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Drei Viertel der Leute tragen Maske

Trotz des harten Lockdowns sind noch einige Maskenmuffel auf Radebeuls Straßen unterwegs. Der Kita-Notbetrieb dagegen läuft.

Die beiden Passantinnen auf der Bahnhofstraße machen es richtig. Mit dem harten Lockdown seit Montag gilt auch im öffentlichen Raum wie auf Straßen, Fußwegen und Plätzen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung.
Die beiden Passantinnen auf der Bahnhofstraße machen es richtig. Mit dem harten Lockdown seit Montag gilt auch im öffentlichen Raum wie auf Straßen, Fußwegen und Plätzen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung. © Norbert Millauer

Radebeul. Seit Montag gilt ein harter Lockdown in Sachsen und Radebeul. Nicht nur Kitas, Schulen und der Einzelhandel bleiben geschlossen. Auch neue Regeln beim Bedecken von Mund und Nase gelten.

Es ist Montagmittag. Eine halbe Stunde lang zählt die SZ Passanten auf der Bahnhofstraße. Die große Mehrheit trägt eine Maske, und zwar 82 Fußgänger. Einer telefoniert mit Mund-Nasenschutz sogar. Selbst einige Fahrradfahrer haben einen Schnutendeckel auf. Jedoch 25 Passanten haben Nase und Mund frei. Wer macht es richtig und verhält sich entsprechend der aktuellen Corona-Schutzverordnung? Und wem droht ein Bußgeld von 60 Euro wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht?

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Maskenpflicht gilt nun auch im Freien

In der neuen Verordnung ist ganz konkret und explizit geregelt, wo eine Mund-Nasenbedeckung in der Öffentlichkeit zu tragen ist. Maskenpflicht besteht vor Supermärkten und Läden sowie auf den dazugehörigen Parkplätzen und Parkhäusern. Auch vor Restaurants und Imbissen beim Abholen von bestellten Speisen und Getränken zum Nach-Hause-Mitnehmen müssen Nase und Mund bedeckt sein sowie auch vor Gotteshäusern, Schulen und Kitas. An Haltestellen, in Bahnhöfen, in Fußgängerzonen, auf Sport- und Spielflächen sind Masken explizit zu tragen, ausgenommen sind Kinder bis zehn Jahre.

Und was ist mit einer Maskenpflicht für Fußgänger auf Fußwegen und Straßen? Dort gilt diese Pflicht seit Montag auch. Wie das Kreisordnungsamt informiert, ist dies in Paragraf 3 Absatz 1 der Sächsischen Corona-Schutzverordnung geregelt. Eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung gilt „insbesondere dort, wo sich Menschen begegnen“. Letzteres Wort hat das Ordnungsamt unterstrichen.

Einfacher und wirksamer Schutz

Denn wenn auch rein theoretisch im Freien die Mindestabstandsregeln eingehalten werden können, muss immer damit gerechnet werden, dass Menschen unnötig dicht an anderen vorbeigehen oder stehen bleiben. Somit kann man sich immer wieder nahekommen, und vor allem näher als 1,50 Meter. Dagegen kann man sich auch mit Umsicht kaum vollständig schützen, so dass allein das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung einen wirksameren Infektionsschutz bietet. Als Faustregel lässt sich daher merken: Maske auf, sobald man das Haus verlässt. Denn laut Kreisordnungsamt besteht keine zeitliche oder örtliche Einschränkung der Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Ausnahmen sind in der Corona-Schutzverordnung geregelt.

Auf die Maskenpflicht im Freien hat bereits Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Bündnis/Grüne) vor einer Woche hingewiesen. Auf die Frage, ob diese auf Straßen und Plätzen gelte, antwortete er explizit mit Ja. Und man müsse auch damit einmal klarkommen, eine Maske zu tragen, wenn man allein auf der Straße steht. „Wir sind mitten in einer Pandemie. Wir haben Krankenstände und Menschen, die täglich ihr Leben verlieren“, so Günther. Da sei das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung ein so geringer - vom persönlichen Aufwand her - und gleichzeitig hochwirksamer Beitrag.

Keine Maskenpflicht beim Radfahren

Kurzum: Wer auf Straßen, Fußwegen und Plätzen eine Maske trägt, macht es richtig, zumindest ist es definitiv nicht falsch. Radfahrer müssen dagegen keine tragen, wenn sie auf dem Sattel sitzen. Denn eine Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes besteht nicht, soweit die Fortbewegung ohne Verweilen erfolgt, wie das Kreisordnungsamt informiert. Beim Schieben ist das was anderes.

Das Einhalten der Maskenpflicht kontrollieren Polizisten, wie auf dem Foto abgebildet in Pirna, sowie die Ordnungsämter von Städten und Kommunen.
Das Einhalten der Maskenpflicht kontrollieren Polizisten, wie auf dem Foto abgebildet in Pirna, sowie die Ordnungsämter von Städten und Kommunen. © Norbert Millauer

Das Einhalten der Maskenpflicht in der Öffentlichkeit kontrolliert in Radebeul das Ordnungsamt der Lößnitzstadt gemeinsam mit der Polizei. „Die Kollegen sind unterwegs“, teilte Stadtsprecherin Ute Leder auf SZ-Anfrage mit. Der gemeindliche Vollzugsdienst verfolgt hierbei folgende grundsätzliche Strategie: Wen sie ohne Maske in der Öffentlichkeit erwischen, der wird über die Pflicht, eine zu tragen, informiert und auf die Vielzahl von Bestimmungen hingewiesen. Zeigt sich danach einer uneinsichtig oder verstößt wiederholt gegen die Regeln, wird dies geahndet und dem Landratsamt gemeldet. Die Kreisbehörde leitet dann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Wie bereits erwähnt, für einen Verstoß gegen die Maskenpflicht werden 60 Euro Bußgeld verhängt.

Notbetreuung in Kitas und Schulen läuft ohne Probleme

Während es am ersten Tag des harten Lockdowns noch Probleme bei der Maskenpflicht gab, lief die Notbetreuung in Kitas und Schulen ohne Probleme an. Die fünf städtischen Kitas wurden am Montag von 66 Kindern besucht. „Uns liegt keine Information vor, dass Eltern abgewiesen wurden“, informierte Leder. Denn in den Kitas aufgenommen werden nur Mädchen und Jungen, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen tätig sind. Dazu zählen unter anderem Polizisten, Verkäufer in Lebensmittelmärkten sowie Mitarbeiter in den Bereichen Gesundheitsversorgung und Pflege.

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Wer die Notbetreuung in Anspruch nehmen darf, darüber hat die Kinderarche Sachsen die Eltern ihrer vier Radebeuler Einrichtungen bereits ab vorigen Donnerstag via Internet informiert. Offene Fragen dazu wurden darüber hinaus per Mailverkehr gelöst. So gab es auch hier keine Probleme am Montag. „Alle sind noch geschult vom ersten Lockdown im Frühjahr“, meint Birgit Andert, Sprecherin der Kinderarche. Das christliche Kinderhaus „Guter Hirte“ besuchen fünf von 60, die Kita Riesenzwerge 15 von 94, das Ökumenische Kinderhaus acht von 90 und den Kinderkreis Natur, Heimat und Gesundheit zwischen fünf und zehn von 87 Kindern.

Mehr Infos zur Notbetreuung unterwww.radebeul.de/Aktuelles

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