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Grünes Licht für den Kreisverkehr

Der geplante Kreisel verbindet nicht nur die Moritzburger und die Forststraße - er ist auch wichtig für das Einkaufen und Wohnen im Oberdorf.

So rasant, wie auf dem Foto, geht es mit dem Umbau der Kreuzung Moritzburger Straße/Ecke Forststraße am Ortsausgang von Weinböhla, Richtung Moritzburg zwar nicht voran. Es wird noch Monate dauern, bis hier der geplante Kreisverkehr fertig ist.
So rasant, wie auf dem Foto, geht es mit dem Umbau der Kreuzung Moritzburger Straße/Ecke Forststraße am Ortsausgang von Weinböhla, Richtung Moritzburg zwar nicht voran. Es wird noch Monate dauern, bis hier der geplante Kreisverkehr fertig ist. © Norbert Millauer

Zwar am teuersten, aber dafür auch am sichersten, am verkehrsgünstigsten und umweltfreundlichsten - das wird der neue Kreisverkehr an der Kreuzung Moritzburger/Forststraße. Aus fünf Varianten wurde dieser in der Voruntersuchung als beste ausgewählt und vom Gemeinderat Weinböhla auf seiner jüngsten Sitzung am vergangenen Mittwoch im Zentralgasthof beschlossen.

Was bedeutet das nun? Es bedeutet, dass jetzt die Entwurfsplanung für den Kreisverkehr vorgenommen werden kann. Dafür ist nun nicht mehr die Gemeinde Weinböhla zuständig, sondern das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Es wird sich um die Planung und den Ausbau des Knotenpunktes kümmern - die Moritzburger Straße fällt als Staatsstraße (S 80) in seine Zuständigkeit. Für die Baumaßnahmen an der Forststraße hingegen wird das Kreisstraßenbauamt die Federführung für die Planung zum Ausbau übernehmen, handelt es sich doch hier um eine Kreisstraße (K 8014).

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Zur Begründung für den Ausbau des Knotenpunktes S 80/K 8014 als Kreisverkehr argumentiert die Gemeindeverwaltung Weinböhla, dass, „bedingt durch die geringeren Fahrgeschwindigkeiten, die Ausführung als Kreisverkehr das vergleichsweise höchste Maß an Sicherheit bietet. Weiter wird für alle vier Arme des Kreisverkehrs die höchste Qualitätsstufe zur Leistungsfähigkeit (geringste Wartezeiten) erreicht, es sind geringere durchschnittliche Unfallkosten zu erwarten, eine Immissionsentlastung durch eine flüssige Verkehrsführung, und er verursacht die geringste Neuversiegelung“.

Und was die Kosten betrifft, so erklärte Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) in der Gemeinderatssitzung, dass der Betrieb einer Ampelanlage in zehn bis zwölf Jahren genauso viel Geld kosten würde, wie der Kreisverkehr, sich dieser nach solch einer Zeitspanne also amortisiert hätte. Den genannten Vorzügen wäre hinzuzufügen, dass mit dem Verschwinden der Kreuzung Moritzburger/Forststraße auch einer der Weinböhlaer Unfallschwerpunkte verschwinden wird.

Wichtig ist der Kreisverkehr aber noch in anderer Hinsicht. Durch ihn wird das geplante Nahversorgungszentrum an der Forststraße für den Verkehr erschlossen. Auf seiner Sitzung am 4. März vergangenen Jahres hatte der Technische Ausschuss des Weinböhlaer Gemeinderates einstimmig dem Ansinnen eines Investors zugestimmt, drei Mehrfamilienhäuser am Standort des jetzigen Nettomarktes an der Moritzburger Straße zu errichten. Damit ist klar, dass der Markt abgerissen wird. Um wenigstens eine Grundversorgung für das Oberdorf zu sichern, habe die Gemeindeverwaltung einen Ersatzstandort gesucht und ihn an der Forststraße gefunden, hatte Bürgermeister Siegfried Zenker dazu in der SZ erklärt.

Es handelt sich um ein etwa 13.000 Quadratmeter großes Areal mit Gärten, Wiesen und einem laut Gemeinde nicht mehr genutzten Reitplatz an der Kreuzung Moritzburger/Forststraße. Dort sind zwei Gebäude vorgesehen, mit 790 Quadratmetern Verkaufsfläche für einen neuen Netto-Lebensmittelmarkt und etwa 700 Quadratmetern für eine Drogerie.

Noch für ein zweites Projekt ist der Kreisverkehr wichtig. Auf seiner Sitzung in der vergangenen Woche billigte der Gemeinderat auch den Bebauungsplan „Wohnbebauung Am Vogel“ und beschloss dessen öffentliche Auslegung. „Für den bisher unbebauten Bereich zwischen Forststraße, Bergsiedlung und Am Vogel ist die Entwicklung eines Wohngebietes vorgesehen, das sich in die durch kleinteilige Wohnbebauung geprägte Umgebung einfügt“, heißt es dazu.

Die Aufstellung des dazu notwendigen Bebauungsplans hatte der Gemeinderat schon im Mai 2018 beschlossen. Hier soll eine Siedlung mit 16 Einfamilienhäusern entstehen. Durch den neuen Kreisverkehr wäre die Anbindung der Siedlung im Oberdorf sowohl an die Staats- als auch an die Kreisstraße sicherer als derzeit möglich.

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