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Wenn die Kulturministerin schaut, wie feiern geht

Radebeul bekommt es offenbar hin, in Corona-Zeiten die Hygiene und viele Leute unter einen Hut zu bekommen. Ein Beispiel für Sachsen?

Auf ein Gläschen (von links): Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch, Radebeuls Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann und Sachsens Weinprinzessin Ann-Kathrin Schatzl.
Auf ein Gläschen (von links): Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch, Radebeuls Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann und Sachsens Weinprinzessin Ann-Kathrin Schatzl. © Norbert Millauer

Radebeul. Wird Radebeul das Vorbild, wie in Sachsen, trotz Corona, gefeiert werden kann? Am Sonntag hat sich das die Kultur- und Tourismusministerin im Freistaat angeschaut. Barbara Klepsch (CDU) war am Sonntagnachmittag als Schirmherrin des Festes in Altkötzschenbroda, um zu sehen, wie das funktionieren kann - viele Tausende Menschen, weintrinkend und trotzdem auf den notwendigen Abstand achtend. Vor allem aber wollte sie mal mit eigenen Augen sehen, wie in der Lößnitzstadt für die in den letzten Monaten so gebeutelte Veranstaltungsbranche ein neuer Aufbruch gelingen kann.

Gut, dass sie am Sonntag gekommen ist, der Endlosregen am Samstag hätte kein realistisches Bild abgegeben. Oder doch? Um die 6.000 sollen - entsprechend wetterfest gekleidet und beschirmt - dennoch am Sonnabend gekommen sein.

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Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos), Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU), Stadträte und auch Wirte und Hotelbetreiber wie Petra Paul (Goldener Anker), Holger Jowatzky (Schwarze Seele) und Jörg Hahn (Hoflößnitz) haben der Ministerin am Ort des Geschehens berichtet, wie eben das Feiern trotzdem geht. Vor allem aber nicht aus dem Stand heraus.

Radebeuls OB sprach von den vielen Beratungen im Frühjahr mit den Gewerbetreibenden und Veranstaltern der Stadt. Von der Idee und dem Verwirklichen kleiner Feste und Märkte, praktisch als Vorproben für das große Weinfest. Wendsche: „Wir haben dieses Jahr Jubiläen und hätten gerne ganz groß gefeiert - das 25. Wandertheaterfestival und das 30. Weinfest. Corona hat das alles umgekrempelt. Aber wir lassen uns unsere Weinfeste nicht nehmen.“

 Schon bei den kleineren Veranstaltungen unter dem Obertitel Lebensart habe sich gezeigt, dass den Bürgern diese neue Art der Organisation gefällt. Viele hätten sich bereits gemeldet und gesagt, dass es so fortgesetzt werden sollte. Jetzt, zum großen Weinfest, stehen an den Eingängen die Sicherheitsleute mit Zählgeräten. 

Während des Ministerin-Besuches waren es etwa 2.900, die am Sonntag auf den Kötzschenbrodaer Anger strömten. Ungefähr halb so viele waren schon wieder weitergezogen an die anderen Orte des Festes, in die Weingüter und nach Radebeul-Ost. 3.000 sind die Grenze - mehr dürfen es auf dem Anger, so das Gesundheitskonzept, nicht sein.

Barbara Klepsch: „Ich bin froh, dass dies in der Praxis so geordnet und gut läuft, die Besucher sich an die Regeln halten. Dank an alle, die den Weinherbst hier organisiert haben, gerade unter diesen besonders schwierigen Bedingungen.“ 

Als ehemalige Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz kann sie einschätzen, was dahintersteckt. Sie nannte Unterstützungsfinanzierungen, die der sächsische Landtag beschlossen habe, damit die Veranstaltungsbranche etwas Anschub bekommt.

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Und Wendsche und Klepsch schauten auch schon weiter. In zwei Monaten sollen Weihnachtsmärkte in Sachsen starten. Der OB: „Wir werden das Weinfest auswerten. Aber die Idee steht schon, den Radebeuler Weihnachtsmarkt ebenso an fünf verschiedenen Orten stattfinden zu lassen. So könnte es trotzdem und ohne Maske beim Glühweintrinken gelingen.“

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