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Stumpfs Hof wird Frau Butter

Der bekannte Gasthof am Dorfanger von Kötzschenbroda ist wieder verpachtet. Die Wirtin, die aus Meißen kommt, will einiges Neues einführen.

Das ist die neue Wirtin des ehemaligen Stumpfs Hof in Altkötzschenbroda- Anna Weichelt. Wie der Gasthof künftig heißen wird, können Passanten auch schon nachlesen in dem Schaukasten neben dem Hofeingang.
Das ist die neue Wirtin des ehemaligen Stumpfs Hof in Altkötzschenbroda- Anna Weichelt. Wie der Gasthof künftig heißen wird, können Passanten auch schon nachlesen in dem Schaukasten neben dem Hofeingang. © Norbert Millauer

Radebeul/Meißen. Wäre ich ein paar Tage früher gekommen, hätte ich Anna Weichelt und ihre ganze Familie durch den Biergarten krauchen gesehen, beim Unkraut zupfen. Der Hof war zugewachsen. Das sagt die Frau, die seit einer Woche den Schlüssel für Stumpfs Hof hat. Der bekannte Gasthof am Kötzschenbrodaer Dorfanger stand schon vor Corona eine Weile leer. Der bisherige Pächter, Holmer Gottsmann und der Besitzer, Christoph Dross, hatten sich derart zerstritten, dass das Mietverhältnis beendet wurde.

Der Gasthof war im Internet zur Verpachtung ausgeschrieben. Keine einfache Zeit, um eine Gaststätte, selbst an der gut besuchten Angermeile zu vermieten. Dross sagt, er habe einige Bewerbungen gehabt. Bei Frau Weichelt habe er das Gefühl, dass es passt. Es wurde ein langfristiger Vertrag geschlossen - der Ausstiegsklauseln habe, wegen der Unwägbarkeiten mit Corona.

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Doch daran will die agile Frau mit dem langen blonden Zopf gar nicht denken. Sie legt los. Außenwände des Hauses sind schon in neuen Farben gestrichen. Drin in den Gasträumen will sie noch einige Farben anders haben. Bilder sollen in einem Raum aufgehängt werden. Vor allem aber will sie neben der Gastronomie viel heimische Kultur ins Haus bringen.

Die singende Wirtin vom Waldschlößchen

Im kleinen Schaukasten neben dem Eingangstor ist auch schon zu lesen, wie der Gasthof heißen wird - Frau Butter. Die Bezeichnung Stumpfs Hof durfte nicht weiter verwendet werden, da habe es nahe gelegen, den Namen aufzugreifen, unter welchem Anna Weichelt eigentlich bekannt ist. Nämlich als die singende Wirtin Frau Butter aus dem Meißner Gasthof Waldschlößchen am Fuß des dortigen Plossen.

Frau Weichelt alias Frau Butter hat Gesang studiert, in ihrer Familie sind Gastronomen und Theaterleute und sie ist in der Domstadt bekannt mit gut besuchten Veranstaltungen am Wochenende im Waldschößchen. Krimidinner, Sonntagsbrunch, dazu kleine Schauspielereien mit engagierten Mimen und immer wieder auch Gesang von der Wirtin selbst.

„Das würde ich, wenn es passt, auch in Radebeul machen“, sagt sie und lacht. Wechselnde Ausstellungen mit hiesigen Malern, Lesungen, eine Kinderspielecke neben dem eigentlichen, einem Landhausgasthof mit Landhausküche. Ihr Mann Dieter kocht, sie selbst auch. Insgesamt besteht die Kernmannschaft aus acht Personen.

Der Froschkönig sitzt schon mal

Die Speisekarte hat Frau Butter schon handschriftlich vor sich liegen. Zwiebelkuchen mit Räucherlachs, Nudelkrautpfanne mit Hähnchenbrust, Steak mit Rosmarinkartoffeln stehen da schon drauf. Die Preise müssen noch kalkuliert werden. Im Biergarten, etwa zum Sonntagsbrunch auftreten mit Chansons und Schlagern aus den 1950er, darauf freue sie sich schon. Und fügt hinzu: „Mal sehen, was die Regeln in den nächsten Wochen zulassen.“

Die Gartenmöbel im Biergarten werden ergänzt. Der Brunnen neben dem Eingang soll belebt werden, ein Froschkönig sitzt schon mal dort und die ersten Passanten lugen bereits durchs Tor und fragen an, wann es denn wirklich losgehen soll.

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Hundertprozentig ein Datum zu nennen, sei schwierig, aber Ende Juni, das ist das Ziel von ihr und ihrem Mann. Mit einem Frühschoppen soll gestartet werden und besonderer Kleidung. Welche, das wolle die Wirtin noch nicht verraten. „Auf jeden Fall werde ich meine Gäste alle persönlich begrüßen, so wie sie es von mir auch in Meißen kennen“, sagt Anna Weichelt, die eigentlich Frau Butter ist.

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