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In Radeburg wird jetzt kostenlos getestet

Am Dienstag erlebte das vom ASB Dresden & Kamenz betriebene Zentrum seinen heißen Start. Mit einer guten Nachfrage und einer kleinen technischen Panne.

Franziska Büttner, Studentin und ehrenamtliche ASB-Helferin, führt bei Anna Neumann aus Großdittmannsdorf einen Corona-Schnelltest durch. Die junge Frau hatte am Dienstag frei und brauchte die Testbescheinigung für den Besuch eines Geschäfts.
Franziska Büttner, Studentin und ehrenamtliche ASB-Helferin, führt bei Anna Neumann aus Großdittmannsdorf einen Corona-Schnelltest durch. Die junge Frau hatte am Dienstag frei und brauchte die Testbescheinigung für den Besuch eines Geschäfts. © Norbert Millauer

Radeburg. "Wer gleich heute früh zur Eröffnung des Testzentrums gekommen ist, musste ein bisschen anstehen“, sagt Radeburgs Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos). Gegen 11.30 Uhr haben bereits rund 75 Leute das neue Angebot genutzt. Überwiegend ältere Mensch, mehrere Ehepaare und auch einige Kinder waren dabei. „Junge Leute eher weniger“, ergänzt die Rathauschefin.

Beim Besuch am zeitigen Dienstagmittag herrscht vor dem Mehrzweckgebäude auf dem TSV-Sportplatz zwar ein ständiges Kommen und Gehen, aber niemand muss draußen warten. Wer sich jetzt testen lassen will, kann gleich eintreten und in der Anmeldung im ersten Raum neben der Tür melden. Dort sitzen eine Frau und ein Mann in der Kleidung des ASB vor einem Computer und lesen die Chipkarte der Krankenkasse ein. Das dauert normalerweise keine halbe Minute, dann können die Besucher zum Test weitergehen.

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„Heute früh gab es allerdings Probleme mit der Technik“, sagt Ralf Rehwagen, der beim ASB Dresden & Kamenz für die Corona-Tests zuständig ist. „Daher mussten die Daten von Hand eingegeben werden, was natürlich etwas länger dauerte.“ Nach Rücksprache mit dem Landratsamt Meißen, dessen Software genutzt wird, funktionierte das Einlesen der Karten später wieder.

So wie am Donnerstag vor Ostern, als es im Testzentrum mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung und stadtnaher Einrichtungen einen Probedurchlauf gegeben hatte. An diesem Tag mit nur einer Teststation, am Dienstag sind es zwei. „Und so soll es vorerst auch bleiben“, ergänzt der ASB-Mann.

Hier werden bei der Anmeldung die Chipkarten eingelesen und später auch die Testbescheinigungen ausgedruckt. Übergeben werden diese dann im Wartebereich für die Getesteten im großen Mehrzweckraum.
Hier werden bei der Anmeldung die Chipkarten eingelesen und später auch die Testbescheinigungen ausgedruckt. Übergeben werden diese dann im Wartebereich für die Getesteten im großen Mehrzweckraum. © Norbert Millauer

Durchgeführt werden die Schnelltests per Nasenabstrich von zwei jungen Frauen. Beide sind Medizinstudentinnen und für den ASB in Radeburg als Ehrenamtliche im Einsatz. So wie der Mann an der Anmeldung. Der Ruheständler ist ehemaliger Mitarbeiter des Wohlfahrtsverbandes. Seine frühere Kollegin ist die einzige Hauptamtliche aus dem vierköpfigen Team des Testzentrums. Unterstützung sollen sie zumindest in den nächsten drei Wochen noch durch drei Angehörige der Bundeswehr bekommen. Diese sind am Dienstagmittag allerdings noch auf dem Weg aus der Oberpfalz.

Nach dem Abstrich gehen die Getesteten weiter in den Mehrzweckraum des Sportzentrums. Die Räumlichkeiten erlauben es, dass sie dabei keinen Kontakt zu Neuankömmlingen haben. Die mit Abstand aufgestellten Stühle bieten Platz für bis zu 25 Leute, die hier gleichzeitig auf ihr Testergebnis warten können. Das dauert gut 15 Minuten. „Wer wenig Zeit hat oder nicht auf den Bescheid warten möchte, kann auch mit seinem Telefon einen QR-Code scannen oder sich das Ergebnis per SMS auf sein Handy schicken lassen“, sagt Ralf Rehwagen.

Wöchentlich mehrere kostenlose Tests möglich

Für etwas Unsicherheit hatten zunächst noch die Äußerungen von Sachsens Ministerpräsidenten in der vergangenen Woche gesorgt, dass kostenlose Tests mindesten einmal pro Woche möglich sind. Ralf Rehwagen bekräftigt auf Nachfrage: „Wer kommt, wird getestet.“ Ob das in Radeburg künftig mehr als zweimal wöchentlich und auch zu anderen Zeiten möglich sein wird, ist noch nicht entschieden. „Wir werden erst mal 14 Tage schauen, wie es hier läuft.“

Der Mann vom Arbeiter-Samariter Bund stellt aber auch gleich klar, dass eine Ausweitung der Testmöglichkeiten in der Zille-Stadt vor allem eine personelle Frage ist. „Wer uns unterstützen will, kann sich gern bei mir melden. Wir sorgen für die notwendige Schulung und es gibt auch eine Aufwandsentschädigung.“

Michaela Ritter sieht die jetzige Situation durchaus auch als Chance für die Wohlfahrtsverbände. „In normalen Zeiten hat man ja kaum Kontakt zu diesen. Jetzt sieht man wieder einmal, wie wichtig sie sind.“

Für den ASB Dresden & Kamenz ist der Start in Radeburg eine Premiere. „Wir testen seit Dezember zwar schon Bewohner, Mitarbeiter und Besucher in unseren drei großen Pflegeheimen, aber das ist unser erstes Testzentrum“, so Ralf Rehwagen.

Am ersten Tag lassen sich hier 120 Bürger testen. Alle Ergebnisse sind negativ.

Infos zum Testzentrum

Wo? Mehrzweckgebäude Sportplatz Radeburg auf der Jahn-Allee.

Wann? Vorerst Dienstag und Donnerstag von 9 bis 14 Uhr. Keine Anmeldung!

Was passiert bei einem positiven Testergebnis? Bei einem positiven Schnelltest-Ergebnis sind Sie verpflichtet, sich unverzüglich in häusliche Isolation zu begeben. Informieren Sie das zuständige Gesundheitsamt und sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über weitere Maßnahmen für sich und Ihre Kontaktpersonen.

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Was bekomme ich nach dem Test? Sie erhalten ein Tageszertifikat mit dem Testergebnis.

Wie oft kann ich mich testen lassen? Der Test ist auch mehrmals wöchentlich kostenlos.

Was muss ich mitbringen? Die Krankenversicherungskarte und den Personalausweis.

Kontakt für neue ASB-Unterstützer: [email protected]

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