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So sollen die Weinfeste ablaufen

In Radebeul wird die Besucherzahl durch Security elektronisch überwacht. Meißen feiert gleich ganz dezentral.

Traditionell dreht sich das Theaterkarussell auf dem Herbst- und Weinfest in der Mitte des Dorfangers. In diesem Jahr zieht es auf die Hauptstraßen in Radebeul-Ost um.
Traditionell dreht sich das Theaterkarussell auf dem Herbst- und Weinfest in der Mitte des Dorfangers. In diesem Jahr zieht es auf die Hauptstraßen in Radebeul-Ost um. © André Wirsig

Radebeul/Meißen. Die Vorbereitungen zum diesjährigen Weinfest laufen in Radebeul auf Hochtouren. In der kommenden Woche möchte das Kulturamt das Programm vorstellen. Damit gibt es für das dreitägige Fest am letzten Septemberwochenende grünes Licht vom Gesundheitsamt des Landkreises. „Wir haben es nun schwarz auf weiß“, sagt Kulturamtsleiterin Gabriele Lorenz. Am Donnerstag ist die Genehmigung eingetroffen.

„Wir haben ein sehr gutes Konzept nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch im Hinblick auf Sicherheit und Hygiene entsprechend der Coronaverordnung erarbeitet“, informiert Lorenz, die seit Anfang dieses Monats im Amt ist. Um die 50.000 Besucher tummelten sich in den Vorjahren sonst immer auf dem Dorfanger in Altkötzschenbroda zum Herbst- und Weinfest mit Internationalem Wandertheaterfestival, so der offizielle Name. Coronabedingt muss die Verbindung von Weingenuss bei Musik und Schauspiel in diesem Jahr etwas anders ausfallen, weshalb es auch einen anderen Titel gibt. „Weinherbst mit Wandertheater und Musik“ heißt das Fest im Coronajahr.

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Damit das Weinfest überhaupt über die Bühne gehen kann, sind einige Auflagen zu erfüllen. So muss auf dem Festgelände einer Person vier Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen. „Das heißt, wir müssen die Zahl der Stände in Altkötzschenbroda reduzieren“, berichtet Lorenz. Zudem dürfen sich weit weniger Besucher zeitgleich auf dem Dorfanger aufhalten gegenüber den Vorjahren. Bei welcher Zahl die Obergrenze erreicht ist, möchte sie erst auf der Pressekonferenz Mitte kommender Woche bekannt geben.

16 Festorte auf Radebeul verteilt

Fakt aber ist bereits: Das Festgelände in „Altkö“ wird abgesperrt. Ein Sicherheitsdienst überwacht mittels eines elektronischen Erfassungssystems die Besucherzahl. Ist diese erreicht, müssen Gäste vor dem Einlass warten, bis andere das Areal wieder verlassen haben. „Oder sie suchen derweil einen der vielen anderen Veranstaltungsplätze auf“, empfiehlt Lorenz. Im Gegensatz zu den Vorjahren wird dieses Mal kein Eintritt verlangt.

Das neue Konzept des Meißner Weinfestes ermöglicht es Annekatrin Rades und Tim Strasser vom Weingut Rothes Gut, mit ihrer heimischen Location teilzunehmen.
Das neue Konzept des Meißner Weinfestes ermöglicht es Annekatrin Rades und Tim Strasser vom Weingut Rothes Gut, mit ihrer heimischen Location teilzunehmen. © Claudia Hübschmann

Um den aktuellen Bestimmungen zu Großveranstaltungen gerecht zu werden, ist das Traditionsfest nicht nur auf den Dorfanger konzentriert, sondern dezentral und weitläufig über das gesamte Stadtgebiet verteilt. So gibt es 16 Veranstaltungsorte, die sich wiederum mitunter in kleinere aufteilen, wie Weingüter und Besenwirtschaften. „Wo sollte man ein Weinfest feiern, wenn nicht dort. Wir zeigen dieses Mal mehr attraktive Orte“, meint Lorenz. Zu den größeren Spielstätten zählen neben dem Anger die Hauptstraße und das Areal vor dem Kulturbahnhof in Radebeul-Ost, die Weinbergstraße mit der Hoflößnitz, das Staatsweingut Wackerbarth und die Streuobstwiese am Elberadweg. Aber auch in Altnaundorf, an der Sternwarte, am Jugendtreff „Weißes Haus“ und an den Landesbühnen sollen Programmpunkte am Weinfestwochenende steigen.

Wie Feste in Corona-Zeiten über die Bühne gehen können, hat das Kulturamt in den Sommermonaten mit der Veranstaltungsreihe „Radebeuler Lebensart“ erprobt. Die Winzer konnten nicht zuletzt Erfahrungen mit den „Tagen des offenen Weingutes“ am letzten Augustwochenende sammeln. Auch das Weinfest ist ein Probelauf, und zwar für weitere Feste der Lößnitzstadt in diesem und nächsten Jahr. „Es ist ein guter Test, um zu sehen, was geht“, sagt Lorenz.

Ein Hygienekonzept eingereicht

Im Gegensatz zu Radebeul hat sich Meißen dazu entschlossen, am letzten Septemberwochenende ein ganz neues Konzept zu fahren. „Es wird so eine Art Mischung zwischen Kneipennacht und Tag des offenen Weingutes geben“, sagt Wirtschaftsförderer und Organisator Martin Schuster. An insgesamt 28 einzelnen Orten, die wie Inseln über das gesamte links- und rechtselbische Stadtgebiet verstreut liegen, werden Kultur, Wein und Kulinarisches angeboten. So zieht sich beispielsweise an der Dresdner Straße eine regelrechte Weinmeile entlang. „Wir sind auf diese Weise zu den Wurzeln des Weinfestes zurückgekehrt“, so Schuster. Er könne sich vorstellen, dieses Format als eigene Veranstaltung in Nach-Corona-Zeiten beizubehalten.

Nach Angaben des Wirtschaftsförderers hat jeder der knapp 30 Festplätze ein eigenes Hygiene-Konzept erstellt und eingereicht oder greift auf bereits genehmigte Pläne zurück. Ein hochwertiger Flyer gibt einen Überblick, was, an welchen Stellen zu erleben ist. Dieser soll breit in der Stadt verteilt werden. Nicht geplant sei indessen, überregional für das Weinwochenende zu werben, so Schuster. Man beschränke sich auf die Gäste, welche bereits Unterkünfte gebucht hätten. Aus den Hotels sei ihm zurückgemeldet worden, dass eine große Nachfrage bestehe.

Während der Festumzug und andere Standards dieses Jahr nicht stattfinden können, bleibt der Rummel auf der Festwiese unterhalb der Albrechtsburg erhalten. Schausteller Peter Vennedey und Kollegen haben vom Amt ebenfalls grünes Licht erhalten. Gewerbevereinschef Uwe Reichel wiederum hat bei der VGM nachgefragt. Diese wird wie gewohnt einen dichteren und verlängerten Linienverkehr anbieten.

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