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Kein Stillstand - 45 Jahre Karat

Am Sonnabend gibt die Band ein Jubiläumskonzert in der Börse Coswig - eine Zeitreise mit ihren großen Hits von „Albatros“ bis zu „Der blaue Planet“.

Frontmann – Claudius Dreilich sieht Karat als Band, die von der Kreativität aller Musiker gleichermaßen lebt.
Frontmann – Claudius Dreilich sieht Karat als Band, die von der Kreativität aller Musiker gleichermaßen lebt. © Michael Petersohn

Coswig. Claudius Dreilich hat als Sänger den Platz seines 2004 verstorbenen Vaters bei Karat eingenommen. Was das Erfolgsgeheimnis der Band ist, wollte die SZ von ihm wissen.

Herr Dreilich - zunächst einmal Glückwunsch zu 45 Jahren Karat. Solch ein Jubiläum ist für eine Band nicht gerade häufig, Was glauben Sie, ist der Grund dafür, dass es bei Karat funktioniert?

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Wir haben uns immer als Familie gesehen und als Familie trennt man sich nicht. Jeder lässt dem anderen seinen Freiraum, sodass man wie in einer langen Ehe über viele Dinge nicht mehr streitet. Und dann haben wir natürlich auch alle noch genügend Energie und Saft und Kraft und wollen gemeinsam Musik machen.

Worin sehen Sie das Erfolgsgeheimnis solch unterschiedlicher Titel wie „Albatros“, „Über sieben Brücken musst du gehn“ und „Der blaue Planet“?

Die Songs, die Sie genannt haben, hat alle unser Ulrich „Ed“ Swillms komponiert. Er hat sich in einer Zeit, da noch die Mauer bestand, sehr stark an internationaler Musik orientiert und ganz besonders an den Stones. Daraus hat er viel Inspiration gewonnen und seinen eigenen Stil entwickelt.

Karat war zwar eine DDR-Band, ist aber schon in den 1970er-Jahren im Westen aufgetreten und hat dort Platten vertrieben. War die Band nicht lange vor der deutschen Einheit so etwas wie eine gesamtdeutsche Band?

Karat hat sich immer als gesamtdeutsche Band gesehen. Natürlich war es in DDR-Zeiten ein großes Privileg, im Westen auftreten zu können, aber dass die Musiker den Osten verlassen durften, war auch nur deshalb so, weil sie sehr viele Devisen einspielten, die die DDR dringend brauchte - da darf man sich nichts vorzumachen. Als Musiker macht man keinen Unterschied zwischen den Fans im Osten und im Westen - es ist unser Publikum. Da sind die gleichen Emotionen, da gibt es keine Unterschiede.

Als Karat 1975 gegründet wurde, waren Sie fünf Jahre alt. Vor 16 Jahren haben Sie den Platz Ihres verstorbenen Vaters Herbert Dreilich in der Band eingenommen. Sehen Sie dies als Fortführung seines Vermächtnisses oder als Zufall?

Vielleicht ist da von allem ein bisschen dabei. Karat hätte auch weiter gemacht, wenn ich mich dagegen entschieden hätte, der Sänger der Band zu werden. Anfangs hatte ich große Zweifel, ob das überhaupt funktionieren kann. Ich war ja zu dieser Zeit überhaupt nicht als Musiker unterwegs, ich habe bis 2004 für Ikea gearbeitet. Aber als ich mich gemeinsam mit der Band dafür entschieden hatte, haben wir 100 Prozent gegeben. Heute bin ich froh, dass ich diese Musik mit meinen Musikerkollegen weitertragen kann. Es wäre schade, wenn sie verloren gegangen wäre.

Wie setzen Sie eigene Akzente?

Natürlich - in den Alben, die wir in den vergangenen 15 Jahren aufgenommen haben. Aber ich bin ja auch kein Einzelkämpfer - wir sind eine Band, und da bringt sich jeder mit seiner Kreativität ein. So entstehen unsere Songs, es gibt keinen Stillstand.

In 45 Jahre Band-Geschichte passen ja fast schon drei Generationen rein. Ist es so, dass die alten Fans ihre Begeisterung an ihre Kinder und Enkelkinder weitergeben?

Ja. In unseren Konzerten sind mehrere Generationen, oft sind es ganze Familien. Das macht uns natürlich froh, wir wissen, dass wir nicht eingeschränkt und nur für eine Generation da sind. Unser Gitarrist, Bernd Römer, hat das mal schön gesagt: Karat ist auch Weltmusik und Weltmusik ist nie out.

Was ist beim Konzert am Sonnabend in der Börse Coswig von Karat zu erwarten?

Wir haben uns aus den letzten 45 Jahren die Songs ausgesucht, die am prägendsten für Karat sind. Da sind sämtliche Hits dabei, aber auch Songs aus Alben wie „Seelenschiffe“ oder „Weitergeh’n“ - es wird eine Zeitreise durch 45 Jahre.

Das letzte Album „Labyrinth“ ist 2018 erschienen. Arbeiten Sie an neuen Titeln?

Im Moment nicht. Wir sind immer kreativ, aber wir sind nicht im Studio, sondern wollen unseren Geburtstag ausgiebig mit den Fans feiern. Da haben wir ja einiges nachzuholen. Aber es wird ein weiteres neues Album geben - wir wollen ja 50 werden.

Was wünschen Sie sich, was die Musik von Karat bei den Fans bewegen soll?

Unsere Texte sind immer noch sehr aktuell, manchmal sogar mehr als zur Zeit ihrer Entstehung, wenn Sie nur an „Der blaue Planet“ denken. Aber wir stehen nicht auf der Bühne, heben den Zeigefinger und sagen den Leuten, was sie machen sollen. Wir wollen metaphernartig die Probleme ansprechen, die wir auf der Welt haben. Und da glaube ich, ist unsere Musik, sind die Texte zeitlos.

Die Fragen stellte Udo Lemke.

  • Das Konzert „45 Jahre Karat“ am 3. Oktober, beginnt 20 Uhr.
  • Restkarten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie in der Börse (Tel. 03523 700186) und an der Abendkasse erhältlich.

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