merken
PLUS Radebeul

Erster Gemeinschaftsgarten in Radebeul geplant

Das Familienzentrum zeigt im Kultur-Bahnhof Präsenz. Neben vielen Ideen gibt es bereits konkrete Projekte, das Haus mit Leben zu füllen.

Der Kultur-Bahnhof soll ein Ort der Begegnung und zum Plauschen sein. Dass in dem Haus noch mehr Freizeit- und Kulturangebote entstehen, daran wirken Edna Ressel, Koordinatorin des Projekts MitteOst (l.), und Melannie Thum mit.
Der Kultur-Bahnhof soll ein Ort der Begegnung und zum Plauschen sein. Dass in dem Haus noch mehr Freizeit- und Kulturangebote entstehen, daran wirken Edna Ressel, Koordinatorin des Projekts MitteOst (l.), und Melannie Thum mit. © Arvid Müller

Radebeul. Immer zum Wochenausklang ist das Familienzentrum Radebeul am Kultur-Bahnhof mit dem Freitagscafé präsent. An einem Lastenfahrrad mit einer Kaffeebar gibt es „ä Schälchen Heeßen“ und leckeren Kuchen, an Tischen und Stühlen können Radebeuler und ihre Gäste Platz nehmen und plauschen. „Unser Ziel ist, dass Radebeul eine Stadt des Miteinanders wird“, sagt Edna Ressel. Sie koordiniert das Projekt MitteOst, über das vielfältige Möglichkeiten des Begegnens und des gemeinsamen Unternehmens entstehen sollen.

Anzeige
Bist Du bereit für die Arbeit mit Strafgefangenen?
Bist Du bereit für die Arbeit mit Strafgefangenen?

Als Justizvollzugsbeamter/in (m/w/d) hast Du einen spannenden Job mit viel Verantwortung.

Was sich so alles im Kultur-Bahnhof aktiv machen lässt, hat Edna Ressel jüngst die Leute gefragt. Denn schließlich sollen sich die Radebeuler selbst einbringen, um den Kultur-Bahnhof mit Leben zu füllen. Zu einer Ideenschmiede lud Ressel ein. Und rund 40 Menschen aus Nachbarschaft, Verwaltung, Vereinen und Händlerschaft kamen. „Es war eine sehr schöne und gelungene Veranstaltung“, sagt Ressel rückblickend. Und neben dem Sammeln vieler Ideen sind auch schon einige konkrete Projekte am Entstehen.

Platz für Beete in Raddbeul-Ost

Zu fünf thematischen Schwerpunkten haben die Köpfe geraucht. Es ging um Begegnung, Kultur, offener Austausch, Kreativität und Radebeul als grüne Stadt. Zu letztgenanntem Thema haben sich elf Teilnehmer in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden. „Sie wollen Radebeuls ersten Gemeinschaftsgarten gründen“, sagt Ressel. Die Nachbarstadt Dresden habe schon 27 davon, daher werde es Zeit, dass auch die Lößnitzstadt einen bekommt.

„Die Leute sind hungrig danach, selber Gemüse und Obst anzubauen und das Selbstgepflanzte, wenn es reif ist, zu ernten“, sagt Ressel. Einen Platz für die Beete hat die Gruppe bereits im Blick. Er ist fußläufig vom Kultur-Bahnhof aus in Radebeul-Ost zu erreichen. Ob dort ein Garten angelegt werden darf, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Erst dann wird die genaue Adresse bekannt gegeben. Neben dem gemeinschaftlichen Gärtnern steht auch die Wissensvermittlung an Kinder im Fokus. Sie sollen lernen, was so alles gedeiht und zwischen den Pflanzen kreucht und fleucht sowie was man alles selber herstellen kann. Auch Samen- und Pflanzentauschbörsen sind geplant.

Stadtteilfrühstück gewünscht

In Radebeul-Ost besteht nicht nur der Wunsch nach gemeinschaftlichem Gartenbau. So waren unter den Teilnehmern der ersten Ideenschmiede auch Liebhaber von Wein und Käse, die hierzu ein eigenes Format kreieren wollen. Ein Filmcafé steht ebenfalls auf der Wunschliste. So soll es noch vor Weihnachten einen Kurzfilmtag im Kultur-Bahnhof geben. An den Freitagen vor den Adventswochenenden werden nachmittags Weihnachtslieder gesungen.

Auch die Idee für ein Stadtteilfrühstück wurde geäußert. Einmal im Monat stellt man vor dem Kultur-Bahnhof Tische zu einer großen Tafel zusammen, jeder bringt Speisen mit und dann wird gemeinsam gegessen. „Das werden wir wohl erst realisieren, wenn es im nächsten Jahr wieder wärmer wird“, sagt Ressel.

Ab November jeden Dienstag was los

Neben dem Freitagscafé hat das Familienzentrum bereits regelmäßig das Elterncafé im Kultur-Bahnhof ins Programm genommen. Ab November kommen die Dienstage fest zum Veranstaltungsangebot hinzu. Sie stehen jeweils unter einem bestimmten Motto. Der 1. Dienstag eines Monats ist für das Elterncafé bestimmt. Am 2. Dienstag dreht sich alles ums Spielen, und zwar „ganz analog und klassisch“, so Ressel, mit Figuren, Würfeln oder Karten. Jeder kann eigene Brettspiele mitbringen. Einige sind bereits dank der Stadtbibliothek vor Ort vorhanden. Am 3. Dienstag eines Monats wird es digital. Beim Gamingcafé Können die Besucher an Tablets und Konsolen daddeln und Computerspiele testen. Kreativ geht es am 4. Dienstag eines Monats zu. Dann wird beispielsweise genäht. Jung und Alt schneidern mit Nähmaschinen. Oder es wird die moderne Version der Schönschrift, das sogenannte Handlettering, geübt. Beginn ist jeweils 15 Uhr.

Weitere Ideen erwünscht

Bei der einen Ideenschmiede soll es nicht bleiben. Zum zweiten Mal werden bereits am 8. November die Köpfe rauchen. Ressel hofft, dass sich dieser Gedankenaustausch als regelmäßige Stadtteilrunde etabliert, zu der jederzeit Interessierte dazustoßen können. „Menschen, Vereine und Händler tüfteln für den Stadtteil. Von ihnen sollen die Ideen für gemeinsame Aktionen kommen. Wir stellen den Ort dafür“, sagt Ressel.

Weiterführende Artikel

Wenn die Blase drückt und das WC defekt ist

Wenn die Blase drückt und das WC defekt ist

Die öffentliche Toilette im Radebeuler Kultur-Bahnhof ist seit Wochen kaputt. Neben einer Reparatur fordert ein Bürger eine kostenlose Lösung für die Notdurft.

Radebeul würdigt ehrenamtliches Engagement in Kitas und Schulen

Radebeul würdigt ehrenamtliches Engagement in Kitas und Schulen

Die Ehrenamtspreis-Verleihung musste zu Beginn des Jahres ausfallen. Nun holte die Stadt die Auszeichnung nach. Acht Preisträger gibt es.

Die Fami macht trotz Finanzproblemen weiter

Die Fami macht trotz Finanzproblemen weiter

Durch die Corona-Pandemie plagen das Familienzentrum Geldsorgen. Es muss gespart werden, aber nicht überall.

Wieder Freitagscafé am Kultur-Bahnhof

Wieder Freitagscafé am Kultur-Bahnhof

Die Familieninitiative Radebeul bietet Kaffee und Kuchen an. Dafür hat sie sich ein besonderes Mobil besorgt.

Beim Kultur-Bahnhof verfolgt die Stadt das Konzept des dritten Ortes. Nach dem eigenen Zuhause (erster Ort), der Arbeit (zweiter Ort), soll dies ein Platz sein, wo man zusammen mit anderen die Freizeit verbringt. So entsteht im Kultur-Bahnhof solch ein Treffpunkt mit eigenständigen Angeboten des Familienzentrums Radebeul, der Volkshochschule und der Stadtbibliothek.

www.mitteost.de

Mehr zum Thema Radebeul