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Jobwechsel im Kreis Meißen: Aus Bäckerei wird Fußpflege

In Krisenzeiten wechseln viele Beschäftigte ihre Arbeit. So auch im Landkreis. In der ehemaligen Bäckerei Barth in Radebeul werden heute Füße behandelt.

Von Beate Erler
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Nur das Schild an der Tür erinnert noch an die ehemalige Bäckerei. Heute hat Anett Barth hier ihre Podologie-Praxis.
Nur das Schild an der Tür erinnert noch an die ehemalige Bäckerei. Heute hat Anett Barth hier ihre Podologie-Praxis. © Arvid Müller

Früher Kuchen, heute Füße

Gerade hat Anett Barth ihre podologische Praxis verlassen und ist unterwegs zu einem Hausbesuch. An drei Tagen die Woche arbeitet die staatliche geprüfte Podologin in ihrer neuen Praxis in Radebeul auf der Dresdner Straße 18. Bis Ende September letzten Jahres gab es hier über 67 Jahre frische Brötchen, Brot und Kuchen. „Früher haben wir hier Kuchen gekauft und heute werden hier die Füße gemacht“, sagen manche ihrer Kunden. Anett Barth ist die Frau von Bäckermeister Thomas Barth, der im vergangenen Jahr seinen Familienbetrieb wegen der hohen Energiekosten schließen musste.

Die Räume der ehemaligen Bäckerei sollten aber nicht lange leer stehen. Seit März nutzt sie Anett Barth nun für ihre Praxis. Viele ehemalige Kunden hätten sich seit der Schließung bei ihrem Mann gemeldet. Und viele der Bäckereikunden älteren Semesters sind jetzt die Kunden der Podologin. Sie hat noch eine Praxis in Dresden. „Das ist den älteren Leuten aber zu weit und sie freuen sich, dass ich jetzt in der Nähe bin“, sagt die 58-Jährige, die mit dem Neustart in Radebeul in der heutigen Zeit auch ein gewisses Risiko eingeht.

Denn auch in ihrer Branche gibt es Personalmangel. Sowohl für ihre Praxis in Dresden als auch in Radebeul würde sie gern jeweils noch eine Podologin einstellen. „Bei mir steht immer ein Schild draußen, dass ich noch Unterstützung suche, aber ich finde niemanden“, sagt sie. Der Beruf sei heute nicht mehr so attraktiv und es würden zu wenige Podologen ausgebildet. Anett Barth hat noch Kontakt zur IBB-Schule in Dresden, wo sie ihre Ausbildung gemacht hat. „Ich weiß, dass es weniger Azubis gibt und die Klassenstärke sehr ausgedünnt ist.“

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