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Apothekerpark wird Bewegungsinsel für Kinder

In der Grünanlage in Radebeul entsteht ein Spielplatz. Die Freien Wähler wünschten sich dort auch Geräte für Erwachsene, weil für sie Freizeitangebote fehlen.

Durch die Pergola blickt man in den nördlichen Bereich der Parkanlage, auf dem der Spielplatz entstehen soll. Rechts des Weges ist der Sandkasten geplant. Linkerhand kommt ein Kletter- und Balanciergerüst hin.
Durch die Pergola blickt man in den nördlichen Bereich der Parkanlage, auf dem der Spielplatz entstehen soll. Rechts des Weges ist der Sandkasten geplant. Linkerhand kommt ein Kletter- und Balanciergerüst hin. © Norbert Millauer

Radebeul. Auf Sportmuffel wirken die Gerätschaften wie Folterinstrumente, für Fitnessfreaks sind sie dagegen der Inbegriff zum Stählen der Muskeln und des Körpers - die Rede ist von Außen-Sportgeräten und sogenannter Calisthenics-Parks. Letztgenannte Anlagen vereinen Sprossen- und Kletterwand, Reckstange und Ringe zum Turnen, Trainingsbänke für Streck- und Dehnübungen wie Rumpfheben, Rumpfbeugen oder Liegestütze und vieles mehr. „Es ist ein moderner Trimm-Dich-Pfad“, meinte Radebeuls Bauamtsleiter Jan Pötschke, als er Bilder von so einer Gerätschaft, die einem Klettergerüst für Erwachsene ähnelt, im Stadtentwicklungsausschuss präsentierte.

Mittels Beamer warf er noch andere Fotos an die Wand. Auf ihnen waren ganz klassische „Spiel“-Geräte für Jung und Alt wie Tischtennisblatten und Außenschachfeld sowie die modernen von der einzelnen Sportmaschine bis zum Outdoor-Fitnessstudio des Krokofits zu sehen. „Was davon wollen wir, für was besteht ein Bedarf und was haben wir eigentlich schon?“, fragte Pötschke in die Runde der Ausschussmitglieder. Und diese Fragen sollten geklärt werden, bevor die Stadt Bewegungsinseln für Kinder und Jugendliche, Familien und Senioren schafft.

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Mehr Bewegungsangebote für alle Altersgruppen gefordert

Pötschke reagierte auf einen Antrag der Freien Wähler. Die Stadtratsfraktion möchte, dass in der Lößnitzstadt multifunktionale Bewegungsinseln für alle Altersgruppen entstehen. „Mehr Bewegung dient neben Ernährung der Erhaltung der Gesundheit der Bürger, erhöht ihre Lebensfreude und auch die Attraktivität unseres Gemeinwesens“, lautet die Begründung. Nach Meinung der Freien Wähler mangelt es derzeit an nicht vereinsgebundenen Freizeit- und Bewegungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Radebeul.

Eine Chance, dieses Manko abzustellen, witterten die Freien Wähler im Apothekerpark in Radebeul-West. Die Grünoase hinter Bahnhofstraße und zwischen Harmonie- und Herman-Ilgen-Straße will die Stadt umgestalten. Und zwar baut sie noch in diesem Jahr im nördlichen Parkbereich einen Spielplatz. Auf Wunsch der Freien Wähler sollten dort aber nicht nur Kinderspielgeräte aufgestellt werden, sondern Gerätschaften, die alle Altersgruppen nutzen können.

"Flaschen-Potpourri" lautet der Name für den Entwurf des Kletter- und Balanciergerüsts. Bei dessen Gestaltung dienen Utensilien einer Apotheke als Vorbild.
"Flaschen-Potpourri" lautet der Name für den Entwurf des Kletter- und Balanciergerüsts. Bei dessen Gestaltung dienen Utensilien einer Apotheke als Vorbild. © Arvid Müller

Keine Sportgeräte für Erwachsene

„Der Apothekerpark sollte der Anfang sein, danach können schrittweise weitere Flächen in der Stadt für derartige Bewegungs- und Freizeitangebote gesucht und eingerichtet werden“, heißt es in dem Antrag. Als Beispiele nennt die Fraktion den Rosa-Luxemburg-Platz, den Robert-Werner-Platz, den Karl-May-Spielplatz oder die große Wiese zwischen Lößnitzgymnasium und Landesbühnen am Moritz-Garte-Steg.

Die Idee findet Pötschke nicht schlecht. Aber der Apothekerpark sei zu klein dafür. Er regte an, zunächst einmal die bereits erwähnten Fragen zu den Bewegungsbedürfnissen in der Bevölkerung und den daraus resultierenden Bedarf, beispielsweise nach einem klassischen oder modernen Trimm-Dich-Pfaden, zu klären, bevor man sich nach geeigneten Orten im Stadtgebiet umschaut. Das sah auch die Mehrheit des Bauausschusses so. Sie stimmte den Plänen der Stadtverwaltung zu, einen Kinderspielplatz ohne Spiel- beziehungsweise Sportgerät für Erwachsene zu schaffen. Die beiden Stadträte der Freien Wähler enthielten sich der Stimme.

Sandkasten, Klettergerüst, Schaukel und Wippe

Das neue Spielareal für Kinder von sechs bis 14 Jahre ist als Ersatz für die Spielfläche an der Hermann-Ilgen-Straße gedacht. Denn dieser Spielplatz fällt mit dem Bau der neuen Oberschule Kötzschenbroda weg und auf dem Schulareal kann keine Alternative angeboten werden.

Die Pläne für den etwas mehr als 900 Quadratmeter großen nördlichen Parkteil zwischen Pergola und Harmoniestraße sehen wie folgt aus: Der relativ mittig durch das Areal verlaufende Weg bleibt erhalten. An seiner Ostseite entsteht ein großer Sandkasten, an der Westseite ein Kletter- und Balanciergerüst. Bei dessen Gestaltung wird das Thema Apotheke aufgegriffen. So sollen beispielsweise Wände, die dem gesamten Gerüst Halt geben und hinter denen sich Kinder verstecken können, wie Arzneifläschchen aussehen. Federwippen in Form eines Trichters oder Schale komplettieren die Anlage.

Ringsherum führt kreisförmig ein gepflasterter Weg. An ihm sind Bänke aufgereiht, auf denen sich Eltern oder Großeltern setzen können, während sie auf ihre Kinnings aufpassen. Zudem stellt die Stadt eine Schaukel auf. Als Schattenspender werden neun neue Bäume gepflanzt. Fast 250.000 Euro kostet das Projekt.

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Dass das Kletter- und Balanciergerüst nur für kleine und nicht für große Erdenbürger bestimmt ist, machen die Mitarbeiter des Stadtgrünamtes in ihrer Stellungnahme zum Freie Wähler-Antrag deutlich. „Die entsprechend kindgerecht gestalteten Holzspielgeräte können nicht von Erwachsenen mit einem höheren Eigengewicht und deutlich mehr Kraft als bis 14-Jährige benutzt werden“, heißt es. Sprich, die Spielgeräte halten der Last eines Großen nicht stand.

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