwischen über 70 Mitarbeiter.

Der Inhaber der sich rasant entwickelnden Firma, Silvio Kunze: „Ich habe immer alles wieder in das Unternehmen gesteckt.“ Den Start gab es 2006 in Weinböhla.
Der Inhaber der sich rasant entwickelnden Firma, Silvio Kunze: „Ich habe immer alles wieder in das Unternehmen gesteckt.“ Den Start gab es 2006 in Weinböhla. © Norbert Millauer

Coswig/Weinböhla. Manche Radfahrer und Kunden bei der Fahrradkette an der Dresdner Straße in Coswig schauten in den letzten Wochen erschrocken auf das Schaufenster des Cube Stores. Dort prangt mittlerweile ein großes Plakat mit der Ankündigung für einen Frischemarkt. Die Hinweise auf den Fahrradladen sind verschwunden.

Silvio Kunze, der Inhaber der Fahrradkette, hat sich 2006 selbstständig gemacht und seine Geschäfte Die Fahrradkette genannt. Alles begann in Weinböhla neben der Shell-Tankstelle. In der Gemeinde ist auch noch heute offiziell der Firmensitz der K&K Bike GmbH am Ehrlichtweg 3 angemeldet. Von der Tankstelle ist Silvio Kunze dann direkt an den Ehrlichtweg umgezogen. Vor dem Umzug 2017 wurde 2010 Coswig an der Dresdner Straße eröffnet. Erst als allgemeines Fahrradgeschäft mit Werkstatt. Später dann als Spezialshop für die Marke Cube.

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Das neue Zentrallager der Fahrradkette für Sachsen wird gerade in Coswig eingeräumt.
Das neue Zentrallager der Fahrradkette für Sachsen wird gerade in Coswig eingeräumt. © Norbert Millauer

Fahrradmarkt wächst zweistellig

In den vergangenen elf Jahren ist Die Fahrradkette stetig gewachsen. Fahrräder, zunehmend auch E-Bikes verkaufen sich gut. Der Markt wächst, in üblichen Jahren zwischen zehn und fünfzehn Prozent. Im Corona-Jahr haben die Menschen das Fahrrad noch mehr gewollt. Für 2020 gibt es Statistiken, die der Branche 20 bis sogar 50 Prozent Umsatzplus zuschreiben. Kunze nennt mittlerweile Lieferzeiten von bis zu 18 Monaten.

Silvio Kunze hat schon in den Jahren zuvor auf Wachstum gesetzt. Nach Weinböhla und Coswig entstanden weitere Filialen in zeitlicher Reihenfolge in Riesa (2014), in Pirna (2016/17), Freital (2019) und zuletzt in Dresden (2020) . Die Dresdner Filiale beherbergt jetzt den ehemaligen Coswig Cube Store zwischen Albertbrücke und Neustadt. Kunze: „Alles Geld, was ich übrig hatte, habe ich immer wieder ins Unternehmen gesteckt.“

Und Coswig? Silvio Kunze sagt, dass der Mietvertrag an der Dresdner Straße ausgelaufen ist. „Wir wollten uns ohnehin vergrößern. Deshalb sind wir in die Webereistraße 8 umgezogen.“ In diesem Bereich, gar nicht weit vom bisherigen Standort, hat die Fahrradkette jetzt in der Halle der ehemaligen Tischlerei Walther rund 4.000 Quadratmeter zur Verfügung.

Dort soll es wieder eine Verkaufs- und Angebotsfläche für mehrere Fahrradmarken geben. Die Werkstatt werde mit eingerichtet, mit mehr Platz als bisher. Genügend Parkplätze gibt es vor der Halle. Und auch neben dem Gelände sind Möglichkeiten, sein Fahrrad auf einer Probefahrt vor dem Kauf zu testen.

Für den Um- und Ausbau liege der Bauantrag bei der Stadt. Mit den Ämtern habe man ein gutes Einvernehmen. Die Lösung Webereistraße sei gut für die Entwicklung, sagt der Inhaber und Geschäftsführer. Die bisherige Lagerfläche war zu klein geworden, die Werkstatt eher zu eng. Jetzt, an der Webereistraße, habe man genügend Platz.

Platz, um nicht nur mit der Präsentationsfläche für die Räder einzuziehen und die Werkstatt einzurichten. Auch das Zentrallager für alle weitere Fahrradkette-Filialen werde hier sein, sagt Kunze. Zudem richtet der Inhaber hier den Hauptsitz mit allen notwendigen Büros für das Firmenmanagement auf etwa 500 Quadratmetern ein. Am bisherigen Standort Dresdner Straße waren es insgesamt 800 Quadratmeter Fläche für alle Nutzungen.

Standort Weinböhla soll bleiben

Mit der Nutzungsänderung für die Halle an der Webereistraße, die baurechtlich wie ein Neubau behandelt werde, haben sich Aufwendungen ergeben, wie beispielsweise eine brandschutztechnische Erneuerung. In den nächsten drei bis vier Wochen, so hofft Kunze, werden die Arbeiten abgeschlossen sein.

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Für die neue Fahrradkette-Filiale - den Erwerb der Immobilie und Ausbau - habe Silvio Kunze eine ordentliche siebenstellige Summe investiert, sagt er. Eine Investition weit in die Zukunft sei das. Und: Weinböhla am Ehrlichtweg solle nicht aufgegeben werden, auch wenn dort die Umsatzzahlen nicht so stark seien. „Weinböhla ist mir ans Herz gewachsen. Das soll bleiben.“

Mit seinen über 70 Mitarbeitern verkauft die Fahrradkette im Jahr etwa 11.000 Fahrräder, mit und ohne E-Motor.

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