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Großer Ergänzungsbau am Lößnitzgymnasium

Die größte Schule von Radebeul bekommt ein zweites Treppenhaus und einen Fahrstuhl. Warum das für viel Geld notwendig ist.

Von der Steinbachstraße, dem Haupteingang zum Lößnitzgymnasium, in Radebeul-Mitte ist das kaum zu bemerken - auf der Hofseite wird gebaut. Der Anbau mit dem neuen Treppenhaus steht bereits mit den bislang kahlen Wänden, dem Fahrstuhlschacht und den ei
Von der Steinbachstraße, dem Haupteingang zum Lößnitzgymnasium, in Radebeul-Mitte ist das kaum zu bemerken - auf der Hofseite wird gebaut. Der Anbau mit dem neuen Treppenhaus steht bereits mit den bislang kahlen Wänden, dem Fahrstuhlschacht und den ei © Norbert Millauer

Radebeul. Das Radebeuler Lößnitzgymnasium in Mitte ist eine imposante Erscheinung. 1906/07 so massiv errichtet, dass die 60 Zentimeter dicken Ziegelwände sogar als Bunker im Zweiten Weltkrieg herhalten mussten. Passiert ist dem Haus bislang nichts. Doch heutige Brandschutzvorschriften verlangen noch mehr Sicherheit, etwa einen zweiten Fluchtweg.

Damit das an der Schule verwirklicht werden kann, ist ein Anbau mit Treppenhaus nötig. Der steht schon, zumindest im Rohbau aus Beton. Auf der Südseite, behutsam angepasst von den Radebeuler Architekten vom Büros aT2 mit Frank Mehnert und Dirk Georgi. Schließlich ist das in seiner Außenhaut erst vor wenigen Jahren sanierte Gebäude eine architektonische Augenweide in Sachen Schulbau.

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Weil die Schulgebäude der Stadt gehören, ist die auch für deren Ertüchtigung zuständig. Bauingenieur Matthias Rolle aus dem Bereich Hochbau im Bauamt ist der Projektleiter für das aktuelle Geschehen am Lößnitzgymnasium. Bei der Baustellenbesichtigung ist bereits zu erkennen, wo der Fahrstuhl platziert wird und die Verbindungswege zum Haupthaus eingerichtet werden. Die Südostseite bekommt eine große Glasfassade, sodass in den turmartigen Anbau auch reichlich Tageslicht fällt. Das alles geschieht jetzt und in den nächsten Wochen. Die Bauarbeiten sind mit der Schule abgestimmt. Bei zu großer Lärmbelastung können die Lehrer sogar mal Stopp sagen. Und für das Stück fehlenden Schulhof hat der Sportstättenbetrieb sbf GmbH einen Teil des Lößnitzstadions vorübergehend zum Pausenauslauf für die über 600 Gymnasiasten freigegeben.

Und so soll es angepasst an die Fassade des eigentlichen Gebäudes spätestens im Sommer nächsten Jahres aussehen und auch mit mehreren Neuerungen funktionieren.
Und so soll es angepasst an die Fassade des eigentlichen Gebäudes spätestens im Sommer nächsten Jahres aussehen und auch mit mehreren Neuerungen funktionieren. © aT2 Architekten

Mehr Sicherheit an der Turnhalle

Neben dem neuen Rettungsweg mit dem Anbau verbessert sich noch mehr für die Schule: So wird es einen barrierefreien Zugang, sowohl zum Schulgebäude mit dem Aufzug geben als auch zur Turnhalle mittels Hublift an der Zugangstreppe. Ein Behinderten-WC wird im ersten Geschoss des Schulgebäudes eingerichtet und im Kellergeschoss, wo sich der Speisesaal und die Essenausgabe sowie der Jugendklub befinden, gibt es künftig weniger Enge. Der Speisesaal ist dann größer und es wird Schallschutz so platziert, dass der Lärmpegel in den Mittagspausen geringer ausfallen soll. Der Aufenthaltsbereich vor der Essensausgabe erhält mehr Raum, sodass größerer Andrang und Schlangenbildung vermieden werden können. Teils werden nachträglich für den Bunkerschutz eingezogene Wände herausgerissen, was für die Erweiterung der Kellerräume auch kein statisches Problem darstellt.

In den Sommerferien ab dem 26. Juli soll dann im Schulgebäude selbst gebaut werden, weil auch das eigentliche historische Treppenhaus für heute geltende Brandschutzvorschriften fit gemacht werden muss. Verwirklichen lässt sich das, indem auf den Fluren der Etagen große Glaswände mit im Ernstfall automatisch schließenden Brandschutztüren eingebaut werden. Das wunderschöne Treppenhaus mit seinen Geländern und Bögen kann so unverändert erhalten bleiben.

Glasfaserkabel kommt gleich mit rein

Ebenfalls in den Sommerferien soll die Turnhalle eine Außentreppe mit Tür und einen Hublift als barrierefreien Zugang bekommen. Mit Baulärm geht es dann erst wieder in den Herbstferien weiter - Brand- und Rauchschutztüren sind zu montieren, Wanddurchbrüche, Putz- und Trockenbau sowie Malerarbeiten sind dran.

Projektleiter Rolle sagt, dass man sich für die Um-, An- und Einbauten bewusst Zeit genommen habe, um alles mit dem Schulbetrieb in Einklang zu bringen. Dass notgedrungen Corona mit weniger Schülern im Haus mehr Baufreiheit lasse, war bei der Planung noch nicht abzusehen.

Moderner werden soll die Schule auch digital. Weil sowieso manches aufgestemmt, mancher Kabelkanal neu angelegt werden muss, kommen dort auch gleich die Glasfaserleitungen mit rein. Das soll mit im Sommer dieses Jahres passieren. Im Bauplan heißt das: Umsetzung des Digitalpaktes in Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet IT und Beschaffung der Stadt Radebeul mit Fördermitteln des Bundes.

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Schüler und Lehrer wird all das - vom Aufzug bis zum besseren WLAN - freuen. Allerdings, vollständig nutzbar sind die Modernisierungen erst nach dem Sommer im nächsten Jahr. Bis dahin, also den Sommerferien 2022, sind die Bauarbeiten mit dann letzten Restarbeiten, Abnahmen, Mängelbeseitigungen, Inbetriebnahmen, Nutzerübergaben und Einweisungen geplant.Derzeit sind die Baukosten mit 1,29 Millionen Euro angegeben. 888.000 Euro kommen als Fördermittel des Landes, 402.000 Euro muss die Stadt selbst aufbringen.

Das historische Treppenhaus (rechts unten) bekommt ebenfalls Neuerungen, damit es den heutigen Anforderungen des Brandschutzes entspricht.
Das historische Treppenhaus (rechts unten) bekommt ebenfalls Neuerungen, damit es den heutigen Anforderungen des Brandschutzes entspricht. © Norbert Millauer

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