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Radebeul: Preisträger des Couragepreises 2024 stehen fest

Die Radebeuler Couragepreise gehen in diesem Jahr an Jenny Rasche und an den Verein "Partnerschaft mit Osteuropa" aus Coswig.

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Jenny Rasche hat im rumänischen Siebenbürgen ein Kinderheim aufgebaut.
Jenny Rasche hat im rumänischen Siebenbürgen ein Kinderheim aufgebaut. © Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V.

Radebeul. Der Radebeuler Couragepreis geht in diesem Jahr nach Rumänien und in die Nachbarstadt Coswig. In der internationalen Kategorie wird Jenny Rasche aus dem sachsen-anhaltinischen Stapelburg und ihr Engagement für die Kinderhilfe Siebenbürgen geehrt. Der Coswiger Verein „Partnerschaft mit Osteuropa“ erhält den Preis in der regionalen Kategorie. Das teilte der Radebeuler Couragepreis-Verein mit. Die Preisverleihung erfolgt am 27. August dieses Jahres.

Der Preis in der internationalen Kategorie ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Preisträgerin kam 1983 in Wernigerode auf die Welt. Jenny Rasche ist ausgebildete Landwirtin und Sozialassistentin. In Rumänien hat sie Theologie und soziale Arbeit studiert. 2003 hat sie den Verein "Kinderhilfe für Siebenbürgen" gegründet. Vier Jahre später ist sie selbst mit ihrer Familie ins rumänische Sibiu gezogen.

"Mit den Spenden an den Verein und ihrer Tatkraft in allen Lebenslagen hat sich ein Slum in eine Siedlung mit festen Häusern, Wasser und Heizung verwandelt. Aus unterernährten, chancenlosen Babys und Kleinkindern sind Jugendliche geworden, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen", heißt es in der Mitteilung. Als Laudator für Jenny Rasche konnte Romani Rose, seit 1982 Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, gewonnen werden.

"Radikale Mitmenschlichkeit"

Die Mitglieder des Vereins "Partnerschaft mit Osteuropa" aus Coswig organisieren seit 1991 Hilfstransporte. Darüber hinaus engagieren sie sich für Verständigung und Kontakte zwischen Menschen zwischen Deutschland und Osteuropa. Seit 2009 unterstützt der Verein ein Kinderheim in Krakowez und ein Anti-Drogen-Projekt in Czernowitz. Der Preis in der regionalen Kategorie ist ohne finanzielle Dotierung. Als Laudatorin wird Natalija Bock, gebürtige Ukrainerin, seit 26 Jahren in Deutschland lebend und diesjährige Trägerin des vom Presseclub Dresden gestifteten Erich-Kästner-Preises, die Auszeichnung übergeben.

"Der Einsatz für Frieden, Demokratie, Humanität und Aufklärung erfordert Menschen, die sich dafür uneigennützig und couragiert engagieren. Seit der ersten Verleihung des Radebeuler Couragepreises im Jahre 2004 stehen Verein und Stadt dafür ein, dass dieses Wirken sichtbar wird und Ansporn für andere ist", teilt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) mit. Das Stadtoberhaupt hat mit dem Vorstand des Radebeuler Couragepreis-Vereins die genannten Preisträger bestimmt.

Vereinsvorsitzender Frank Richter, SPD-Landtagsabgeordneter, ergänzt: "Die Couragepreise 2024 gehen an Menschen, die beweisen, dass sich unsere Menschlichkeit entweder in einer radikalen Mitmenschlichkeit präsentiert oder als eine leere Worthülse unter den Tisch fällt."

Die Preise werden am 27. August 2024 um 18 Uhr in der Friedenskirche von Altkötzschenbroda übergeben. Für die musikalische Gestaltung sorgt die in Dresden ansässige "Banda Internationale". (SZ)