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CDU Radebeul diskutierte über Energiepolitik

Ohne große Stromspeicher wird der Kohleausstieg schwierig, sagen Wissenschaftler.

Das abgeschaltete Pumpspeicherwerk am Stausee Niederwartha mahne zum Handeln, meint CDU-Stadtverbandschef Werner Glowka.
Das abgeschaltete Pumpspeicherwerk am Stausee Niederwartha mahne zum Handeln, meint CDU-Stadtverbandschef Werner Glowka. © Sven Ellger

Radebeul. Was ist, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Wie kann eine sichere Stromversorgung bei der angestrebten Klimaneutralität aussehen? Diesen Fragen gingen jüngst die Teilnehmer am Online-Forum der Radebeuler CDU und des CDU-Landesfachausschusses Umwelt- und Energiepolitik zur Energiesicherheit nach. Zu der Diskussionsrunde waren die Wissenschaftler, Professor Michael Beckmann von der TU Dresden und Professor Harald Schwarz von der TU Cottbus-Senftenberg geladen. In ihren Vorträgen warben beide für mehr Sachlichkeit und Realitätssinn bei der deutschen Energiewende, teilte der CDU-Stadtverband mit.

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Ein Abschalten von Kohlekraftwerken könne aus Gründen der Versorgungssicherheit nur in dem Maße erfolgen, wie erneuerbarer Strom zum jeweils benötigten Zeitpunkt verlässlich vorhanden sei. Während bei konventionellen Kraftwerken die gesicherte Leistung bei rund 90 Prozent liege, sei das bei Strom aus Wind oder Sonne derzeit nur im Umfang zwischen null und zwei Prozent der Fall. Eine höhere Verlässlichkeit lasse sich nur durch großvolumige neue Stromspeicher erreichen (Batterien, Wasserstoff, etc.). Diese stünden in den nächsten Jahren aber in noch viel zu geringem Ausmaß zur Verfügung.

Auch der dafür notwendige Stromnetzausbau sei erst zu gut zehn Prozent realisiert. Gleichzeitig werde in Kürze erstmals die tatsächlich benötigte Höchstlast an Strombedarf nicht mehr vollständig durch konventionelle Kraftwerke abgesichert sein. Diese Lücke führe zu erheblichen Versorgungsrisiken. Deshalb komme es darauf an, neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne auch eine planbare und verlässliche Erzeugung mit möglichst wenig CO2-Emissionen rasch zu etablieren.

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„Die Politik tut gut daran, bei der Energiewende Naturwissenschaftlern, Technikern und Ingenieuren genau zuzuhören und sich unter Beachtung des Wünschenswerten auf das Machbare zu konzentrieren. Der abgeschaltete Stromspeicher vor unserer Haustür, das Pumpspeicherwerk in Niederwartha, mahnt uns jeden Tag zum Handeln“, lautet das Fazit von Radebeuls CDU-Vorsitzenden Werner Glowka nach dem Diskussionsabend. (SZ)

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