merken
PLUS Radebeul

Anne-Frank-Schule bleibt in Radebeul und bekommt ein neues Haus

Der Landkreis Meißen ist dabei, seine Gebäude zu modernisieren. Wie dies an der Förderschule erfolgen soll, hat der Kreistag entschieden.

Das Gebäude der Anne-Frank-Schule hat die Kapazitätsgrenze erreicht. Hier können nicht mehr Schüler lernen, weil es dafür zu wenige Räume gibt. Außerdem sind die Klassenzimmer zu klein.
Das Gebäude der Anne-Frank-Schule hat die Kapazitätsgrenze erreicht. Hier können nicht mehr Schüler lernen, weil es dafür zu wenige Räume gibt. Außerdem sind die Klassenzimmer zu klein. © Arvid Müller

Radebeul. Die stolze Summe von über 15,2 Millionen Euro will der Landkreis Meißen in Radebeul investieren. Das Geld ist für die Anne-Frank-Förderschule nahe der Gleisschleife in Ost bestimmt. Der Kreistag gab auf seiner jüngsten Sitzung grünes Licht, dass der Schulstandort einen Neubau bekommt.

Der Landkreis nennt insgesamt neun Schulen sein Eigen. Neben drei Berufsschulzentren, einer Fachschule und einem Gymnasium sind vier Förderschulen darunter. Derzeit ist die Kreisverwaltung dabei, einen Großteil ihrer Schulgebäude technisch und baulich auf Vordermann zu bringen. Allerdings ist dies im jetzigen Gebäude der auf geistige Behinderungen spezialisierten Schule an der Anne-Frank-Straße in Radebeul-Ost nur bedingt möglich.

Anzeige
So arbeiten die Tierärzte im Zoo
So arbeiten die Tierärzte im Zoo

Die Veterinärmediziner Eva Ziemssen und Dr. Dimitri Widmer kümmern sich neben den Tierpflegern um das Wohlergehen der 1.400 Tiere und noch einiges mehr.

In dem Haus gibt es zu wenig Klassenzimmer für die rund 60 Schüler. Die Räume sind zudem mit weniger als 30 Quadratmetern zu klein. Der Gesetzgeber verlangt aus Sicherheitsgründen 70 Quadratmeter pro Klassenzimmer. „Bislang fehlt zudem ein Werkstattbereich für die Ober- und Werkstufe. Sportmöglichkeiten sind ebenfalls nicht vorhanden“, berichtet die Kreisverwaltung in den Beschlussunterlagen.

15 Standorte kamen infrage

Aus den angeführten Gründen wird entweder ein kompletter Umbau des jetzigen Schulhauses, ein Neubau in der Nachbarschaft oder an einer ganz anderen Stelle erforderlich. Die Mitarbeiter des Amtes für Hochbau und Liegenschaften schauten sich daher nicht nur in Radebeul nach geeigneten Grundstücken um. 15 kamen insgesamt infrage, die auch in Coswig, Weinböhla und Meißen liegen.

Die Brachfläche zwischen Meißner Straße, Anne-Frank-Schule und der Kleingartensiedlung „Am Waldrand“ gehört dem Landkreis Meißen. Auf der Wiese soll das neue Schulhaus entstehen.
Die Brachfläche zwischen Meißner Straße, Anne-Frank-Schule und der Kleingartensiedlung „Am Waldrand“ gehört dem Landkreis Meißen. Auf der Wiese soll das neue Schulhaus entstehen. © Arvid Müller

Von diesen wiederum wählte eine Arbeitsgemeinschaft (AG) aus Kreisverwaltung, Kreisräten und betroffenen Rathauschefs vier Standorte für eine genauere Untersuchung aus. Neben einem Erweiterungsbau am jetzigen Standort ließ die AG einen Neubau neben dem Mohrenhaus an der Kottenleite in Radebeul, einen in Weinböhla neben dem Gymnasium an der Oststraße sowie einen auf dem Meisop-Gelände an der Friedewaldstraße in Coswig prüfen.

Gute Verkehrsanbindung in Radebeul-Ost

Gegen einen Umzug an die Kottenleite sprach, dass das Grundstück für zwei Schulen zu klein ist. Die Stadt Radebeul hält sich das Areal neben dem Mohrenhaus als Reserve für den Fall vor, dass der Bedarf für eine neue Grundschule im Stadtgebiet entstehen sollte. In Coswig benötigt die Meisop gGmbH selbst das Grundstück am Altenpflegeheim „Am Spitzgrund“. Und ein Verlagern der Schule nach Weinböhla hätte für rund die Hälfte der Schüler einen längeren Schulweg zur Folge gehabt.

So bleibt als Vorzugsvariante nur noch der jetzige Standort übrig, wie der Kreistag nun auch bestätigt hat. Für den Verbleib der Anne-Frank-Schule in Radebeul-Ost spricht neben der guten Verkehrsanbindung, dass der Landkreis in unmittelbarer Nachbarschaft eine größere Brachfläche an der Gleisschleife besitzt, was ein zeitnahes Umsetzen des Vorhabens ermöglicht. „Vor allem die Nähe zum Wohnheim Paradiesstraße stellt einen wesentlichen Vorteil dar“, so die Kreisverwaltung.

Baubeginn im Oktober 2024 geplant

Nachdem der Standort geklärt gewesen war, standen die Kreisräte vor der Frage, ob man das jetzige Schulhaus durch einen Anbau vergrößert oder auf dem Nachbargrundstück ein neues Schulhaus baut. Für die letztgenannte Variante fiel die Entscheidung. Die Kreisverwaltung soll nun prüfen, ob nach dem Auszug der Schule der Altbau verkauft oder als Verwaltungsstandort weiter genutzt werden soll. Durch einen Umzug der Außenstelle des Jobcenters aus dem Gebäudekomplex an der Dresdner Straße 78 in das Haus Anne-Frank-Straße 1 kann der Kreis rund 28.000 Euro im Monat an Miete sparen.

Weiterführende Artikel

Lüften statt Filtern an Radebeuls Schulen

Lüften statt Filtern an Radebeuls Schulen

Um Corona-Infektionen zu unterbinden, muss in Räumen für frische Luft gesorgt werden. Wie dies in den Klassenzimmern geschieht, erläutert OB Wendsche.

Millionenschaden an Schuldächern

Millionenschaden an Schuldächern

In Radebeul und Meißen muss schnell repariert werden, damit das nächste Schuljahr nicht gefährdet wird.

Luisenstift wird wieder schön gemacht

Luisenstift wird wieder schön gemacht

Die älteste Schule Radebeuls bekommt eine Sanierungskur. Vieles Historische soll dabei erhalten bleiben.

Bis es so weit ist, vergehen noch ein paar Jahre. Nun steht erst einmal die Planung des neuen Schulhauses an. Grundsteinlegung ist im Oktober 2024, die Fertigstellung im November 2026 geplant. Wenn dieser Zeitplan aufgeht, ziehen die Förderschüler in den Winterferien 2027 von dem alten in das neue Schulgebäude um.

Mehr zum Thema Radebeul