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Greensill: Städtetag stützt Coswig

Die Stadt hat ihre 2,5 Millionen Euro nicht leichtfertig bei der Bremer Pleitebank angelegt.

"Der Fall Greensill zeigt, dass selbst bei scheinbar sicheren Geldanlagen kein Schutz vor krimineller Energie oder Fahrlässigkeit einzelner Bankvorstände besteht“ - hießt es seitens des Sächsischen Städte- und Gemeindetages.
"Der Fall Greensill zeigt, dass selbst bei scheinbar sicheren Geldanlagen kein Schutz vor krimineller Energie oder Fahrlässigkeit einzelner Bankvorstände besteht“ - hießt es seitens des Sächsischen Städte- und Gemeindetages. © dpa

Dresden/Coswig. Aktuell besteht die Gefahr, dass die Stadt Coswig die 2,5 Millionen Euro, die die Stadt bei der inzwischen insolventen Bremer Bank Greensill angelegt hat, ganz oder teilweise verlieren könnte. Auf SZ-Anfrage beim Sächsischen Städte- und Gemeindetag (SSG) in Dresden, der als kommunaler Spitzenverband die Interessen der Kommunen vertritt, ob der Verband die Stadt Coswig unterstützen könne, erklärte der stellvertretenden SSG-Geschäftsführer Ralf Leimkühler: „Seit 2017 sind die Einlagen der Kommunen nicht mehr durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken geschützt.

Im aktuellen Marktumfeld stehen die Kommunen daher vor der Herausforderung, ihre Einlagen ausreichend sicher anzulegen und zugleich möglichst wenig bis gar kein Verwahrentgelte bzw. Negativzinsen zu zahlen. 100-prozentige Sicherheit bei der Geldanlage gibt es nicht. Der Fall Greensill zeigt, dass selbst bei scheinbar sicheren Geldanlagen kein Schutz vor krimineller Energie oder Fahrlässigkeit einzelner Bankvorstände besteht.“ Eine gewisse Vorsorge könne zwar ein ständiges Screening der Bonität der Banken durch spezialisierte Finanzdienstleister im Auftrag der Kommunen bieten. „Aber auch hier sind der hohe finanzielle Aufwand und der Nutzen sorgfältig abzuwägen.“

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Auf Nachfrage bei Coswigs Oberbürgermeister Thomas Schubert (parteilos), wie der Stadt bei der durch den SPD-Stadtrat Andreas Ball eingereichten Dienstaufsichtsbeschwerde in Sachen Greensill sei, erklärte dieser, dass der Vorgang vom sächsischen Innenministerium inzwischen an das Landratsamt Meißen als zuständige kommunale Rechtsaufsichtsbehörde weitergeleitet worden sei. Oberbürgermeister Thomas Schubert: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen, deshalb sehen wir dieser Dienstaufsichtsbeschwerde relativ gelassen entgegen.“

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