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Fast 300 Biker auf dem Marktplatz

Auf dem Radeburger Marktplatz feierten Männer, Frauen, Jugendliche einen friedlichen Gottesdienst der anderen Art. Bürgermeisterin Michaela Ritter war begeistert.

Der Radeburger Marktplatz rund um den Brunnen war am Sonntagvormittag voller Motorradfahrer, auch nicht wenige Frauen beteiligten sich am Gottesdienst.
Der Radeburger Marktplatz rund um den Brunnen war am Sonntagvormittag voller Motorradfahrer, auch nicht wenige Frauen beteiligten sich am Gottesdienst. © Norbert Millauer

Radeburg. Das hat die Zillestadt noch nicht erlebt. Fast 300 Motorradfahrer auf einmal auf dem Marktplatz. Viele davon die Hände gefaltet zum Gebet. Am Sonntagvormittag fand der erste Bikergottesdienst in Radeburg statt.

Was es dort zu sehen gab, begeisterte auch die Einheimischen, die ohne Motorrad gekommen waren. Die Außenplätze am Gasthof Hirsch waren gut besetzt. Auf der anderen Seite gab es Bratwurst, Limonade und Bier – alkoholfrei freilich. Der Platz war so bunt gefüllt von Menschen und Maschinen wie auch die Stadt. Da waren kurz vor zehn Uhr schon die Langstreckenfahrer und -fahrerinnen vorgerollt. Mit einer Honda Africa Twin, wie etwa Bikerpfarrer Roberto Jahn aus Marienberg. Ganz aus der Nähe gaben sich drei Vespa-Damen die Ehre und selbst das DDR-Kultmoped Star fehlte nicht.

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Rund um dieses scharten sich gleich drei Generationen von Zweiradbegeisterten. Jürgen König, der das rot-weiße Moped seiner Frau auf den Markt gefahren hatte. Baujahr 1969, sagt er. Sohn Julius mit Peter Meinert, der eine BMW mit Boxermotor fährt. Und Marko König, der mit seiner Harley vorgerollt war.

Die „Biker Ladys“ in stiller Andacht nach ihrer Ausfahrt quer durch Sachsen.
Die „Biker Ladys“ in stiller Andacht nach ihrer Ausfahrt quer durch Sachsen. © Peter Redlich

Auch Bikerinnen in gar nicht geringer Zahl waren dabei. Etwa die „Lady-Bikers“ – Sabine Schwarz auf BMW, Carolin Zier mit Yamaha und Theresa Thierfelder auf einer Triumpf –, die gerade von einer großen Runde durch ganz Sachsen kommen und auf den Heimwegen nach Frankfurt/Oder oder Kulmbach sind. „Neun von uns 14 Mädels sind noch mit nach Radeburg gekommen“, sagen sie und freuen sich auf das, was ab halb Elf steigt. Nämlich die Begrüßung und der Gottesdienst und die Musik der Hoyerswerdaer Band „Mission X“.

Letztere legt auch gleich richtig los mit einem ihrer Ohrwürmer „Du bist gut“. Die Stimmung auf dem Marktplatz ist bestens, als Bürgermeistern Michaela Ritter (parteilos) auf den von DB Schenker gesponserten Truck, der als Bühne dient, steigt. Auch die hiesige Druckerei Vetters hat unterstützt. Michaela Ritter begrüßt unter Beifall die Biker und sagt, dass sie sich sehr darüber gefreut hat, dass die Motorradfreunde ihre Stadt ausgesucht haben, weil davon ja auch das heimische Gewerbe, die Tourismusbranche, was haben könnte. „Kommen Sie wieder“, ruft sie den Bikern zu.

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Doch dann geht es richtig los mit dem Gottesdienst. Statt Glockenläuten Gas geben, erst der Einzylinder, dann der Zweier, der wenigen Dreier, der Vierzylinder-Maschinen und schließlich alle zusammen. Alles nur wenige Sekunden, aber es macht gehörig Eindruck auf die Radeburger, die das Ereignis miterleben. Radeburgs Pfarrer Andreas Kecke von der evangelischen Kirche sagt, dass er froh ist, nach den ganz harten Corona-Sperren wieder Veranstaltungen erleben zu können. Das Auftanken der Seele, das brauche der Mensch. In den Pfarrgarten zum kleinen Frühstück hatte er die Biker bei ihrem Eintreffen eingeladen. Dann spricht der, der gemeinsam mit Hauptorganisator Peter Gamer die ganze Schaffe auf die Beine stellt, Bikerpfarrer Roberto Jahn. Von der großen Gemeinschaft, vom friedvollen Zusammenleben und von der Begeisterung fürs Motorradfahren – immer behütet vom christlichen Glauben und Gott – redet der Mann, der in Moritzburg als Diplomreligionspädagoge ausgebildet wurde. „Ich stamme aus einer christlichen Familie und bin begeisterter Motorradfahrer. Beides lässt sich so gut verbinden.“ Roberto Jahn dankt Gott für das gute Wetter und wünscht unfallfreies Fahren.

Bis gegen Mittag dauert die eher bunte Veranstaltung – auch wenn viele Biker traditionell in Schwarz gekleidet sind. Dann rollen die Harleys, der Star und auch eine Awo, die japanischen und englischen Motorräder in den Restsonntag.

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