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Kasper muss noch warten

Das Museum Karrasburg Coswig zeigt in seiner aktuellen Sonderausstellungen Plakate zur Radebeuler Kasperiade.

Evelies Baumann, die Leiterin des Coswiger Stadtmuseums Karrasburg, richtet die von Gottfried Reinhardt geschaffene Kasperpuppe. An der Wand sind Plakate der Radebeuler Kasperiade zu sehen, die Bärbel Kuntsche gestaltet hat. Sie hat das Bild des Puppenth
Evelies Baumann, die Leiterin des Coswiger Stadtmuseums Karrasburg, richtet die von Gottfried Reinhardt geschaffene Kasperpuppe. An der Wand sind Plakate der Radebeuler Kasperiade zu sehen, die Bärbel Kuntsche gestaltet hat. Sie hat das Bild des Puppenth © Norbert Millauer

Der Kasper sei die Figur, die einem manchmal den Spiegel vorhalte, vor allem aber Freude bringen soll, sagt Evelies Baumann. Und davon hat die Leiterin des Coswiger Stadtmuseums Karrasburg derzeit eine ganze Menge zu bieten. Zeigt das Haus doch in seiner aktuellen Sonderausstellung „Den Kasper entdecken“ Grafiken von Bärbel Kuntsche, die die Radebeuler Künstlerin zwischen 2004 und 2014 für die Kasperiade - das seit 1987 veranstaltete Puppentheaterfestival der Lößnitzstadt - geschaffen hat.

„Der Kasper ist der Chef im Puppentheater, er steht am Ende immer für Gerechtigkeit“, sagt Bärbel Kuntsche zu ihrer Hauptfigur, die allerdings auf ihren Plakaten nicht im Vordergrund steht. Das sind andere Figuren, nämlich die Helden aus deutschen Märchen. Däumelinchen begegnet einem da ebenso, wie der Gestiefelte Kater oder der böse Wolf und die Sieben Geißlein. Aber immer taucht irgendwo die rote Mütze des Kaspers auf, manchmal ist er sogar doppelt da.

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Freundliche Bildwelten

„Ein besonderes Verdienst der Künstlerin Bärbel Kuntsche besteht darin, einen ganz eigenen fröhlichen Kasper als Symbolfigur für die Radebeuler Kasperiade in Altkötzschenbroda entwickelt zu haben, der dieses Fest neun Jahre lang gemeinsam mit vielen altbekannten Märchenfiguren begleitet hat“, schreibt Karin Baum, die langjährige Leiterin der Radebeuler Stadtgalerie. Und: „Wenngleich der umtriebige Geselle seine Gestalt auch oftmals veränderte, liebt ihn das Publikum bis heute und entdeckt den Kasper immer wieder neu.“

Der Name Kasperiade sei Programm, denn der Kasper sei ein schelmischer Überlebenskünstler, den die Unbilden des Lebens nie aus der Bahn werfen konnten. Der Name stehe aber auch für die Vielfalt der Figurentheaterkunst, die von traditionellem Handpuppenspiel über das Marionettentheater und das Schattenspiel und Erzähltheater bis zum Spiel mit Großfiguren reiche, so Karin Baum weiter.

Allen Plakaten von Bärbel Kuntsche ist gemeinsam, dass sie eine Puppentheaterbühne mit schwarz-weiß-kariertem Boden, roten Vorhängen und einen Ausblick hinter die Bühne zeigen. Auf dieser tummeln sich wie gesagt, nicht nur der Kasper, sondern auch diverse Märchenfiguren. Das Ganze erinnert an Illustrationen in alten Märchenbüchern, nur dass deren teilweise bitterer Ernst nicht vorhanden ist. Bärbel Kuntsche hat freundliche Bildwelten geschaffen. „Ich wollte immer, dass das Publikum, vor allem die Kinder, neugierig wird, in jedem Märchenmotiv ist ja etwas Heiteres, auch etwas Verstecktes.“

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