SZ + Radebeul
Merken

Mehr als 3.000 Besucher bei der Weinberg-Kulturtour

Hervorragende Musiker, sächsischer Wein, Flammkuchen und Sonne – am Sonntag fand der vierte und vorerst letzte Teil der Reihe in Radebeul statt.

 1 Min.
Teilen
Folgen
Der armenische Gitarrist Grigor Shagoyan (links) begeisterte mit seinem Jazz-Trio „Bistro Manouche“ die Zuschauer am Sonntag im Weingut Karl Friedrich Aust.
Der armenische Gitarrist Grigor Shagoyan (links) begeisterte mit seinem Jazz-Trio „Bistro Manouche“ die Zuschauer am Sonntag im Weingut Karl Friedrich Aust. © Julian Wolf

Von Julian Wolf

Radebeul. Zum vierten und letzten Mal in diesem Jahr fand am Sonntagnachmittag die „WeinBergKulTour“ in den Weinbergen und Weingütern der Lößnitzstadt Radebeul statt. Ein wahrlich gelungener Abschluss für die Veranstaltungsreihe, die im Juni dieses Jahres begann, spielte diesmal auch das Wetter mit. Bei fünfzehn Grad und Sonne zeigte sich der Oktober von seiner goldenen Seite. Das freute auch den Organisator vom Radebeuler Kulturverein, Björn Reinemer: „Im September ist das Wetter meist beständiger, doch da haben die Winzer ihre Weinlese zu bestreiten. Ich war mir nicht sicher, wie die Temperaturen im Oktober aussehen werden, aber heute kann man sich wirklich nicht beschweren.“

Noch einmal rausgehen, die vielleicht letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Herbstes bei einer Flasche sächsischen Weines und Flammkuchen zu genießen, war für viele im Landkreis eine Wohltat. In der Hoflößnitz sowie im Weingut Karl Friedrich Aust waren schon ab 13 Uhr alle Plätze voll. Tische, Stühle und Biertischgarnituren mussten aus dem Lager geholt werden. Die musikalische Umrahmung des Nachmittags gefiel den Leuten sichtlich sehr. Ein Highlight dabei war sicherlich der Auftritt des Gypsy-Jazz-Trios „Bistro Manouche“ unter der Leitung des armenischen Gitarristen Grigor Shagoyan. „Wir sind extra aus Leipzig angereist, um unseren Lieblingskünstler Grigor heute hier erleben zu können“, berichtet ein Ehepaar. „Diese Art des traditionsreichen und handgemachten Zigeunerjazz hört man in unseren Gefilden nur sehr selten.“

70 Prozent Künstler aus der Region

​Rückblickend betrachtet, war die Veranstaltungsreihe auch in diesem Jahr ein voller Erfolg für Björn Reinemer und den Radebeuler Kulturverein. Mehr als 3.000 Besucher zählte der Geschäftsführer bislang allein in diesem Jahr. Über 30 Gruppen und Einzelmusiker aus acht Nationen traten in den Radebeuler Weinbergen zwischen Juni und Oktober auf. Knapp 70 Prozent der Künstler kamen aus der Region, die anderen 30 Prozent waren national und international.

„Die Radebeuler „WeinBergKulTour“ im nächsten Jahr fortzuführen, ist für Juni angedacht“, sagt Björn Reinemer. Der Kulturverein sowie die Winzer seien dazu bereit. Sie wollen das Programm bei den drei bis vier Veranstaltungen im Jahr auch um Theater, Angebote für Kinder und Lesungen erweitern. Ob und in welcher Form es im kommenden Jahr eine Fortsetzung der Eventreihe geben kann, hängt auch von den Unterstützern ab. Der Rotary Club Radebeul sowie die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen förderten die „WeinBergKulTour“ in diesem Jahr.

Auf die Frage, wie die Künstlerinnen und Künstler in Radebeul nach dem Auftritt finanziell unterstützt werden, kann eine ganz klare Antwort gefunden werden: sehr gut. Nahezu alle Gäste gaben den Musikern etwas in den Spendenhut. Von Ein- und Zwei-Euro-Münzen bis hin zum Fünfzig-Euro-Schein ist alles dabei. Für Familie Köhler aus Radebeul ist diese Förderung selbstverständlich: „Hätten wir diese Künstler nicht hier bei uns, wäre unsere Kulturszene im Landkreis doch völlig leer und würde verkommen. Jeder Euro, der ein Gast beisteuert, hilft. Diesen Euro sollte jeder Zuschauer geben.“

www.radebeuler-kultur.de