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Hengstparaden starten am Sonnabend

Es gelten die 3-G-Regeln mit eingegrenzter Besucherzahl. Aschenbrödels Staatskalesche ist in Moritzburg mit dabei.

Hengstparade mit spektakulären Vorführungen. Am schnellsten ist die ungarische Post, bei der der Reiter im Stehen durch die Arena prescht.
Hengstparade mit spektakulären Vorführungen. Am schnellsten ist die ungarische Post, bei der der Reiter im Stehen durch die Arena prescht. © Gestüt Moritzburg

Moritzburg. Für so eine große Show muss gehörig geprobt werden. Zwei Teile sollen den Zuschauern zu den Hengstparaden geboten werden. Die eine Hälfte wird am Dienstagvormittag geprobt, die zweite am Mittwochvormittag. 130 Pferde und 45 Reiter vom Moritzburger Gestüt sind auf dem Platz. Sand spritzt unter den schnellen Hufen. Ein Bild nach dem anderen wird nach einer klar abgestimmten Choreografie durchgespielt. Bei der ungarischen Post geht die Post mit dem auf dem Pferderücken stehenden Reiter wirklich ab. Lehrlinge des Gestüts reiten freihändig, haben Pfeil und Bogen in den Händen und treffen auch noch im Vorbeigalopp die Zielscheibe. Mehrspänner wollen sicher und ruhig durch die Arena gelenkt werden. Nur die Kostüme fehlen noch.

Imposant, was da schon bei den Proben abgeht. Alle sind heiß, endlich wieder auftreten zu können, sagt Anja Imke, die Pressefrau vom Gestüt Moritzburg. Am Sonnabend ist es endlich soweit.

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Die erste Hengstparade fand in Moritzburg im Jahr 1924 statt. Damals wie heute erfolgt die Präsentation der Landbeschäler auf dem großen Paradeplatz. Allerdings hat sich dieser in den letzten Jahren erheblich verändert. Dank der Investitionen des Freistaates verfügt dieser jetzt über fast 5.500 überdachte Sitzplätze. Doch auch die Bedingungen für Pferde, Reiter und Kutschen wurden dank eines modernen sogenannten Ebbe- und Flut-Systems deutlich verbessert. Durch dieses bilden sich weder Pfützen, noch staubt der Belag des Platzes. Dieser entspricht auch dank seiner neuen Größe damit internationalen Anforderungen.

Zum Auftakt der Hengstparade wird die Kesselpauke geschlagen.
Zum Auftakt der Hengstparade wird die Kesselpauke geschlagen. © Gestüt Moritzburg

Für die Präsentation der Moritzburger Deckhengste gibt es so ideale Bedingungen. Kein Wunder also, dass die Sitzplätze und auch die zusätzlich noch vorhandenen Stehplätze immer gut nachgefragt sind. Die Sächsische Gestütsverwaltung zählt die Hengstparaden zu den großen traditionellen Veranstaltungen, die immer an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden im September stattfinden. Die erste in diesem Jahr am kommenden Sonnabend ab 13 Uhr.

Im vergangenen Jahr sorgte die Corona-Pandemie allerdings für einen spürbaren Einschnitt. Die Paraden waren nicht in der gewohnten Form möglich und mussten ausfallen. Als Ersatz gab es allerdings drei so genannte Hengstimpressionen, deren Programm statt der für die Paraden üblichen vier nur zwei Stunden dauerte. Noch einschneidender als das verkürzte Programm war, dass pro Veranstaltung nur maximal 1.000 Besucher auf den Platz durften.

Da viele der Eintrittskarten bereits vor der Pandemie verkauft worden waren, behielten diese für die Paraden in diesem Jahr ihre Gültigkeit. Diese sind nun wieder in voller Länge möglich. Einschränkungen gibt es nach Auskunft von Kati Schöpke, der Geschäftsführerin der Sächsischen Gestütsverwaltung, aber auch bei den diesjährigen Paraden.

So sind pro Veranstaltung maximal 5.000 Besucher möglich. Das Hygiene-Konzept wird entsprechend der aktuellen Pandemie-Situation vom Gesundheitsamt des Landkreises geprüft. Anja Imke: „Es gelten die 3-G-Regeln. Also geimpft, genesen oder getestet mit vorzeigbarem Nachweis.“ Karten gibt es in der Woche im Vorverkauf im Gestüt in Moritzburg und an der Tageskasse. „Auf unserer Homepage haben wir alle Infos zu den Hengstparaden angeführt“, sagt die Pressesprecherin.

Restkarten für Samstag gibt es noch

Die Lehrlinge vom Gestüt Moritzburg zeigen, dass sie im schnellen Ritt auch mit Pfeil und Bogen treffen.
Die Lehrlinge vom Gestüt Moritzburg zeigen, dass sie im schnellen Ritt auch mit Pfeil und Bogen treffen. © Gestüt Moritzburg

Die erste Parade am 11. September ist bis auf wenige Restkarten bereits ausverkauft. Und für die anderen beiden Veranstaltungen gibt es freie Plätze vor allem noch in den Preisgruppen zwei und drei.

Seit der Rückkehr der Hengste von den Deck- und Besamungsstationen in Sachsen und Thüringen trainieren diese gemeinsam mit ihren Reitern, Fahrern und Betreuern für den großen Auftritt. Die Besucher können auch in diesem Jahr in der vierstündigen Programmfolge - unterbrochen durch eine Pause - wieder temperamentvolle und historische Schaubilder erleben, die pferdebegeisterte Laien ebenso ansprechen wie Züchter. Diese bekommen auch wichtige Informationen zu den vorgestellten Landbeschälern.

Traditionell wird eröffnet mit dem berittenen Fanfarenzug und dem Kesselpauker. Vorgestellt werden sogenannte Remontehengste unter dem Reiter, schwere Warmblüter in verschiedenen Anspannungen bis hin zu den großen Mehrspännern. Historische Begebenheiten mit Pferden sind zu erleben, genauso wie die Springprüfung mit Hengsten, die freilaufenden Haflinger, die große Dressurquadrille mit 25 Warmblütern und als Abschluss die 16-spännige Postkutsche werden aufgefahren und geboten.

Ein Schaubild widmet sich in diesem Jahr wieder dem Thema Aschenbrödel. „Zu sehen ist darin auch die gerade restaurierte Staatskalesche“, sagt Gestütsleiterin Kati Schöpke. Das Original war bei den Dreharbeiten in Moritzburg zum Einsatz gekommen und ist heute noch im Film zu sehen. Bei einem Brand wurde diese Kalesche dann allerdings zerstört. Die danach angefertigte Kopie wurde nun noch einmal überarbeitet und sieht dem Original noch ähnlicher.

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Geplant sei, so die Landstallmeisterin weiter, die Staatskalesche im Winter auch in der Aschenbrödelschau auf Schloss Moritzburg zu zeigen, die nach dem kompletten coronabedingten Ausfall 2020/21 im November wieder ihre Türen für die Besucher öffnen soll.

Eintrittskarten für die Hengstparaden am 11., 19. und 25. September gibt es telefonisch unter 030 678 0 111 und online im cm-ticket-Shop.

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