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Entwurf der Baumschutzsatzung liegt länger aus

Die Stadt Radebeul hat die Bürgerbeteiligung um einen Monat verlängert. Freie Wähler planen Informations- und Diskussionsabend.

Mit einer Messkluppe stellt man den Umfang eines Baumstammes fest.
Mit einer Messkluppe stellt man den Umfang eines Baumstammes fest. © Arvid Müller

Radebeul. Die Stadt Radebeul möchte das Fällen von Bäumen und Sträuchern erschweren. Ein Entwurf für eine neue und strengere Gehölzschutzsatzung ist erarbeitet und liegt seit Anfang September öffentlich aus. Ursprünglich sollte die Möglichkeit für Stellungnahmen, Hinweise und Anregungen am 1. Oktober 2021 enden. Doch nun gilt eine neue Frist. „Die Auslage des überarbeiteten Satzungsentwurfes wurde bis zum 31. Oktober 2021 verlängert“, teilte Stadtsprecherin Ute Leder mit.

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Zu den Kernpunkten des Satzungsentwurfs zählt unter anderem, dass künftig alle Bäume ab einem Stammumfang von 60 Zentimetern, in einer Höhe von 100 Zentimetern gemessen, unter Schutz stehen. Wer so ein Gehölz fällen möchte, muss sich dafür eine Genehmigung einholen. Zudem soll es künftig keinen Unterschied machen, ob ein Baum im Garten neben dem Haus oder einem unbebauten Grundstück steht. Wenn ein Baum dennoch gefällt werden muss, treten neue Regeln für Ausgleichspflanzungen in Kraft.

Alternative Ideen vorstellen

Radebeul verfüge über eine Gehölzschutzsatzung nach altem Vorbild, meinen die Freien Wähler. Aus deren Sicht gebe es allerdings bessere Alternativen, als schlicht die Grenzen für einen zu fällenden Baum oder zu entnehmende Hecke, zu verschärfen. „Wenn wir nur die Auflagen für den Baumerhalt erhöhen, laufen wir Gefahr, genau das Gegenteil zu erreichen: Der Baum wird gefällt oder erst gar nicht gepflanzt, bevor er in die kritische Größe wächst“, sagt der Radebeuler Stadtrat Hans Kraske, der sich für das Thema bei den Freien Wählern einbringt.

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Für die Bürgerschaft Radebeuls stelle sich nun die Kernfrage, wie auf der einen Seite der beeindruckende alte Baumbestand auf privaten Grundstücken erhalten und anderseits neues Grün gefördert werden könne. Die Freien Wähler wollen hierzu andere Lösungen und Ansätze vorstellen. „Wir freuen uns deshalb, dass wir den Bürgern in Radebeul Beispiele aus der Praxis anderer Städte darstellen können, die sehr erfolgreich andere Wege zum Erhalt ihrer Bäume, umgesetzt haben“, sagt Stadtratsfraktionsvorsitzende Eva Schindler. Für Montag, 18. Oktober planen die Freien Wähler einen Informations- und Diskussionsabend zu diesem Thema. Ort und genaue Zeit befinden sich in den letzten Abstimmungen.

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