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PLUS Radebeul

Das Millionen-Feuerwehr-Geschäft

Fünf Städte tun sich zusammen und bestellen teure Fahrzeuge mit Drehleitern, die gemeinsam günstiger zu bekommen sind. Radebeul übernimmt dafür die Federführung.

So werden die neuen Fahrzeuge für Radebeul, Riesa, Radeburg, Nossen und Königsbrück, ausgerüstet mit einer drehbaren Leiter, aussehen. Auf dem Foto wird das derzeit modernste Drehleiterfahrzeug im Landkreis Meißen gezeigt.
So werden die neuen Fahrzeuge für Radebeul, Riesa, Radeburg, Nossen und Königsbrück, ausgerüstet mit einer drehbaren Leiter, aussehen. Auf dem Foto wird das derzeit modernste Drehleiterfahrzeug im Landkreis Meißen gezeigt. © Ingo Nestler

Es gibt in Europa ganze zwei Firmen, die solche Drehleiterfahrzeuge für Feuerwehren nach den geforderten Vorschriften produzieren können. Das sagt Ingo Nestler, der für den Kreis Meißen zuständige Brandmeister. Solche Fahrzeuge für den Einsatz in großen Höhen - wie kürzlich bei einem Wohnungsbrand im obersten Geschoss eines Plattenbaus in Coswig - braucht die Feuerwehr regelmäßig.

Die Radebeuler Wehr hat eine Drehleiter, stationiert in der Wache in Ost. Allerdings ist die bereits über 20 Jahre alt. Es häufen sich die Reparaturen. Ein neues Fahrzeug soll angeschafft werden. Ähnliche Probleme und Absichten haben auch die Städte Riesa, Radeburg, Nossen und Königsbrück. Also kam der Kreisbrandmeister gemeinsam mit den Kommunen auf die Idee, eine Sammelbestellung anzustreben und so die Kosten günstiger zu gestalten. Ein völlig neues Verfahren, aber sinnvoll, denn ein solches Drehleiterfahrzeug kostet etwa eine Dreiviertelmillion Euro und mehr.

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Die genannten Städte kamen unter der Anleitung von Ingo Nestler überein, dass Radebeul dafür die Fäden in die Hand nehmen soll. Der Kreisbrandmeister: „Vor allem auch deshalb, weil Radebeul unter den fünf Städten die einzige ist, die eine Vergabestelle in der Verwaltung hat. Also selbst das gesamte Verfahren von Fachleuten genau prüfen und begleiten kann.“ Immerhin, es geht um eine Gesamtsumme von fast 3,5 Millionen Euro.

Bevor allerdings auch Radebeul die Bestellung und die Leitung der Sache übernehmen konnte, musste jede einzelne Kommune für sich schriftlich erklären, dass sie die finanziellen Mittel dafür auch aufbringen wird. Eins der Fahrzeuge kostet jetzt knapp 700.000 Euro. Im Radebeuler Stadtrat steht im Beschluss, dass für ein Drehleiterfahrzeug 555.000 Euro als Fördermittel vom Land kommen. Ähnlich wird es bei den anderen vier Städten sein. Heißt im Klartext, dass am Ende unterm Strich die jeweilige Kommune rund 140.000 Euro aus der eigenen Stadtkasse aufbringen muss.

Vor wenigen Tagen haben die Radebeuler Stadträte dem Verfahren und dem Bestellen der Drehleiterfahrzeuge zugestimmt. Den Zuschlag für die Fahrzeuglieferung soll die Firma Rosenbauer Deutschland GmbH aus Karlsruhe bekommen. In der Radebeuler Vergabestelle wurde die Gesamt-Angebotssumme von exakt 3.484.974,50 Euro geprüft, heißt es in dem Beschluss.

Der Auftrag darf allerdings erst erteilt werden, wenn im Falle einer Verfahrensrüge die Vergabekammer das Verfahren nicht beanstandet hat. Eine solche Sammelbestellung mit der dazugehörigen Förderung ist nämlich auch seitens des Landes Sachsen etwas Neues. Wenn das alles so wie gewollt funktioniert, so Kreisbrandmeister Ingo Nestler, dürfte im nächsten Jahr mit den Fahrzeugen für Radebeul, Riesa, Radeburg, Nossen und Riesa zu rechnen sein.

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