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Das lange Warten auf den neuen Hort

Bereits vor über vier Jahren leitete die Stadt Radebeul die Planung für einen Hortneubau im Stadtteil Oberlößnitz ein. Ein Baubeginn ist noch nicht in Sicht.

Die Visualisierung vermittelt, wie der neue Hort am Augustusweg einmal aussehen soll. Das Erdgeschoss erinnert mit seiner Steinfassade an eine Weinbergsmauer. Von großen Terrassen umgeben liegt darüber das Erdgeschoss mit den Gruppenräumen.
Die Visualisierung vermittelt, wie der neue Hort am Augustusweg einmal aussehen soll. Das Erdgeschoss erinnert mit seiner Steinfassade an eine Weinbergsmauer. Von großen Terrassen umgeben liegt darüber das Erdgeschoss mit den Gruppenräumen. © Visualisierung: Kolb Ripke

Radebeul. Die Mädchen und Jungen der Grundschule Oberlößnitz warten seit vielen Jahren auf einen neuen Hort. Und sie müssen sich noch weiter in Geduld üben. Zwar soll der Stadtrat auf seiner nächsten Sitzung den Baubeschluss fällen. Doch wann Bauleute den ersten Baggerhub für das neue Gebäude tätigen können, ist noch ungewiss. Denn eine entscheidende Frage ist noch nicht geklärt, und zwar die Finanzierung.

Die Zeit für das Vorhaben drängt. Momentan sind die 220 Kinder des städtischen Horts Oberlößnitz auf zwei Häuser verteilt. Von ihnen verbringen 120 Kinder nach Unterrichtsschluss ihre Freizeit am Standort der Grundschule Augustweg 42. Klassenzimmer im sogenannten Systembau, einem Anbau in Modulbauweise an das altehrwürdige Grundschulgebäude, werden nachmittags zu Horträumen umfunktioniert. Weitere 100 Kinder besuchen das Gebäude Augustusweg 62 b. Dieses Haus ist baufällig und sanierungsbedürftig. Zum wiederholten Male liegt eine nur zeitlich begrenzte Betriebserlaubnis durch das Landesjugendamt vor. Mit dem Ende des Schuljahres 2023/24 läuft diese aus.

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Geplant ist ein Neubau für 250 Kinder

Bereits 2016 machte sich die Lößnitzstadt mit der Planung zu einem Neubau auf. Damals formulierte sie ein Raumkonzept für 250 Kinder. Denn in dem Neubau sollen auch die derzeit noch in der Kita Waldstraße angebotenen Hortplätze für Grundschüler der Oberlößnitz künftig mit untergebracht werden. Zum Standort erkoren Stadtrat und Verwaltung das Grundstück Augustusweg 62 a, das unterhalb der Wach'schen Villa und neben der ehemaligen Mittelschule Oberlößnitz liegt, rund 500 Meter von der Grundschule entfernt. Es folgte ein Architekturwettbewerb, den im Sommer 2017 das Berliner Architekturbüro von Henry Ripke, der auch die Waldschlösschenbrücke in Dresden entworfen hat, und Thomas Kolb gewonnen hat.

Ein Blick in das neue Hortgebäude: Neben Bereichen zum Spielen soll es dort Ateliers für künstlerische Aktivitäten und eine Kinderwerkstatt, einen Sport- und Bewegungsbereich sowie Leseecken geben.
Ein Blick in das neue Hortgebäude: Neben Bereichen zum Spielen soll es dort Ateliers für künstlerische Aktivitäten und eine Kinderwerkstatt, einen Sport- und Bewegungsbereich sowie Leseecken geben. © Visualisierung: Kolb Ripke

Ihr Entwurf sieht ein zweigeschossiges Gebäude vor, das sich an den Hang schmiegt. Das Erdgeschoss wird mit dunkelgrauen Steinen verkleidet, die an eine Weinbergsmauer erinnern. Durch den Haupteingang gelangt man in ein großzügiges Foyer. An diesen Loungebereich schließt sich nach Süden der Speiseraum an. Im Obergeschoss sind die Gruppenräume angeordnet. Diese wiederum unterteilen sich in drei Themenbereiche. Einer ist als Atelier gedacht, wo die Kinder sich künstlerisch und kreativ betätigen können. Im Sportteil soll die Bewegung im Vordergrund stehen. Der dritte Bereich dient der Kontemplation, wo die Kinder beispielsweise Ruhe zum Lesen finden. Zudem soll es eine Kinderwerkstatt in dem Haus geben.

Rund um die obere Etage führt eine Dachterrasse. Sie dient als Verbindung zur großzügigen Außenanlage. Die Freiflächen werden nach Vorstellung der Architekten ebenfalls in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Auf dem befestigten Pausenhof gibt es verschiedene Spielangebote, wie zum Beispiel Tischtennisplatten und Trampolin. Die dort schon jetzt vorfindbaren großen Bäume, von denen kaum einer für den Hortneubau weichen muss, dienen in dem parkähnlichen Areal als Spielwäldchen. Zudem gibt es terrassenartige Flächen mit Sitzgelegenheiten.

Stadt hofft auf neue Fördertöpfe

Fast 5,9 Millionen Euro betragen die Baukosten. Wenn der Stadtrat auf seiner Sitzung am kommenden Mittwoch grünes Licht gibt, kann die Verwaltung die nächsten Schritte zur Detailplanung einleiten. Zudem ist der Baubeschluss erforderlich, damit sich die Rathausmitarbeiter um die Finanzierung kümmern können. Denn ohne Fördermittel kann die Lößnitzstadt das Vorhaben nicht stemmen. Grundsätzlich sei das Bauprojekt über das Kita-Investitionsprogramm des Freistaats Sachsen förderfähig. "Derzeit stehen aber in diesem Programm keine verfügbaren Mittel bereit", informiert die Verwaltung den Stadtrat über das Hauptproblem bei dem Bauprojekt.

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