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Dynamo-Talent mit Familie abgeschoben

In der Nacht zu Donnerstag wurde ein georgisches Ehepaar mit ihren zwei Kindern aus der Radebeuler Wohnung geholt. Flüchtlingsrat kritisiert die Aktion.

Symbolbild
Symbolbild © Michael Kappeler/dpa

Radebeul. Am Donnerstagmittag gab es erneut eine Sammelabschiebung vom Leipziger Flughafen in Richtung Tiflis. In dem Flugzeug nach Georgien saß eine bestens integrierte Familie aus Radebeul, wie der Sächsische Flüchtlingsrat mitteilte. Gegen ein Uhr in der Nacht zu Donnerstag wurde das Ehepaar mit ihren zwei Kindern, anderthalb und 14 Jahre alt, aus der Wohnung an der Meißner Straße in West von der Polizei abgeholt. Die Familie lebte seit zwei Jahren in Deutschland. Der Vater ging laut Flüchtlingsrat-Sprecher Dave Schmidtke seit November 2020 einer Vollzeitstelle im Handwerk nach und der Sohn spielte als Nachwuchstalent bei Dynamo Dresden.

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Der pädagogische Leiter von Dynamo Dresden, Lars Nitzsche erklärte: „Es ist wirklich schade, da der Sohn der Familie ein Talent ist. Er ist uns bei seinem vorherigen Verein direkt positiv aufgefallen, deshalb haben wir ihn eingeladen bei Dynamo zu spielen.“ Der Junge sei sehr strebsam gewesen. „Er hatte sehr gute Noten und besuchte bereits den regulären Schulunterricht“, so Nitzsche.

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