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„Ich fühle mich total im Stich gelassen“

Wegen eines Brandes verlor Sabine Kohl ihre Wohnung in Coswig. Der Vermieter scheint ihr nun gleichwertigen Ersatz zu verweigern.

Sabine Kohl mit den Kindern Darius und Melina in der Ersatzwohnung, die ihr die WGC zur Verfügung gestellt hat. Sie möchte wieder in eine Vier-Raum-Wohnung ziehen, doch da führt gegenwärtig kein Weg hin.
Sabine Kohl mit den Kindern Darius und Melina in der Ersatzwohnung, die ihr die WGC zur Verfügung gestellt hat. Sie möchte wieder in eine Vier-Raum-Wohnung ziehen, doch da führt gegenwärtig kein Weg hin. © Norbert Millauer

Coswig. Der 14. Mai ist ein Freitag gewesen. Um 9.15 Uhr hat Sabine Kohl in Coswig ihre Wohnung in der Straße Am Ringpark 2 d verlassen, um zur Physiotherapie zu gehen. Ihr zwölfjähriger Sohn Darius steckte den Stecker des Staubsaugers in die Steckdose und fing an, sein Kinderzimmer zu saugen. 9.30 Uhr rief er Sabine Kohl an: „Mutti, komm bitte sofort nach Hause, mein Zimmer brennt.“ Er alarmierte noch die Feuerwehr und verließ mit seiner sechsjährigen Schwester Melina die Wohnung.

Nach nur wenigen Minuten war die Coswiger Feuerwehr vor Ort, unterstützt durch ein weiteres Fahrzeug aus Kötzschenbroda - insgesamt waren 40 Kameraden im Einsatz. Der Brand wurde gelöscht, die Wohnung jedoch ist vorerst unbewohnbar. „Wie die Brandermittlung ergab, war es ein Kabelbrand.“ Das schreibt Sabine Kohl am 9. Juni in einer E-Mail an Ute Reichelt, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Coswig/Sachsen eG (WGC), den Eigentümer der Brandwohnung. Die WGC hat ihr und ihren beiden Kindern inzwischen eine Drei-Raum-Wohnung als Ersatz zur Verfügung gestellt. Sabine Kohl bittet die WGC-Chefin in ihrer Mail, ihr wieder eine Vier-Raum-Wohnung zu vermieten, nicht aber die alte Am Ringpark. Zurückziehen wolle sie auf keinen Fall: „Meine Kinder und ich stehen durch den Brand unter Schock.“

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Am 14. Mai kam es gegen 9.30 Uhr auf der Straße „Am Ringpark“ zu einem Wohnungsbrand. Als die Freiwilligen Feuerwehren Coswig und Radebeul-Kötzschenbroda eintrafen, drang dunkler Rauch aus dem Kinderzimmerfenster des Sohnes von Sabine Kohl. Wie sich späte
Am 14. Mai kam es gegen 9.30 Uhr auf der Straße „Am Ringpark“ zu einem Wohnungsbrand. Als die Freiwilligen Feuerwehren Coswig und Radebeul-Kötzschenbroda eintrafen, drang dunkler Rauch aus dem Kinderzimmerfenster des Sohnes von Sabine Kohl. Wie sich späte © Roland Halkasch

Allerdings kam von dort bislang keinerlei Reaktion. Und langsam läuft Sabine Kohl die Zeit davon. Die alte Wohnung, Am Ringpark, hat sie zum 31. August gekündigt und dann läuft auch das Mietverhältnis für die derzeitige Ersatzwohnung aus. Sie hat der WGC zwei Vier-Raum-Wohnungen genannt, die frei sind, also vermietbar wären, doch ohne Erfolg. In ihrer Verzweiflung hat sich Sabine Kohl an die SZ gewandt. „Ich fühle mich total von der WGC im Stich gelassen. Ich weiß absolut nicht mehr weiter und bin total mit meinen Kräften am Ende.“

Auf eine schriftliche Anfrage bei der WGC durch den Autor dieses Artikels am 24. Juni ist bislang keine Antwort gekommen. Über die Gründe für diese Verweigerungshaltung kann nur spekuliert werden. Am Geld kann es nicht liegen, Sabine Kohl würde auch für eine neue Vier-Raum-Wohnung die Miete aufbringen. In der alten Wohnung gab es Probleme mit einem Mieter, der sie und ihre Kinder beschimpft hat, weshalb ihn Sabine Kohl nun wegen Beleidigung angezeigt hat. Dass die WGC befürchtet, die Wohnung, Am Ringpark, auch wenn sie saniert ist, nicht mehr vermieten zu können - wäre denkbar.

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