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Freies Gymnasium in Weinböhla eröffnet

Im Interimsbau wird modern gelernt. Ministerpräsident Michael Kretschmer: Diese Schule ergänzt Sachsens Bildungslandschaft gut.

Keine Kreide und kein Schwamm — die Klassenzimmer des neuen Gymnasiums wurden mit digitalen und interaktiven Tafeln ausgestattet.
Keine Kreide und kein Schwamm — die Klassenzimmer des neuen Gymnasiums wurden mit digitalen und interaktiven Tafeln ausgestattet. © Arvid Müller
Vorerst ein Containerbau an der Köhlerstraße - das feste Gebäude und die Turnhalle sollen folgen.
Vorerst ein Containerbau an der Köhlerstraße - das feste Gebäude und die Turnhalle sollen folgen. © Arvid Müller

Von Julian Wolf

Weinböhla. Fast genau vier Monate nach dem feierlichen Spatenstich wurde das Freie Gymnasium Weinböhla des Trägers Rahn Education am Donnerstag eröffnet. Im Juni standen die über 100 Gäste in der prallen Sommersonne noch auf der Wiese. Jetzt fand die Feierlichkeit im Zelt neben den Schulcontainern am bereits befestigten Parkplatz statt. Bei Regen und kalten acht Grad fanden die rund 160 geladenen Gäste Platz im beheizten, weißen Festzelt.

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Der Holzboden, mit einem roten Teppich verklebt, erinnerte sofort an das Logo der Rahn-Schulen. Eine Bühne war aufgebaut, der Schülerchor sang, ein Jazz-Trio aus Leipzig untermalte den Vormittag musikalisch, während über 15 Catering-Mitarbeiter die Gäste mit unterschiedlichsten Speisen und Getränken verwöhnten.

Die Gästeliste war zur Eröffnung der freien Schule hochkarätig bestückt. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kam pünktlich zur Ansprache um 11 Uhr. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Weinböhla, Siegfried Zenker (CDU), sowie Abgeordnete und Gemeinderäte waren dabei. Nachdem der Schulleiter des neuen Gymnasiums, Florian Foltin, die Gäste begrüßte, hatte auch schon der Ministerpräsident das Wort und lobte den Erholungsort Weinböhla.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, li.) hat die Schule mit eröffnet und kam mit vielen Gästen ins Gespräch.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, li.) hat die Schule mit eröffnet und kam mit vielen Gästen ins Gespräch. © Arvid Müller

„Die Gemeinde Weinböhla ist eine gute Region. Junge Familien ziehen hierher, viele Kinder wollen ein Gymnasium besuchen können. Das neue Gymnasium passt vom Standort her also schon mal sehr, sehr gut“, beginnt der Ministerpräsident seine knapp zehnminütige Rede. Für ihn sei der Besuch in der Gemeinde besonders spannend, verfolgt er die Entwicklung des Gymnasiums doch schon von Anfang an. Jetzt die Interimslösung zu sehen, sei für alle Beteiligten ein großer Erfolg.

Den Skeptikern, welche eine Schule in freier Trägerschaft für unpassend in Weinböhla finden, kommt Kretschmer zuvor: „Keine politische Indoktrination, keine Ideologie, Freiheit, Leistung, Wettbewerb, eine Zuwendung zur Demokratie, zu unseren kulturellen Wurzeln, eine Schule des Lebens, in der Werte vermittelt werden, die die Grundlagen unseres Zusammenlebens bilden — das kann ein staatliches Bildungssystem nicht alleine bewältigen. Auch freie Schulen sind gleichberechtigt in unserem sächsischen Bildungssystem und tragen zur Schulvielfalt im Freistaat bei.“

Hochmoderne Klassenräume

Bürgermeister Siegfried Zenker ist stolz darauf, dass das Gymnasium Weinböhla nun eröffnet werden konnte. „Aus Verwaltungssicht ging es sehr schnell, dass bereits nach etwas mehr als zwei Jahren vom Grundsatzbeschluss im Gemeinderat jetzt die Schuleröffnung gefeiert werden kann“, sagt der CDU-Politiker. „Neben der objektiven Notwendigkeit dieses Gymnasiums für den benötigten, neuen Schulstandort im ländlichen Raum ist es mir auch ein persönliches Anliegen als Bürgermeister, dass sich Familien in unserem Ort wohlfühlen. Dass sie gute Rahmenbedingungen vorfinden, sowohl pädagogische als auch infrastrukturelle. Von der Kinderkrippenbetreuung bis zum Abitur ist nun in Weinböhla das gesamte Spektrum zu finden.“

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Vom eigentlichen Schulhaus sowie den Sportanlagen und der Turnhalle ist zwar noch nichts zu sehen, doch einen Einblick in den Interimsbau gab es für die Besucherinnen und Besucher. Ab 12 Uhr fanden eine Stunde lang Führungen durch das neue Schulgebäude im Containerbau statt. Ein Einblick, der allen Kritikern in sozialen Netzwerken, die Sprache verschlagen könnte. Helle, freundliche Zimmer, darunter ein Musikzimmer mit voller Ausstattung, konnten die Gäste bewundern. Die Klassenzimmer sind mit modernen, digitalen und interaktiven Tafeln ausgestattet. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten seit Monatsanfang mit dem iPad. Klassischer, schulischer Zusammenhalt in Form von Teamarbeit und Wandertagen, gepaart mit dem Annehmen und Zelebrieren der Digitalisierung, funktioniert gut in Weinböhla.

Diese Weiterentwicklung freut auch den Bürgermeister, der das neue Gymnasium als Symbol der Progression in der Gemeinde sieht. Voller Freude darüber, dass im Schuljahr 2028/29 erstmalig in Weinböhla das Abitur abgelegt werden kann.

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