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Einst die Frühgemüse-Kicker

Mit einer Mannschaft fing die Vereinsgeschichte des Serkowitzer FSV 1991 an. Heute trainieren und spielen Teams in allen Altersklassen.

Ein junger Verein hat einen jungen Chef. Patrick Fischer, Vorstandsvorsitzender des Serkowitzer FSV, war ein Jahr alt, als der Radebeuler Fußballverein aus der Taufe gehoben wurde. Nachwuchsarbeit ist dem Verein sehr wichtig.
Ein junger Verein hat einen jungen Chef. Patrick Fischer, Vorstandsvorsitzender des Serkowitzer FSV, war ein Jahr alt, als der Radebeuler Fußballverein aus der Taufe gehoben wurde. Nachwuchsarbeit ist dem Verein sehr wichtig. © Norbert Millauer

Radebeul. Wenn es um Fußball in Radebeul geht, kommt einem zumeist der Radebeuler Ballspielclub 1908 in den Sinn. Doch es ist nicht der einzige Verein in der Lößnitzstadt, bei dem Jung und Alt begeistert das runde Leder treten können. Das Lößnitzstadion ist die Heimat des Serkowitzer Fußballsportvereins (FSV). Dieser besteht seit 30 Jahren.

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Hervorgegangen ist dieser reine Fußballverein aus der Betriebssportgemeinschaft des Frühgemüsezentrums. „Diese hat bis zur Wende bestanden“, sagt Vorstandsvorsitzender Patrick Fischer. Wegen der politischen Umbrüche wollten einige der damaligen Sportfreunde nicht zu kicken aufhören. Fünf Fußballer riefen auf Initiative von Werner Vogel den Serkowitzer FSV ins Leben. Sie suchten sich Verstärkung, damit sie eine Mannschaft bilden konnten. Um die 20 Mitglieder zählte der Verein anfangs.

Nachwuchsarbeit seit 16 Jahren

Mit einer Männermannschaft trat der Fußballverein lange Zeit im Ligabetrieb an. „Im Jahr 2005 haben wir angefangen, gezielt Nachwuchs aufzubauen“, berichtet der 31-jährige Fischer, der 2010 dem Verein als aktiver Spieler beitrat und seit 2018 diesem als Chef vorsteht. Eine Jugendmannschaft trat von Coswig nach Serkowitz über. Die Nachwuchsarbeit hat federführend Stefan Laack initiiert. „Wir wollten eine nachhaltige Vereinsarbeit schaffen und den Zulauf an Spielern für die Männermannschaft sichern“, sagt Fischer. Ohne Nachwuchsarbeit würde die Vereinsgeschichte eines Tages enden. Das will keiner.

Rund 230 Mitglieder zählt der Serkowitzer FSV heute. Sie spielen in einem reichlichen Dutzend Mannschaften. „Wir sind auf Kreisebene und im Stadtverband Dresden aktiv“, informiert Fischer. In jeder Altersklasse wollen die Serkowitzer mit einem Team vertreten sein. „Das gelingt nicht immer, ist aber unser Ziel“, so Fischer. Dafür trainieren alle jede Woche im Lößnitzstadion. Neben der Jugend und den aktiven Herren gibt es eine Ü 40-Seniorenmannschaft sowie drei Frauenteams.

Verein achtet auf finanzielle Unabhängigkeit

Neben dem Ziel, jeder Altersgruppe Fußballspielen anbieten zu können, ist den Serkowitzern die finanzielle Unabhängigkeit sehr wichtig. Sie lehnen Sponsoring nicht ab, finanzieren das Tagesgeschäft, den Trainings- und Spielbetrieb, aber über die Mitgliedsbeiträge. Auf diese Weise laufen sie nicht Gefahr, in die Bredouille zu geraten, wenn ein Sponsor abspringt. Und diese Philosophie des unabhängigen Agierens hat sich in der Coronakrise bewährt. „Wir sind finanziell sehr solide durch die Pandemie gekommen“, berichtet Schatzmeister Johannes Franke.

Im Gegensatz zu anderen Vereinen hat der Serkowitzer FSV auch keine Spieler verloren, als lockdownbedingt über Monate der Übungs- und Wettkampfbetrieb ruhte. „Wir sind eher an Mitgliedern gewachsen. Diesen glücklichen Umstand verdanken wir in erster Linie unseren Übungsleitern, die den Kontakt zu ihren Mannschaftsmitgliedern gehalten haben“, so Franke.

Die Heimspielstätte ist das Lößnitzstadion. Dieses steht den Fußballern aber nicht allein zur Verfügung. Sie teilen es beispielsweise mit Leichtathleten oder den American-Football-Spielern des Radebeuler Vereins Suburbian Foxes. Daher hoffen die Serkowitzer, dass bald das geplante Kleinspielfeld neben dem Sport- und Freizeitzentrum Krokofit gebaut wird. Dies würde laut Fischer die Situation entspannen, was die begehrten Trainingszeiten auf dem großen Geläuf des Lößnitzstadions betrifft.

Benefizturnier für Kinderarche

Dort wird am morgigen Sonnabend das Vereinsjubiläum gefeiert. Ab 10 Uhr steht zunächst ein Turnier mit Freizeitmannschaften auf dem Programm. Zum dritten Mal stellt der Serkowitzer FSV das Benefizturnier auf die Beine. Der Erlös kommt erneut der Kinderarche zugute. Im Anschluss gibt es ein Vereinsfest, wo sich die Vereinsmitglieder nach Corona endlich mal wieder treffen können.

Bei diesem runden Jubiläum kommen nur Fußballer zusammen, beim nächsten sind eventuell Vertreter anderer Sportarten dabei. Denn im Serkowitzer FSV gibt es die Idee, sich sportlich breiter aufzustellen. Kontakt und Gespräche mit anderen Sportlern gibt es bereits. Aber bislang ist noch nichts spruchreif.

www.serkowitzer-fsv.de

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