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Spaziergänge und Spezialitäten zum Mitnehmen

Was zwischen Knorre und Anger in Meißen und Radebeul zu Ostern ging. Ein Report.

Ostersport für Körper und Geist — der Elberadweg lockte einige Radler und Spaziergänger am Ostersonntag an.
Ostersport für Körper und Geist — der Elberadweg lockte einige Radler und Spaziergänger am Ostersonntag an. © Arvid Müller

Von Julian Wolf

Meißen/Radebeul. Die Voraussetzungen für eine Ausfahrt oder den allseits bekannten Osterspaziergang waren am Sonntag gut. Ein strahlend blauer Himmel und sonnige zehn Grad sorgten trotz frischer Windböen dafür, dass entlang des Elberadweges sowie in den Zentren und Dorfangern zwischen Meißen und Radebeul ein reges Treiben herrschte.

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Schon um 10 Uhr versammelten sich die ersten Osterspaziergänger auf der Elbtalstraße. Mit Laufsachen und Rucksäcken machte sich die Familie Richter aus Meißen mit einigen Freunden auf den Weg zum Schloss Proschwitz, um die Aussicht genießen zu können. Eine Kurzwanderung, die im Vorhinein gut durchdacht wurde. „Jeder von uns hat eine Mund-Nasen-Bedeckung dabei, falls uns andere Leute entgegenkommen. Wir haben uns heute Morgen selbst getestet und sind alle negativ“, erzählt die Wandergruppe, bevor sie sich auf den Weg macht.

Ostern auf dem Elberadweg. Antje mit Hund Spike, Malou und Levi aus Dresden spazieren bei Skopi´s Biergarten in Coswig.
Ostern auf dem Elberadweg. Antje mit Hund Spike, Malou und Levi aus Dresden spazieren bei Skopi´s Biergarten in Coswig. © Arvid Müller
Ines Ihring und Torsten Walther aus Leipzig am Biergarten Goldener Anker mit Mitarbeiter Sebastian Krüger.
Ines Ihring und Torsten Walther aus Leipzig am Biergarten Goldener Anker mit Mitarbeiter Sebastian Krüger. © Arvid Müller

Die Krisenzeit während der Osterfeiertage einmal zu vergessen, das Wetter zu genießen und sich den Kopf freizumachen, war auch für viele Motorradfahrer und Oldtimer-Enthusiasten ein reizvoller Gedanke. Einige von ihnen trafen sich in den frühen Vormittagsstunden auf dem Parkplatz zwischen der Elbe und der Meißner Beachbar. Schnell noch ein Foto vom geliebten Gefährt mit der Albrechtsburg Meißen im Hintergrund machen — ein wahrer Glücksgriff, hätte doch das trübe Wetter in den Tagen zuvor dieses kleine Foto-Shooting vermiest.

Doch bei aller Freude über die kommende Ausfahrt blickten viele der Biker voller Sorge auf die Eingangs- und Infoschilder der Beachbar. Vollständig geöffnet wie zum Beispiel im Sommer des vergangenen Jahres ist sie nicht. Mal eben eine Bratwurst essen oder ein Getränk besorgen, geht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie nur zum Mitnehmen. Auf die Frage, ob das übertrieben sei, antworteten viele Bürgerinnen und Bürger schnell und dennoch bestimmend. „Meiner Meinung nach, sollten kleine Essens- und Getränkestände an den Elbwiesen stehen dürfen“, sagt eine Joggerin aus Weinböhla. „Auch Alkoholisches sollte ausgeschenkt werden dürfen. Man betrinkt sich ja nicht und liegt sich in den Armen. Ein Glas Wein oder eine Flasche Bier während einer kurzen Rast trinken zu können, sollte wohl erlaubt sein.“

Verwirrung auf den Elbwiesen

Über die Frage, was überhaupt in diesen Zeiten noch erlaubt sei, herrschte bei einer Gruppe, die auf den Elbwiesen in Meißen picknickten, etwas Verwirrung. Da in der Innenstadt ein absolutes Alkoholverbot gilt, deckten sich die Jugendlichen mit Speisen von zu Hause und Weinflaschen aus einer Weinhandlung ein.

Ob die Elbwiesen eine Verbotszone sei, war nicht bekannt: „Wir bleiben jetzt hier sitzen und machen unseren Oster-Brunch. Soll uns die Polizei doch abholen. Bei den vielen Änderungen blickt doch sowieso keiner mehr durch.“

Andere Picknicker waren auch in Coswig zwischen Kötitzer Fährhaus und Skopis Elbgarten anzutreffen. Sie teilten diese Meinung. In Radebeul-Kötzschenbroda gab es für die vielen Spaziergänger und Radfahrer dann schon eher Angebote. Zwischen Deich und dem Elberadweg verkaufte ein mobiler Händler Blumensträuße für eine Last-Minute-Osterdekoration, und auch der Biergarten des Goldenen Ankers hatte ab 11 Uhr geöffnet.

Die Speisen und Getränke gab es jedoch nur zum Mitnehmen. Auch entlang des Angers in Altkötzschenbroda gab es für die Besucherinnen und Besucher Getränke, Speisen, Blumen und Deko-Objekte zum Mitnehmen. Trotz des regen Andrangs achteten die Menschen auf den nötigen Abstand zu Anderen und trugen bei Bedarf einen Mundschutz, desinfizierten sich die Hände und gingen zügig weiter zum nächsten Ort.

Deutliche Worte der Gastronomen

Doch auch viele Radebeuler blickten auf die Restaurants und Bars am Dorfanger. Gleichermaßen mit Freude und Trauer. Einerseits freuten sich viele darüber, dass ihre Lieblingseisdiele, das Steakhaus oder der Italiener des Vertrauens öffnete und Speisen zum Mitnehmen anbot. Andererseits herrschte Enttäuschung und Unverständnis über die weiterhin anhaltenden Zwangsschließungen. Hier und da entbrannten heftige Diskussionen über ein mögliches Versagen in der Pandemie-Politik.

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Auch viele Beschäftigte der Gastronomie gaben den Kunden klare Auskünfte über ihre aktuelle Lage und fanden teilweise sehr drastische Worte. Von Ruhe, Abschalten und Vergessen kann während des zweiten Osterfestes in der Corona-Krise also keine Rede sein.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

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