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Größere Wohnungen mit mehr Komfort

Die Wohnbau- und Verwaltungs-GmbH Coswig baut im Spitzgrund - erste Mieter ziehen im Januar ein.

Von Udo Lemke
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Im gelben Block entstanden aus 30 2-Raum-Wohnungen zehn 2-Raum- und zehn 4-Raum-Wohnungen. Wo der Bagger steht, soll ein Parkhaus hin und das Dienstleistungsgebäude links erhält zwei neue Stockwerke mit noch einmal 14 Wohnungen.
Im gelben Block entstanden aus 30 2-Raum-Wohnungen zehn 2-Raum- und zehn 4-Raum-Wohnungen. Wo der Bagger steht, soll ein Parkhaus hin und das Dienstleistungsgebäude links erhält zwei neue Stockwerke mit noch einmal 14 Wohnungen. © Norbert Millauer

An der Moritzburger Straße ist ein Wohnblock halbiert und umgebaut worden, das Dienstleistungsgebäude wird aufgestockt. Die SZ sprach darüber mit der WBV-Geschäftsführerin Pia Engel.

Frau Engel, der Umbau des Wohnblocks Moritzburger Straße 73 c/d sieht schon sehr weit fortgeschritten aus. Wann soll er abgeschlossen werden? Wie viele Wohnungen entstehen schlussendlich darin und wie viele sind 2- und wie viele 4-Raum-Wohnungen?

Wir sind Ende des Jahres fertig, und ab Januar ziehen die ersten Mieter ein. In dem Block sind zehn 2-Raum- und zehn 4-Raum-Wohnungen entstanden. Vorher sind es 30 2-Raum-Wohnungen gewesen, wir haben also 2-Raum- zu 4-Raum-Wohnungen zusammengelegt.

Gibt es schon Mietinteressenten für die Wohnungen, die größeren dürften ja für Familien interessant sein.

Wie gesagt, die ersten Mieter ziehen im Januar ein, darüber hinaus gibt es allerhand weitere Interessenten, vor allem für die großen Wohnungen.

Steuern Sie den Bezug in irgendeiner Weise, sodass auch wirklich Familien Platz finden?

Es haben sich für die zehn 4-Raum-Wohnungen bis auf eine dreiköpfige junge Familie ausschließlich Paare 60 Plus beworben. Das ist schade, aber das hat mit drei Gründen zu tun. Erstens wollen junge Familien mit Kindern mehr als die 80 Quadratmeter, die unsere 4-Raum-Wohnungen groß sind, sie möchten mindestens 100 Quadratmeter haben. Zweitens haben wir einen Aufzug eingebaut, was es für ältere Mietinteressenten sehr attraktiv macht. Und drittens verkaufen jetzt viele Ältere ihre Häuser und ziehen wieder in sanierte Mietwohnungen, weil diese meist barrierearm sind und sie die Bewirtschaftung der Häuser nicht mehr schaffen. Sie wollen ihren Lebensabend in einer bequemen Wohnung beschließen. Dort, wo wir im Spitzgrund Wohnungen zusammenlegen konnten und auf rund 100 Quadratmeter gekommen sind, sind auch junge Familien eingezogen.

Wie hoch sind die Mietkosten in dem umgebauten Wohnblock?

Die Mietkosten pro Quadratmeter betragen acht Euro kalt, plus 2,55 Euro Betriebskosten, da kommen wir also bei 10,55 Euro Warmmiete pro Quadratmeter raus. Die meisten Kaltmieten liegen in der WBV zwischen 5,50 und sechs Euro kalt, aber, wenn man so einen großen Umbau wie an der Moritzburger Straße 73 c/d macht, muss man natürlich mehr Miete verlangen, um wirtschaftlich zu bleiben. Die Leute, die dort einziehen, haben entweder ihre Häuser verkauft oder eine gute Rente.

Wie hoch sind die Investitionen, die für den Umbau der Moritzburger Straße 73c/d durch die WBV getätigt worden sind?

Gehen Sie von 2,8 Millionen Euro aus.

Anstelle der Moritzburger Straße 73 a/b, die inzwischen abgerissen worden sind, soll ein Parkhaus entstehen. Wie ist da der derzeitige Stand, gibt es einen Termin für den Baubeginn?

Es gibt ein Stadtentwicklungskonzept für den Spitzgrund, aber erst, wenn das städtische integrierte Entwicklungskonzept für ganz Coswig vorliegt, kann die Stadtverwaltung die nötigen Fördermittel für das Gebiet Spitzgrund, unter anderem auch für den Bau des Parkhauses, beantragen. Am 28. Januar kommenden Jahres müssen bei der Sächsischen Aufbau Bank die Anträge abgegeben werden, daran arbeitet die Stadtverwaltung. Sollten wir ohne Fördermittel bleiben, müssten wir das Parkhaus ganz anders als jetzt vorgesehen bauen.

Das benachbarte Dienstleistungsgebäude an der Moritzburger Straße 73 wird derzeit umgestaltet. Nach Ihren Informationen soll es um zwei Etagen mit neuen Wohnungen aufgestockt werden. Wie ist da der aktuelle Stand – wann soll das Projekt abgeschlossen werden?

Wir wollen am 30. Juni 2023 fertig werden. Wir haben aufgrund von Corona und Handwerkermangel einen Bauverzug von einem halben Jahr.

Wie viele Wohnungen sollen dort entstehen?

Auf das Gebäude kommen, wie gesagt, noch einmal zwei Etagen mit 14 Wohnungen drauf, außerdem wird es einen Aufzug erhalten. Im Erdgeschoss soll Gewerbe bzw. die Arztpraxen und der Friseur bleiben, im zweiten soll ebenfalls das Gewerbe bleiben. Sollten wir dort nicht genügend vermieten können, besteht auch die Option, weitere Wohnungen einzubauen. Weil wir hier neu bauen, können wir die Grundrisse frei bestimmen, sodass hier 2- bis 5-Raum-Wohnungen entstehen sollen.

Gibt es bereits Vorstellungen über die Kosten?

Wir rechnen mit Investitionen von etwa fünf Millionen Euro. Die Kaltmieten werden hier zwischen neun und zehn Euro liegen. Es haben sich für die neuen Wohnungen im Dienstleistungsgebäude bereits jetzt schon Interessenten bei uns gemeldet.

Die Fragen stellte Udo Lemke

Pia Engel, die Geschäftsführerin der Wohnbau- und Verwaltungs-GmbH Coswig (WBV).
Pia Engel, die Geschäftsführerin der Wohnbau- und Verwaltungs-GmbH Coswig (WBV). © Norbert Millauer