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Die Maske unter der Nase

Besonders ältere Menschen tragen die Maske beim Einkaufen nicht richtig, wird behauptet. Stimmt das? Wer ist für die Kontrolle verantwortlich?

Eine Mund-Nasen-Maske liegt in einem Einkaufswagen vor dem Supermarkt von Kaufland in Radebeul. Drin im Markt muss die Maske aufgesetzt werden. Hinweise darauf gibt es mehrere vor dem Supermarkt.
Eine Mund-Nasen-Maske liegt in einem Einkaufswagen vor dem Supermarkt von Kaufland in Radebeul. Drin im Markt muss die Maske aufgesetzt werden. Hinweise darauf gibt es mehrere vor dem Supermarkt. © Norbert Millauer

Von Beate Erler

Landkreis Meißen. Der Mann aus Gröditz, der anonym bleiben möchte, hat beim Einkaufen in einem Supermarkt Folgendes beobachtet: „Zwei Drittel der älteren Kundschaft trug den Schutz unter der Nase“, schreibt er. Darüber sei er sehr überrascht gewesen, denn er habe angenommen, dass sich eher die Jugendlichen nicht an die Maskenpflicht halten und so alte Menschen in Gefahr bringen. Besonders mit Blick auf die stark steigenden Infektionszahlen im Landkreis Meißen macht er sich Sorgen: „Mit dem beobachteten Missstand habe ich die Befürchtung, dass das auch nicht besser wird“, schreibt er weiter.

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Der Inzidenzwert für den Landkreis Meißen liegt derzeit bei 59,2 (Stand 27. Oktober). Einen Tag zuvor lag er noch bei 57,1. Die Zahl aller bislang positiv getesteten Personen liegt aktuell bei 629, meldet das Landratsamt. Alle sächsischen Kreise, bis auf Leipzig, sind bereits zum Risikogebiet erklärt worden. „Unser Ziel ist es, nach wie vor die Infektionskurve abzuflachen und die Kontakte akribisch nachzuverfolgen“, sagt die amtierende Meißner Landrätin, Janet Putz.

In Supermärkten werden jedoch keine Daten von den Kunden erhoben, die dann nachverfolgt werden könnten. Hier ist es besonders wichtig, dass sich alle an die Maskenpflicht halten und den Mund-Nasenschutz auch richtig tragen. Das Robert Koch-Institut (RKI) verweist bei den Infektionsschutzmaßnahmen gesondert darauf: „Wichtig ist hierbei, dass Mund und Nase bedeckt sind.“

Vor dem Eingang zum Kaufland in Radebeul steht eine ältere Dame mit Maske über Mund und Nase. Sie ist gerade dabei, mit Desinfektionsmittel den Einkaufswagen zu säubern. Auch im Supermarkt tragen alle eine Maske, und die Mehrheit auch so, wie es das Robert Koch-Institut empfiehlt.

 Immer wieder sieht man einige wenige Kunden, die ihre Maske unter der Nase oder sogar unterm Kinn tragen, aber das sind oftmals jüngere Menschen. Auch im Edeka in Coswig, im Lidl in Weinböhla und im Netto in Moritzburg ergibt sich das gleiche Bild: Die Menschen halten sich an die Corona-Schutz-Verordnung, dass beim Aufenthalt in Geschäften und Läden eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen ist. 

Ganz wenige mit einer Befreiung

Eine junge Kassiererin im Lidl in Weinböhla sagt: „Die meisten halten sich dran. Es gibt hier zwei bis drei ältere Kunden, die keine Maske tragen müssen, weil sie eine Befreiung haben.“ Der Aushang verweist auf 143 Kunden, die maximal zur gleichen Zeit hier einkaufen dürfen. Jeder Kunde muss einen Einkaufswagen mitführen. Die älteren Leute würden sich alle an die Maskenpflicht halten, sagt sie: „Es sind eher die Jugendlichen, die da manchmal schwierig sind.“

Vor dem Nettomarkt in Moritzburg sieht man einige alte Menschen, die im Auto warten anstatt selbst einkaufen zu gehen. Sie sind mit ihren Kindern hier, die für sie die Einkäufe erledigen: „Mir ist das mit der Maske einfach zu anstrengend und ich bekomme schlecht Luft“, sagt ein alter Mann, der deshalb lieber im Auto wartet.

Doch wer kontrolliert die Maskenpflicht in Supermärkten eigentlich? Der Geschäftsführer vom Handelsverband Sachsen, René Glaser, erklärt: „Personen, die entgegen der bestehenden Pflicht keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, ist der Aufenthalt in Geschäften versagt.“ Die Kontrolle der Maskenpflicht liegt aber nicht beim Hausherrn. „Die Überprüfung und Sanktionierung der Einhaltung dieser Pflicht obliegt in erster Linie den Ordnungsbehörden und in Ausnahmefällen der Polizei“, sagt René Glaser.

Schon seit einiger Zeit sieht man in Supermärkten aber kaum noch Security-Mitarbeiter, die das kontrollieren. René Glaser: „Parallel hierzu gilt das Hausrecht des Unternehmens, eine Zutrittsverweigerung zum Geschäft ist insofern grundsätzlich möglich.“

Im Kaufland in Radebeul will man sich dazu nicht weiter äußern. Als Filiale sei man dazu verpflichtet, entsprechende Hinweise für die Kunden auszuhängen. Zur Kontrolle sei man nicht verpflichtet, aber man habe das Recht und die Möglichkeit dazu. Das Gros halte sich aber an die Regeln.

www.kreis-meissen.org

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