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Glockenläuten als Ermutigung

Mit der Aktion wollen Dörfer und Städte von Coswig bis Weinböhla am Sonnabend ein Zeichen setzen.

Pfarrer Christoph Gutsche von der Peter-Pauls-Kirche Coswig beteiligt sich mit seiner Gemeinde am Sonnabend am Friedensläuten.
Pfarrer Christoph Gutsche von der Peter-Pauls-Kirche Coswig beteiligt sich mit seiner Gemeinde am Sonnabend am Friedensläuten. © Arvid Müller

Coswig/Weinböhla/Landkreis. Er sehe „immer mehr Menschen, denen hinter der Maske die Angst in den Augen steht“, erklärt Dieter Höntsch. „Aggressivität und Unsicherheit nehmen zu, das macht mir eine Riesensorge.“ Höntsch arbeitet in Weinböhla als Coach für Persönlichkeitstraining und sagte sich, „wir müssen positive Signale aussenden“.

So wurde gemeinsam mit der Weinböhlaer Künstlerin Heike Böttger die Idee zum Friedensläuten geboren: Am kommenden Sonnabend, dem 12. Dezember, sollen ab 20 Uhr in Brockwitz, Coswig, Niederau, Strehla, Weinböhla und umliegenden Gemeinden die Kirchenglocken läuten. Fünf Minuten vor 20 Uhr sollen die Einwohner das Friedensläuten mit ihren Glocken und Glöckchen einläuten. „Und wer keine Glocke hat, der findet im Internet vielleicht das Geläut einer Kirche, die ihn besonders beeindruckt hat, und lässt dieses aus einem seiner Fenster heraus oder vor der Haustür über einen Lautsprecher erklingen.“

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Das Läuten soll für den Frieden in der Welt und insbesondere auch im eigenen Lebensumfeld stattfinden. „Wir wollen einander respektieren und das Anderssein akzeptieren, wertschätzend, gütig und liebevoll miteinander umgehen“ - das steht in der Einladung, die Dieter Höntsch an alle Kommunen im Landkreis verschickt hat. Und er hofft, dass sich weitere Orte der Aktion anschließen. Lange habe er auch die Dresdner Frauenkirche mit im Boot gehabt, bevor diese nun abgesprungen sei.

Und Weihnachten? „Das ist eine interessante Frage, weil wir überhaupt noch nicht wissen, wie wir Weihnachten in diesem Jahr feiern werden. Wir planen zwei Christvespern, draußen auf dem Wettinplatz und zwei Christvespern in Brockwitz, draußen auf der Winterseite. Ob das Gesundheitsamt dem zustimmt, oder ob die Vespern aufgrund der Situation gestrichen werden, wissen wir nicht.“ In der Peter-Pauls-Kirche selbst soll es aber eine späte Christnacht um 22 Uhr geben, dann, wie vorgeschrieben, mit Maske. „Die Gottesdienste unter freiem Himmel werden natürlich etwas verkürzt, ich schätze, sie werden maximal eine Dreiviertelstunde gehen“, so Pfarrer Gutsche.

Auf die Frage, ob er glaube, dass die Kirche Ermutigung geben könne, antwortet er. „Ich glaube schon, dass wir dadurch, dass wir Sonntag für Sonntag Gottesdienst feiern, in der Adventszeit auch Andachten anbieten und die Kirche offen halten - diejenigen stärken können, die diese Angebote annehmen. Das ist mir auch mehrfach schon so bestätigt worden.“

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