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Elternprotest bleibt in Radebeul sichtbar

Radebeuls Oberbürgermeister hat Verständnis für die Protestaktion vor dem Rathaus. Bis einschließlich Mittwoch bleiben die Schuhe dort stehen.

Am Sonntag haben Eltern und Kinder die Schuhe vor dem Hauptportal des Rathauses abgelegt.
Am Sonntag haben Eltern und Kinder die Schuhe vor dem Hauptportal des Rathauses abgelegt. © Arvid Müller

Radebeul. Schuhe stehen auf sämtlichen Stufen vor dem Hauptportal des Radebeuler Rathauses. Plakate und Briefe, die den Protest von Eltern und Kindern gegen die erneuten Schließungen von Schulen und Kitas zum Ausdruck bringen, liegen dazwischen oder sind an der Haustür oder Hauswand angebracht. Immer wieder bleiben Passanten am Montagvormittag stehen und lesen sich die Botschaften durch.

In Radebeul soll das Zeichen des Protestes gegen die seit Montag geltende Schließung von Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen noch einige Tage zu sehen sein. „Die Schuhe vor dem Radebeuler Rathaus sind ein Ausdruck von Unverständnis, Enttäuschung, aber auch Wut und Angst vor der Zukunft von Schülern und Eltern“, teilte Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) mit. Dies ist aus Sicht der Stadtverwaltung nachvollziehbar. „Daher werden die Schuhe aus Respekt vor dem Elternengagement vorerst nicht entfernt“, heißt es in der Mitteilung weiter. Bis einschließlich diesen Mittwoch sollen die Schuhe vor dem Rathaus stehen bleiben.

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Weil der Inzidenzwert im Landkreis Meißen seit mehreren Tagen über 100 liegt, hatten am vergangenen Freitag das sächsische Kultus- und das Gesundheitsministerium die Schul- und Kita-Schließungen angeordnet. Gegen diese Entscheidung regt sich auch Protest bei Landrat Ralf Hänsel (parteilos) und etlichen Ober- und Bürgermeistern im Kreisgebiet.

Offener Brief von Landrat und Bürgermeistern

Noch am Freitagabend verfassten und unterschrieben sie einen offenen Brief an Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), worin sie eine andere Strategie beim Kampf gegen die Corona-Pandemie forderten. So sollte es kein flächendeckendes Schließen von Schulen und Kitas geben, sondern eine derartige Entscheidung abhängig von Testergebnissen gemacht werden. Bei 100 Prozent negativen Coronatests müssen Einrichtungen offengehalten werden, lautet eine Forderung.

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Unter dem Brief fehlte die Unterschrift von OB Wendsche. Wie er informierte, lag ihm das Schreiben am Freitag noch nicht vor. Er trage dessen Inhalt jedoch vollumfänglich mit. „Wiederholte flächendeckende Schulschließungen können grundsätzlich nicht der richtige Weg sein, der Pandemie zu begegnen. Auch die Art und Weise der Schließung – von Freitagnachmittag auf Montag ist nach einem Jahr Pandemie-Erfahrung nicht angemessen. Es braucht ein paar Tage Vorlauf, dies zu organisieren, für die Schulen, aber auch für Eltern und Kinder“, so das Radebeuler Stadtoberhaupt.

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