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Das Karl-May-Museum wird zur Filmkulisse

"Action!" heißt es dieser Tage in den Villen Shatterhand und Bärenfett in Radebeul. Das Indianermuseum ist Dreh- und Angelpunkt eines eigenen Films.

Das Kamerateam steht vor der Villa Bärenfett und nimmt eine Szene mit Julia Schmidt als Nscho-tschi (r.), Roland Wichmann als Karl May (2.v.r.) und Peter Anders als Sam Hawkens (M.) auf.
Das Kamerateam steht vor der Villa Bärenfett und nimmt eine Szene mit Julia Schmidt als Nscho-tschi (r.), Roland Wichmann als Karl May (2.v.r.) und Peter Anders als Sam Hawkens (M.) auf. © Norbert Millauer

Radebeul. Alle Türen des Karl-May-Museums sind verschlossen, das Licht ist aus, als Julia Schmidt bemerkt, dass sie an ihrem Arbeitsplatz etwas vergessen hat. Also muss die junge Frau zurück in die Villa Shatterhand. Als sie auf dem Weg in ihr Büro ist, vernimmt sie plötzlich Geräusche aus dem Arbeitszimmer seines einstigen berühmten Bewohners. Und welch große Überraschung erlebt Julia Schmidt, als sie in den Raum blickt. Am Schreibtisch sitzt leibhaftig Karl May.

Während der Abenteuerschriftsteller für ein neues Buch die Feder schwingt, krabbeln aus dessen Seiten Sam Hawkens, Old Shatterhand und Nscho-tschi und machen sich auf zu einem Streifzug durch das Indianermuseum. Was sie dort erleben, ist bald als Film zu sehen.

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Die geschilderte Geschichte ist ein Plot, Julia Schmidt eine Schauspielerin. Sie mimt sowohl eine Museumsmitarbeiterin als auch Nscho-tschi, die Schwester Winnetous. In die Rollen von Karl May und Old Shatterhand schlüpft Roland Wichmann. Sam Hawkens wird von Peter Anders gespielt. Der Darsteller ist seit über zwanzig Jahren der Karl-May-Szene verbunden und stand unter anderem als Sam Hawkens bei den Karl-May-Festspielen im schweizerischen Engelberg auf der Bühne.

Lang- und Kurzversion geplant

Anders führt auch Regie für den Imagefilm des Museums, der an diesem Dienstag und Mittwoch in den Räumen der Villen Shatterhand und Bärenfett sowie im Park und an der Meißner Straße gedreht wird. Vom Regisseur stammt auch die Idee zu dem Filmprojekt, das über die Landeskampagne "So geht sächsisch" gefördert wird. "Das Landesprogramm unterstützt freie Künstler bei verschiedenen Projekten, die zeigen, wie vielfältig Sachsen ist", sagt Museumssprecher Kevin Sternitzke. Mit seiner Filmidee trat Anders an die Museumsleute heran. Sie stellten einen Fördermittelantrag. 4.000 Euro wurden bewilligt. Diese decken die Produktionskosten.

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Von dem Film entsteht eine Langversion von rund acht Minuten sowie eine kurze zwischen drei und fünf Minuten. Mit ihnen will das Karl-May-Museum für sich werben, sobald es nach dem Corona-Lockdown wieder öffnen darf. Vor der Wiedereröffnung soll der Werbefilm auf den Internetkanälen des Museums bei Youtube, Facebook und Instagram laufen. Auch auf die eigene Homepage wird der Streifen gestellt. Zudem hofft Sternitzke, dass das Ergebnis der jetzigen Dreharbeiten auf diversen Monitoren von Bahn- und Straßenbahn-TV gezeigt wird.

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